Für das Weihnachtsgeschäft rechnet die DHL Group mit mehr als 11 Millionen Paketen pro Tag. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

ECOreporter-Aktien-Favorit DHL: Paketboom erwartet, Unzufriedenheit mit Portoerhöhung

Der Bonner Logistiker DHL Group erwartet in seinem deutschen Paketgeschäft erneut einen Boom in der Weihnachtszeit – an den stärksten Tagen geht der ECOreporter-Aktien-Favorit von bis zu 11 Millionen Paketen aus. Gleichzeitig kritisiert der Konzern einen aus seiner Sicht zu geringen Spielraum für Portoerhöhungen.

Auch 2023 hatte DHL Tageshöchstwerte von mehr als 11 Millionen Paketen kommuniziert. Um die Paketflut bewältigen zu können, will der Konzern erneut rund 10.000 Aushilfen einstellen, erklärte Nikola Hagleitner, Vorständin für das deutsche Post- und Paketgeschäft der DHL Group, in einem Interview mit Zeitungen der Funke Mediengruppe. Pakete und Briefe sollen auch am 24. Dezember noch zugestellt werden.

Konzern fordert mehr Spielraum für Portoerhöhung

Die Monate November und Dezember sind die wichtigsten für das Paketsegment. Die DHL Group ist mit ihrem Deutsche Post-Geschäft klarer Marktführer.

Den von der Bundesnetzagentur ausgegebenen Erhöhungsspielraum beim Briefporto kritisiert Vorständin Hagleitner als zu gering. Die Behörde will dem Konzern ab 2025 eine Erhöhung um durchschnittlich 10,48 Prozent erlauben. Die DHL Group schaue "mit einer gewissen Verwunderung auf die Entscheidung", so Hagleitner gegenüber den Funke-Zeitungen.

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"Über 10 Prozent klingt vielleicht erst einmal viel. Aber: Für die vergangenen drei Jahre wurde bei der Preisgestaltung des Portos mit einer Inflation von 3,25 Prozent gerechnet", so Hagleitner weiter. "Tatsächlich waren es rund 16 Prozent. Hinzu kommt unser Tarifabschluss, durch den die Löhne um durchschnittlich 11,5 Prozent gestiegen sind."

Laut Hagleitner liegt Deutschland beim Porto inzwischen rund 43 Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Gleichzeitig rangiere man aber bei den Lohnkosten mit an der Spitze. "Entsprechend wundert es uns, dass eine angemessene Erhöhung ausbleibt", so die Managerin.

Eine konkrete Zahl für eine aus Sicht des Konzerns angemessene Erhöhung konnte Hagleitner nicht nennen. Allerdings wäre dies "auf jeden Fall mehr als die 10,48 Prozent". Mit 10,48 Prozent werde es "sehr schwierig, die Kosten zu tragen, die durch die höheren Löhne und unseren Einsatz für die Dekarbonisierung unseres Logistiknetzes entstehen".

Auch gäbe es damit kaum Spielraum für mehr Investitionen. Gleichzeitig sei man aber durch das Postgesetz verpflichtet, in eine nachhaltige Infrastruktur für das deutsche Paketgeschäft zu investieren. Jährlich müssten dafür 1 Milliarde Euro aufgewendet werden.

Das Briefporto für einen Standardbrief beträgt derzeit 0,85 Euro. Würde die Post den Spielraum für eine Portoerhöhung voll ausschöpfen, würde der Standardbrief künftig 0,94 Euro kosten. Für einen Maxibrief mit einem Gewicht bis zu einem Kilogramm würde das Porto von 2,75 Euro auf 3,04 Euro steigen.

Trotz Rücksetzern ein solides Investment

Im Xetra-Handel ist die Aktie der DHL Group aktuell 0,3 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 37,87 Euro (Stand: 21.10.2024, 10:23 Uhr). Die Aktie schwankte in diesem Jahr deutlich und bewegt sich seit März überwiegend seitwärts. Im Monatsvergleich ist sie 0,1 Prozent im Minus, auf Jahressicht 0,3 Prozent im Plus.

Die DHL Group leider aktuell unter der schwachen Weltkonjunktur. Nach Rekordergebnissen in den Corona-Jahren muss der Konzern seit 2023 Gewinneinbrüche hinnehmen. Auch im zweiten Quartal 2024 verdiente die DHL Group weniger Geld als im Vorjahr. Bis 2030 will das Unternehmen seinen Umsatz um 50 Prozent steigern.

Trotz der aktuellen Herausforderungen bleibt die DHL-Aktie (die an der Börse weiterhin unter Deutsche Post AG gelistet ist) für ECOreporter ein solides Langfrist-Investment. Der Konzern erwirtschaftet auch in schwierigen Phasen ordentliche Gewinne und steht finanziell gut da. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2024 ist derzeit mit 13 niedrig. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 beträgt attraktive 4,9 Prozent. Ein Einstieg ist weiter eine Option, Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch eine lange Haltedauer einplanen und mögliche Kursrücksetzer aushalten können.

Die DHL Group ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie auch unser Unternehmensporträt und das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.

Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200

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