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Biokraftstoff-Hersteller Verbio mit vorsichtiger Prognose
Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio hat eine Prognose für sein laufendes Geschäftsjahr 2024/25 (Juli bis Juni) abgegeben. Das Leipziger Unternehmen bleibt vorsichtig, spricht aber auch von zuletzt wieder besseren Geschäften.
Verbio erwartet für das aktuelle Geschäftsjahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 120 bis 160 Millionen Euro. Der Mittelwert der Bandbreite liege damit unter der Markterwartung, hieß es.
Investitionen in Produktion und Zukunftsgeschäft
„Im Bioethanol/Biomethan-Segment wird der Hochlauf der Anlage in Nevada, Iowa sowie die erhöhte Produktion in South Bend, Indiana vor dem Hintergrund attraktiver Margen in Nordamerika das Ergebnis im Vorjahresvergleich positiv beeinflussen“, so Verbio zum Ausblick. Außerdem rechnet der Konzern im Europageschäft mit einer höheren Auslastung bei stabilen Ethanolmargen sowie einer steigenden Biomethanproduktion.
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Verbio plant nach eigenen Angaben in den kommenden Monaten Investitionen in die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Europa und Nordamerika sowie in den Zukunftsbereich VerbioChem. In diesem forscht das Unternehmen etwa zur klimafreundlicheren Herstellung von Spezialchemikalien. Die Nettofinanzverschuldung soll daher auf bis zu 190 Millionen Euro zum Ende des aktuellen Geschäftsjahres ansteigen.
Für das Ende Juni abgelaufene, aber noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2023/24 hatte Verbio im Mai ein EBITDA am unteren Ende der Spanne von 120 bis 150 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Zuletzt hatte das Unternehmen unter gesunkenen Produktmargen und niedrigen Prämien für Treibhausgasminderung (THG) bei Neuverträgen gelitten.
Bei den THG-Quotenpreisen erwartet Verbio zwar Besserung, es gebe aber "Unsicherheit über den zeitlichen Verlauf und die politischen Konsequenzen aus den Betrügereien mit CO2-Zertifikaten aus China". Mehr dazu lesen Sie hier. Im Bereich Biodiesel belastet laut Unternehmen eine angespannte Pflanzenölsituation die Ergebnisspanne und lasse geringere durchschnittliche Margen erwarten.
Es habe jedoch eine Verbesserung im letzten Quartal gegeben, so Verbio. Zudem bleibe die Auslastung in Europa hoch. Den Geschäftsbericht für 2023/24 will das Unternehmen am 26. September vorlegen.
Im Xetra-Handel ist die Verbio-Aktie aktuell 2,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 16,06 Euro (Stand: 11.9.2024, 11:15 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 63,8 Prozent an Wert verloren.
Es kommt auch auf die Politik an
Für ECOreporter bleibt Verbio ein Investment mit erhöhtem Risiko. Die Biospritpreise und damit auch die Unternehmensergebnisse schwanken seit Jahren stark, die chinesische Billigkonkurrenz sorgt für zusätzlichen Druck.
Die deutsche Bundesregierung will zwar verhindern, dass möglicherweise gefälschte Klimazertifikate aus China der europäischen Biospritindustrie schaden. Hiesigen Unternehmen geht die entsprechende Verordnung aber nicht weit genug. Gut angekommen waren auch an der Börse zuletzt hingegen die Pläne der Bundesregierung für ein "umfassendes Biomassepaket". Die Hintergründe lesen Sie hier.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Verbio-Aktie für 2024/25 ist mit 30 angesichts der anhaltenden Unsicherheiten hoch. Für defensive Anlegerinnen und Anleger eher kein Investment.
Verbio Vereinigte BioEnergie AG: ISIN DE000A0JL9W6 / WKN A0JL9W