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Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie
Geothermiebohrer Daldrup & Söhne: Gewinn und Nachfrage steigen
Der Bohrtechnik- und Geothermiespezialist Daldrup & Söhne hat im ersten Halbjahr 2023 eine steigende Nachfrage verzeichnet und gute Geschäfte gemacht. Für die Zukunft erwartet der Konzern auch politischen Rückenwind.
Das Unternehmen steigerte zwischen Januar und Juni seine Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahr von 17,7 auf 24,1 Millionen Euro. Das Halbjahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte der Konzern von 2,4 auf 2,7 Millionen Euro.
Neues Gesetz könnte mehr Aufträge bringen
Operativ, also vor Zinsen und Steuern (EBIT), erzielte Daldrup ein Ergebnis in Höhe von 1,4 Millionen Euro, die EBIT-Marge verschlechterte sich allerdings von 7,0 auf 5,9 Prozent, bezogen auf die Gesamtleistung. Unter dem Strich stieg der Nettogewinn von 400.000 auf 700.000 Euro.
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Das erste Halbjahr war für Daldrup & Söhne "trotz des allgemein schwachen wirtschaftlichen Umfeldes gekennzeichnet von einer positiven operativen Entwicklung in allen Geschäftsbereichen", wie das Unternehmen in seiner Mitteilung zu den Zahlen erklärte. In sein Kerngeschäft investierte Daldrup in diesem Jahr bislang rund 500.000 Euro zur Effizienzsteigerung. Mittelfristig soll auch über diesen Weg die Profitabilität weiter verbessert werden.
"Die Nachfrage nach Bohrdienstleistungen für Geothermieprojekte nimmt deutlich zu. Mit dem Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung stehen Kommunen und Stadtwerke in der Pflicht, die Wärmeversorgung zügig zu dekarbonisieren", so der Daldrup-Vorstandsvorsitzende Andreas Tönies."Geothermie kann in den meisten Regionen Deutschlands erneuerbare, grundlastfähige Wärme bereitstellen und speichern: sei es aus tiefen oder mitteltiefen Reservoiren und Aquiferen, sei es mit Erdwärme-Sonden oder über Wasser-Luft-Wärmepumpen."
Klar sei aber: Ohne sachkundige Bohrungen könnten Erdwärme und Thermalwasser nicht erschlossen werden, um sie in die Wärmenetze einzuspeisen. Aus Tönies' Sicht bringt das die Bohrdienstleistungen von Daldrup "in eine Schlüsselposition der Wärmewende". Das Unternehmen sei "überzeugt, aus einer guten Wettbewerbsposition heraus vom strukturellen Wachstum im Geothermiemarkt nachhaltig profitieren zu können".
Per Ende September 2023 erreicht der Auftragsbestand von Daldrup rund 38 Millionen Euro, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 27 Millionen Euro. Damit ist das Bohrgeschäft Unternehmensangaben zufolge rechnerisch bis weit in das Jahr 2024 ausgelastet.
In den nächsten Quartalen stehen Daldrup zufolge weitere Geothermieprojekte in München und im benachbarten Alpenraum zur Bohrung an. Auch das Interesse norddeutscher Kommunen und Stadtwerke habe nach zwei erfolgreichen geothermischen Bohrungen zur Erweiterung der Wärmeversorgung in Schwerin "signifikant zugenommen". Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen hier aber nicht.
Bei der Geothermie bleiben Unsicherheiten
Unter der Voraussetzung, dass die laufenden Bohrprojekte planmäßig bis zum Jahresende abgerechnet werden können, bestätigt der Vorstand die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2023.Die Gesamtleistung soll demnach rund 41 Millionen Euro betragen. Die EBIT-Marge wird bei 3 bis 5 Prozent angepeilt.
An der Börse kamen die Zahlen sehr gut an. Die Daldrup-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell rund 7 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 8,60 Euro (Stand: 6.10.2023, 11:43 Uhr). Im Monatsvergleich ist die Aktie 14,4 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 16,4 Prozent an Wert gewonnen.
Trotz steigender Auftragszahlen und optimistischer Prognosen: Aktuell lässt sich schwer abschätzen, wie groß das Potenzial für neue Geothermie-Projekte wirklich ist. In den letzten Jahren plagten Daldrup Margenprobleme und ein schwankendes Projektgeschäft, zwischenzeitlich schrieb das Unternehmen rote Zahlen.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von 35 ist die Aktie derzeit teuer. ECOreporter sieht die Daldrup-Aktie weiterhin als ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für einen Neueinstieg sollten Anlegerinnen und Anleger auf Kursrücksetzer oder noch besser höhere Gewinne warten.
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Daldrup & Söhne AG: ISIN DE0007830572 / WKN 783057