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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
DHL, Siemens, SAP – wie nachhaltig sind Aktienrückkäufe?
Zahlreiche DAX-Konzerne kaufen in diesem Jahr für Rekordsummen eigene Aktien zurück. Ganz vorne mit dabei: drei ECOreporter-Aktien-Favoriten. Sind die Rückkäufe aus nachhaltiger Sicht (und auch aus finanzieller) eine gute Idee?
Nach Recherchen des „Handelsblatts“ betreiben oder planen aktuell 23 der 40 Konzerne aus dem wichtigsten deutschen Aktienindex DAX Aktienrückkaufprogramme mit einem Volumen von insgesamt knapp 55 Milliarden Euro – ein neuer Rekordwert. Alleine in diesem Jahr dürften Papiere für 26 Milliarden Euro aus dem Markt genommen werden. Die teuersten Programme finden sich beim Walldorfer IT-Riesen SAP (10 Milliarden Euro) sowie beim Münchner Technologiekonzern Siemens und dem Bonner Logistiker DHL Group mit jeweils 6 Milliarden Euro. Alle drei Unternehmen sind ECOreporter-Aktien-Favoriten aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Bei den meisten anderen DAX-Konzernen haben die Rückkaufprogramme maximal einen Umfang von 2,5 Milliarden Euro.
Nach Aktienrückkäufen im großen Stil werden die meisten Papiere für gewöhnlich vernichtet. Das hat für die Unternehmen den angenehmen Effekt, dass sich ihre Gewinne künftig auf weniger Aktien verteilen, die Aktien dadurch attraktiver werden und der Börsenkurs folglich steigt. Fachleute bezeichnen Aktienrückkäufe daher auch als „Kurspflege“. SAP und Siemens haben in den letzten Jahren zwischenzeitlich stark zum Kursanstieg des DAX beigetragen, aktuell stehen sie allerdings auf lange Sicht nicht besser da als andere DAX-Papiere.
Die Milliarden ließen sich auch anders investieren
Eine Besonderheit: SAP vernichtet die aufgekauften Papiere nicht, sondern gibt sie über aktienbasierte Vergütungsprogramme an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter. Bei anderen DAX-Unternehmen stellt sich hingegen die Frage, ob die Milliarden, die in die Vernichtung von Aktienkapital fließen, nicht anderswo besser aufgehoben wären. Siemens etwa muss (wie auch SAP) viel Geld investieren, um gegen die Produkte von KI-Unternehmen bestehen zu können, und die DHL Group baut tausende Stellen ab und versucht regelmäßig, ihre Gebühren zu erhöhen, um vor allem im Deutsche Post-Geschäft die Margen zu verbessern. Hinzu kommen für nahezu alle DAX-Konzerne gestiegene Risiken durch die unberechenbare Zoll- und Handelspolitik von Donald Trump und aktuell den Iran-Krieg.
Die Milliarden aus den Aktienrückkäufen könnten dazu beitragen, die Firmen nachhaltiger und krisenfester aufzustellen, ohne dafür in Zeiten gestiegener Kreditkosten zusätzliches Fremdkapital aufnehmen zu müssen. Langfristig könnte sich dies auch für Anlegerinnen und Anleger auszahlen.
ECOreporter sieht Aktienrückkäufe in großem Umfang kritisch und nicht als Ausweis unternehmerischen Erfolgs. Bei Siemens, DHL und SAP dürften sie sich bis auf Weiteres nicht negativ auf die Geschäftsentwicklung auswirken, es bleibt aber zu hoffen, dass die Konzernlenker die Rückkaufprogramme rechtzeitig stoppen oder zumindest deutlich reduzieren, sollten die Zeiten noch ungemütlicher werden.
Einschätzungen zu den Aktien von SAP, Siemens und der DHL Group finden Sie in unseren aktuellen Meldungen sowie in unserem großen Überblick Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.
Lesen Sie auch unser Dossier Warum Dividenden keine Geschenke sind.
SAP SE: ISIN DE0007164600 / WKN 716460
Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610
Deutsche Post AG (DHL): ISIN DE0005552004 / WKN 555200
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