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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
DHL Group prüft Einführung von "Prio-Brief"
Der Bonner Logistiker DHL Group überlegt, Briefe im deutschen Post-Geschäft künftig in zwei Geschwindigkeiten zuzustellen. Dem ECOreporter-Aktien-Favoriten geht es insbesondere um eine Erhöhung der Preise.
"Es könnte einen Prio-Brief geben, der am Tag nach dem Briefeinwurf beim Adressaten ist, und einen Standardbrief, der erst nach drei Tagen ankommt", sagte DHL Group-Managerin Nikola Hagleitner im Interview mit der "Welt am Sonntag". Hagleitner verantwortet im Vorstand des Logistikers das Brief- und Paketgeschäft.
Postgesetz soll geändert werden
Aktuell steht solchen Plänen noch das Postgesetz entgegen: Die Verordnung schreibt vor, dass im Jahresdurchschnitt mindestens 80 Prozent der Briefsendungen in Deutschland am folgenden Werktag ausgeliefert werden müssen, 95 Prozent müssen nach zwei Werktagen ankommen. Die Regierung plant aber, das Gesetz zu ändern.
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Anfang 2023 waren erste Eckpunkte der Novelle vorgelegt worden. Demnach plant das Wirtschaftsministerium will auch die aktuellen Laufzeitvorgaben anzupassen.
"Der Prio-Brief müsste höher liegen als das aktuelle Porto, aber wir reden nicht über eine Verdoppelung des Preises", erklärte Hagleitner weiter. Allerdings müsse auch der Standardbrief teurer werden. Die Managerin begründete dies mit deutlich höheren Kosten.
Die Bundesnetzagentur hatte im August einen Antrag der DHL Group abgelehnt, das Briefporto schon 2024 vorzeitig zu erhöhen. Der Konzern erwirtschafte im Briefgeschäft mit Privatkunden einen Gewinn, hatte die Behörde die Entscheidung begründet. Die Briefpreise reichten aus.
Der Konzern ist mit dem Profit im einstigen Kerngeschäft allerdings unzufrieden. Im ersten Halbjahr 2023 sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der Sparte um 56 Prozent zum Vorjahr auf 261 Millionen Euro.
Die Anzahl der Zustelltage will der Konzern nicht verändern. »Wir haben kein Interesse daran, an der Sechs-Tage-Zustellung etwas zu ändern«, sagte Hagleitner in dem Interview. Die Post wolle die Briefzustellung in Deutschland aufrechterhalten und den gesetzlichen Postuniversaldienst weiter erfüllen – verlangt dabei aber "eine neue Entgeltregulierung, die uns eine Gewinnmarge ermöglicht, aus der wir jedes Jahr rund eine Milliarde Euro in die Zustellung investieren können".
Gleichzeitig zu den Forderungen des Konzerns, höhere Gebühren fordern zu dürfen, war zuletzt die Zahl an Kundenbeschwerden über Fehler in der Zustellung von Briefen und Paketen bei der Bundesnetzagentur deutlich gestiegen. Da die DHL Group etwa 85 Prozent aller Briefe in Deutschland ausliefert, dürften die meisten davon den Konzern betreffen.
Hagleitner erklärte, sie "wisse nicht, wie die Zahlen der Bundesnetzagentur zustande kommen". Der Konzern selbst sehe "in der Zustellung deutliche Verbesserungen zwischen 2022 und 2023".
Die Aktie der DHL Group schloss am Freitag 2,0 Prozent im Plus zum Vortag bei einem Preis von 39,06 Euro (Stand: 6.10.2023, 17:44 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 5,6 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 20,9 Prozent an Wert gewonnen.
Aktie bleibt ein gutes Investment
Der Kurs der Post-Aktie hat seit Juli fast durchgängig an Wert verloren. Analysten erwarten, dass die DHL Group in diesem Jahr wegen hoher Benzinpreise, ungünstiger Wechselkurse und nicht wie erwartet steigender Sendungsmengen nur das untere Ende ihrer in Aussicht gestellten operativen Gewinnspanne von 6,2 bis 7 Milliarden Euro erreichen wird.
Die Redaktion schätzt die mittelfristigen Aussichten des Konzerns dennoch weiterhin als sehr gut ein. Die DHL Group hatte ihre Gewinnprognose erst Ende Juli angehoben (ECOreporter berichtete hier). Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von ungefähr 12 für 2023 und 2024 ist die Aktie derzeit günstig bewertet. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei sehr guten 4,9 Prozent. Ein Einstieg ist weiter eine Option, Anlegerinnen und Anleger sollten aber eine lange Haltedauer einplanen.
Die DHL Group ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie auch das ausführliche Unternehmensporträt und das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.
Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200