Deutschlandzentrale der SEB in Frankfurt. Die Bank erzielt derzeit hohe Gewinne - aber wie lange noch? / Foto: SEB

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

SEB profitiert von höheren Zinsen – die Aktie auch?

Die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken (SEB) macht in diesem Jahr gute Geschäfte. Trotzdem verliert die ECOreporter-Favoriten-Aktie heute 5 Prozent.

Nach drei Quartalen liegt der diesjährige operative Umsatz der SEB bei 60 Milliarden Schwedischen Kronen (5,1 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 31 Prozent zum Vorjahr. Der Nettogewinn stieg um 53 Prozent auf 29,7 Milliarden Kronen (2,5 Milliarden Euro). Die für Banken wichtige harte Kernkapitalquote (CET-1) lag Ende September bei 18,9 Prozent und ist damit besser als bei vielen internationalen Großbanken. Mit nennenswerten Kreditverlusten rechnet die SEB derzeit nicht.

Die Bank profitierte in den letzten Quartalen von den steigenden Leitzinsen und einer unerwartet guten Entwicklung der schwedischen Wirtschaft. Wegen der hohen Gewinne hat die SEB ein weiteres Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 1,25 Milliarden Kronen (106 Millionen Euro) gestartet.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Trotz der guten Zahlen ist die SEB-Aktie heute mit einem Minus von 5 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet. Aktuell kostet sie 10,59 Euro (Stand 25.10.2023, 9:55 Uhr). Der Rücksetzer dürfte unter anderem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein, nachdem die Aktie von August bis Mitte Oktober deutlich zugelegt hatte. Zudem schwächen sich laut SEB-Chef Johan Torgeby die positiven Effekte der Leitzinserhöhungen zunehmend ab. In den nächsten Quartalen könnten die Gewinne der Bank also niedriger ausfallen.

Mögliche Gewinneinbußen sind in den Börsenkurs von SEB allerdings bereits eingepreist. Die Aktie ist derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von um die 8 für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 günstig bewertet. Hinzu kommt eine attraktive erwartete Dividendenrendite für 2023 von 6,8 Prozent.

ECOreporter sieht bei der Aktie weiterhin Kaufgelegenheiten. Langfristig hat sie sich solide entwickelt, auf fünf Jahre gesehen ist der Kurs um 30 Prozent gestiegen.

Cum-Ex-Vorwürfe stehen weiterhin im Raum

Allerdings gibt es Probleme bei der Nachhaltigkeit: Im Dezember 2021 durchsuchte die Staatsanwaltschaft Köln die Frankfurter Deutschlandzentrale der SEB wegen möglicher Verwicklungen in illegale Cum-Ex-Geschäfte. Das Finanzamt Frankfurt fordert nach einem damaligen Bericht des "Handelsblatts" von der Bank eine Steuernachzahlung in Höhe von insgesamt 936 Millionen Euro, zuzüglich Zinsen. Im Februar 2022 erfolgte dann eine Hausdurchsuchung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in Frankfurt – mit der Absicht, Beweise für ein Steuerstrafverfahren gegen die SEB zu finden. PwC prüft die Bilanzen der SEB. Seitdem ist es ruhig geworden um den Fall, die Ermittlungen dauern an.

ECOreporter wird die weiteren Entwicklungen verfolgen. Sollte sich der Vorwurf bestätigen und die SEB systematisch Steuerbetrug begangen haben, wird die Redaktion die Aktie möglicherweise aus ihrer Favoriten-Liste entfernen.

Die SEB ist aktuell eine ECOreporter-Favoriten-Aktie in der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Ein Porträt der Bank finden Sie hier.

SEB AB A: ISIN SE0000148884 / WKN 859768

Verwandte Artikel

29.05.26
 >
26.04.23
 >
07.08.23
 >
02.06.26
 >
26.12.25
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x