Mayr-Melnhof kämpft weiter mit einer schwachen Nachfrage – Besserung ist vorerst nicht in Sicht. / Foto: Mayr-Melnhof Karton AG

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

Mayr-Melnhof erzielt deutlich besseres Ergebnis – Markt bleibt schwierig

Der österreichische Verpackungshersteller Mayr-Melnhof hat seinen Gewinn im ersten Quartal 2025 fast verdoppelt. Der ECOreporter-Aktien-Favorit sieht aber weiterhin "hohe Unsicherheiten" und bleibt bei seiner Prognose vorsichtig.

Mayr-Melnhof steigerte seinen Umsatz in den Monaten Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um knapp 2 Prozent auf rund 1,04 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 26 Prozent auf 119 Millionen Euro zu. Die operative Marge erhöhte sich von 3,9 auf 5,8 Prozent.

"Weiterhin schwierige Marktlage"

Besonders gut liefen die Geschäfte nach Angaben des Unternehmens "aufgrund von Produktivitätssteigerungen und Kostensenkungen" in der Sparte Food & Premium Packaging, in der zum Beispiel recycelbare Transportbehälter für die Gastronomie hergestellt werden. Auch in der Kartonsparte Board & Paper habe sich das Ergebnis gegenüber dem schwachen Vorjahreswert deutlich verbessert, erklärte Mayr-Melnhof. Die auf Arzneimittelverpackungen ausgerichtete Sparte Pharma & Healthcare Packaging musste hingegen einen Ergebnisrückgang hinnehmen.

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Den Nettogewinn konnte Mayr-Melnhof im Vergleich zum Vorjahr von 10,9 Millionen Euro auf 21,1 Millionen Euro fast verdoppeln, hauptsächlich wegen eines niedrigeren Steuersatzes. Gleichzeitig blieb der freie Cashflow allerdings deutlich negativ und verschlechterte sich gegenüber dem ersten Quartal 2024 von minus 38,5 Millionen Euro auf minus 183,5 Millionen Euro.

Der freie Cashflow ist der Betrag, der nach Abzug aller Kosten und Investitionen übrig bleibt und für Dividendenzahlungen, Schuldenabbau oder weitere Investitionen genutzt werden kann. Ist der freie Cashflow negativ, bedeutet dies, dass dem Unternehmen mehr liquide Mittel ab- als zugeflossen sind. Mayr-Melnhof ist jedoch weiterhin solide finanziert: Zum Abschluss des ersten Quartals standen langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro Vermögenswerte von 3 Milliarden Euro gegenüber.

Anhaltender Margendruck

Wie Mayr-Melnhof erklärte, waren die Marktlage und der Absatz im ersten Quartal 2025 zwar "selektiv leicht besser" als im vierten Quartal 2024, allerdings "ohne spürbare Belebung und mit anhaltendem Margendruck".

"Angesichts der weiterhin schwachen gesamtwirtschaftlichen Lage werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter stärken, indem wir Kosten senken und gleichzeitig Qualität, Nachhaltigkeit und Innovationskraft erhöhen", so Unternehmenschef Peter Oswald.

Wegen der schwachen Nachfrage und hoher Unsicherheiten erwartet der Konzern "auf Sicht eine weiterhin schwierige Marktlage". Eine konkrete Prognose für 2025 gab Mayr-Melnhof nicht ab. Das Unternehmen setzt vor allem weiter auf einen strammen Sparkurs.

Für die Aktie braucht es Geduld

Im Tradegate-Handel ist die Aktie von Mayr-Melnhof aktuell 1,4 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 77,80 Euro (Stand: 29.4.2025, 9:27 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 3,9 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 33,5 Prozent an Wert eingebüßt.

ECOreporter sieht Mayr-Melnhof aktuell als Investment mit erhöhtem Risiko. Langfristig könnte das Unternehmen vom Online-Handel und dessen hoher Verpackungsnachfrage profitieren. Aktuell bleibt die Lage aber angespannt. Auch der Aktienkurs seht unter Druck: In den letzten drei Jahren ging es für den Kurs um rund 54 Prozent abwärts. Das liegt auch an den Zuwächsen, die zuvor verbucht worden waren, als die Geschäfte während der Corona-Krise stark liefen. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine traf dann der Gaspreis-Schock das Unternehmen hart - Papier- und Kartonherstellung ist sehr energieintensiv.

Anlegerinnen und Anleger, die jetzt einsteigen, sollten Geduld mitbringen. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 ist mit 14 nicht hoch, die Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2024 liegt beim aktuellen Kurs bei 2,1 Prozent. Für 2025 wird sie auf demselben Niveau erwartet. Der Konzern hat seine Ausschüttung zuletzt trotz schwächerer Ergebnisse erhöht und kauft auch weiterhin eigene Aktien zurück. Das kann auch kritisch betrachtet werden.

Mayr-Melnhof ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmensporträt finden Sie hier. Lesen Sie auch den Überblick Langfristig gut investiert – diese nachhaltigen Mittelklasse-Aktien sind aktuell empfehlenswert.

Mayr-Melnhof Karton AG:  ISIN AT0000938204 / WKN 890447

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