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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
Siemens mit mehr Gewinn – Automatisierungs-Geschäft schwächelt
Der Münchner Technologiekonzern Siemens hat im dritten Quartal seines Geschäftsjahres 2023/24 (April bis Juni) Umsatz und Gewinn deutlich steigern können. Allerdings profitierte der ECOreporter-Aktien-Favorit von einem Einmaleffekt – und verzeichnet in seiner wichtigsten Sparte weiter eine geringe Nachfrage.
Im Zeitraum April bis Juni legte der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 5 Prozent zum Vorjahr auf 18,9 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang ging zwar um 15 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro zurück. Das lag aber vor allem daran, dass die Zugsparte Mobility im Vorjahr Bestellungen auf Rekordniveau erhalten hatte.
Automatisierungsgeschäft mit schwacher Nachfrage
Das operative Ergebnis legte um 11 Prozent auf rund 3 Milliarden Euro zu, was leicht über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lag. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,1 Milliarden Euro, 48 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
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In der Kernsparte Digital Industries zeigte sich allerdings ein gemischtes Bild. So leidet das wichtige industrielle Automatisierungsgeschäft weiter unter einer unbefriedigenden Nachfrage. Siemens ist hier Weltmarktführer und hofft, erheblich von einer zunehmenden Digitalisierung der Industrie zu profitieren.
Aktuell bleibe die Situation im Automatisierungsgeschäft "allerdings weiterhin herausfordernd", wie Siemens-Chef Roland Busch einräumte. Weil Kunden selbst unter zähen Geschäften leiden, halten sie sich mit Bestellungen zurück. Auch müssen Lagerbestände abgebaut werden, weil Unternehmen in der Zeit unterbrochener Lieferketten auf Vorrat eingekauft hatten.
Sehr stark lief hingegen Siemens' Softwaregeschäft, das ebenfalls zur Sparte Digital Industries gehört. Hier legten die Einnahmen um 82 Prozent zu. Kunden kauften außergewöhnlich viele Lizenzen – mutmaßlich da Siemens aktuell auf ein Cloud-basiertes „Software-as-a-Service“-Modell umstellt, bei dem Software gemietet statt gekauft wird.
Nach Einschätzung von Busch wird das starke Softwaregeschäft aber ein einmaliger Effekt bleiben. "In diesem Ausmaß wird das nicht wiederholbar sein", so der Siemens-Chef.
Die Prognose für sein noch bis Ende September laufendes Geschäftsjahr bestätigte Siemens. Allerdings rechnet der Konzern beim Umsatzwachstum nun nur noch mit einem Wert am unteren Ende der Prognosespanne von 4 bis 8 Prozent.
Auch die Gewinnmarge von Digital Industries wird am unteren Ende der Spanne von 18 bis 21 Prozent erwartet. Bei der Elektrifizierungssparte Smart Infrastructure rechnet Siemens dagegen mit einer Marge am oberen Ende der Spanne von 16 bis 17 Prozent. Im Bereich Mobility soll die Marge zwischen 8 und 10 Prozent und damit auf Vorjahresniveau liegen.
Langfristige Aussichten intakt
Die Siemens-Aktie ist nach Präsentation der neuen Zahlen aktuell im Xetra-Handel 1,3 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 153,96 Euro (Stand: 8.8.2024, 9:35 Uhr). Im Monatsvergleich notiert die Aktie 13,1 Prozent im Minus, auf Jahressicht hat sie 5,7 Prozent an Wert gewonnen.
Die Flaute in der Automatisierungsparte dürfte nur eine Momentaufnahme sein – insgesamt verläuft Siemens' Umbau vom traditionellen Industriekonzern zum Digitalunternehmen bislang erfolgreich. Allerdings müssen sich Anlegerinnen und Anleger bis auf Weiteres auf Schwankungen bei der Aktie einstellen. Wenn die Schwäche in der wichtigsten Sparte vorerst anhält und auch nicht mehr durch das Softwaregeschäft ausgeglichen wird, wären Kursrücksetzer keine Überraschung.
ECOreporter schätzt die langfristigen Aussichten von Siemens aber als intakt ein. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023/24 ist mit 15 schon jetzt moderat genug für einen Einstieg. Rücksetzer könnten weitere Chancen für Nachkäufe eröffnen. Die erwartete Dividendenrendite liegt bei guten 2,7 Prozent.
Siemens ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zum Unternehmensporträt gelangen Sie hier.
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Siemens AG: ISIN DE0007236101 / WKN 723610