Elon Musk: nachhaltiger Vorzeigeunternehmer oder wandelnde Zeitbombe? / Foto: imago images, Paul Hennessy

  Nachhaltige Aktien

Ist Elon Musk für nachhaltige Anlegerinnen und Anleger noch tragbar?

Tesla hat entscheidenden Anteil daran, dass die Mobilitätswende weltweit vorankommt. Konzernchef Elon Musk fällt aber immer häufiger durch fragwürdige Statements auf, die sich mit nachhaltigen Grundsätzen kaum vereinbaren lassen.

"Abscheuliche Lüge"

Aktuell steht Musk vor allem wegen israelfeindlicher Postings auf seiner Plattform X (ehemals Twitter) in der Kritik. Der 52-Jährige stimmte einem antisemitischen Beitrag zu, der behauptete, Juden würden „Hass gegen Weiße“ verbreiten. Nachdem Musk dafür massiven Gegenwind erhalten hatte, schrieb er, in dem Beitrag stecke „die tatsächliche Wahrheit“. Einige jüdische Gruppen würden „faktisch antiweißen und antiasiatischen Rassismus“ verbreiten. Aus seiner Sicht gebe es ein Problem mit Rassismus gegenüber Weißen.

Die US-Regierung reagierte mit scharfen Worten auf Musks Äußerungen. Andrew Bates, der Sprecher des Weißen Hauses, warf Musk eine „abscheuliche Förderung von antisemitischem und rassistischem Hass“ vor. Es sei „inakzeptabel, diese abscheuliche Lüge zu wiederholen … einen Monat nach dem tödlichsten Tag für das jüdische Volk seit dem Holocaust“.

X brechen die Anzeigen weg

Die von Musk teuer gekaufte Plattform X bekommt unterdessen zunehmend finanzielle Probleme. Nachdem die Non-Profit-Organisation Media Matters darüber berichtet hatte, dass auf X Werbung von Firmen wie Apple, Oracle und IBM neben nationalsozialistischen Propaganda-Beiträgen platziert wurde, stoppten unter anderem Disney, Apple, Warner Bros. und IBM ihre Werbekampagnen auf der Plattform. Musk schrieb daraufhin, viele der größten Werbekunden seien die „größten Unterdrücker von eurem Recht auf freie Meinungsäußerung“. Media Matters bezeichnete er als „das pure Böse“.

Musk versucht seit der X-Übernahme weitestgehend erfolglos, ein Bezahlabo-Modell zu etablieren. Bereits vor dem aktuellen Anzeigenstopp hatte X etwa die Hälfte seiner Werbeerlöse verloren.

ECOreporter sieht in Elon Musk ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die langfristige Entwicklung von Tesla. Sowohl X als auch Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX laufen nicht gut, bei Tesla gibt es regelmäßig Kontroversen wegen nicht eingehaltener Arbeitnehmerrechte, und mit seinen aggressiven, oft menschenfeindlichen Social-Media-Postings stellt sich Musk immer mehr ins Abseits.

Ein Investment in die Tesla-Aktie wird zunehmend zur Gewissensfrage. Was wiegt schwerer: der positive Beitrag des Elektroautokonzerns zur Klimawende oder Musks offenbar wenig nachhaltige Weltanschauung? Letztlich muss dies jede Anlegerin und jeder Anleger für sich selbst beantworten.

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