Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Hain Celestial schneidet besser ab als erwartet – Aktie gewinnt fast 20%
Der Bio-Lebensmittelhersteller Hain Celestial aus den USA hat im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2023/24 (Juli bis Juni) seine Kosten und auch seinen Nettoverlust reduziert. Besonders im vierten Quartal schnitt der Konzern deutlich besser ab als erwartet. Die Aktie des Unternehmens schießt nach oben.
Wie Hain Celestial mitteilte, sank der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 3 Prozent zum Vorjahr auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Organisch, also ohne Berücksichtigung von Firmenzukäufen, sank der Umsatz um 2 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank von 167 auf 155 Millionen Dollar.
Mehr Gewinn und verbesserte Marge
Gleichzeitig reduzierte Hain Celestial seinen Nettoverlust von 117 auf 75 Millionen Dollar. Das Unternehmen erklärte, dass sein Sparprogramm Wirkung zeige. Demnach wurden die Kosten reduziert, zudem sank die Nettoverschuldung im letzten Geschäftsjahr von 775 auf 690 Millionen Dollar.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Das Senken der Nettoverschuldung habe weiterhin "oberste Priorität" für das Unternehmen, wie Hain Celestial-Finanzchef Lee Boyce erklärte. Bis 2027 will der Konzern seinen Verschuldungsgrad ("Leverage Ratio") auf das Zwei- bis Dreifache des bereinigten EBITDA senken. Im Geschäftsjahr 2023/24 lag der Verschuldungsgrad beim 3,7-fachen des bereinigten EBITDA.
Mit seinen Zahlen für das vierte Quartal 2023/24 gelang es Hain Celestial zudem, die Erwartungen am Markt zu übertreffen. Zwar meldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 6 Prozent auf rund 419 Millionen Dollar. Allerdings stieg der um negative Sondereffekte bereinigte Nettogewinn im letzten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahr leicht von 10 auf 11 Millionen Dollar beziehungsweise 0,13 Dollar je Aktie. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit 0,08 Dollar Gewinn je Aktie gerechnet. Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 0,7 Prozent auf 23,4 Prozent. Sondereffekte mit eingerechnet, lag das Nettoergebnis bei minus 3 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal betrug der Nettoverlust 19 Millionen Dollar.
Für 2025 rechnet der Konzern damit, dass sein Umsatz stagnieren oder minimal wachsen wird. Das bereinigte EBITDA soll "im mittleren einstelligen Bereich wachsen".
Weiter Probleme und Unsicherheiten
Bei der Bewertung der Zahlen an der Börse standen die übertroffenen Erwartungen zum Geschäftsjahresende im Vordergrund. Die Aktie von Hain Celestial gewann am Dienstag nachbörslich 19 Prozent an Wert. Am Handelsplatz gettex notiert sie aktuell 2,4 Prozent im Minus zum Vortag bei 7,09 Euro (Stand: 28.8.2024, 9:43 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 3,4 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 30,9 Prozent an Wert verloren.
Hain Celestial trennt sich aktuell von margenschwachen Produktlinien, baut neue auf und strukturiert den Konzern um. Allerdings hat sich das Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrmals neu aufgestellt. Trotzdem schafft es Hain Celestial schon seit Jahren nicht, robuste Gewinne zu erzielen.
Auch im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 dürften am Ende wieder rote Zahlen stehen. Wegen der fortgesetzten Probleme und Unsicherheiten ist Hain Celestial keine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse mehr. ECOreporter hat das Unternehmen durch die US-amerikanische Bioladenkette Sprouts Farmers Market ersetzt. Mehr dazu lesen Sie hier.
Hain Celestial Group Inc.: ISIN US4052171000 / WKN 908170