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Sono Motors: Erster Bus mit Solarmodulen ausgestattet – Handel an der Nasdaq ausgesetzt
Die insolvente Sono Motors GmbH sucht nach dem Scheitern der Pläne als Elektroauto-Hersteller nach neuen Geschäftsfeldern. In einem Pilotprojekt wurde nun ein Hybridbus in Bayern mit Solartechnologie ausgestattet. Der Handel der Sono-Aktie an der US-Börse Nasdaq bleibt ausgesetzt.
Wie Sono mitteilte, hat das Unternehmen gemeinsam mit dem ÖPNV-Service Hagen ein erstes Fahrzeug der bayerischen Hofbus GmbH mit dem Nachrüstpaket "Solar Bus Kit" ausgestattet. Dafür seien auf dem Dach des von den Stadtwerken Hof betriebenen Busses 16 Solarmodule mit einer Gesamtleistung von rund 1,4 Kilowatt installiert worden.
Nasdaq will Aktie von der Börse nehmen
Der erzeugte Solarstrom fließt in die Batterie des Busses, um den konventionellen Dieselmotor zu unterstützen und CO2-Emissionen zu sparen. Das hierbei verwendete Material wiegt laut Unternehmen lediglich 50 Kilogramm.
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Der TÜV hat dem mit Photovoltaik ausgestatteten Bus laut Sono bereits die Straßenzulassung erteilt. Er sei nun im Stadtgebiet von Hof unterwegs. Ein baugleicher „Mid-Hybrid“-Bus ohne das Photovoltaik-Kit diene als Vergleichsobjekt, um Fahrleistung und Energieverbrauch auf bestimmten Strecken abzugleichen, so das Unternehmen.
Um eine Insolvenz damals noch zu verhindern, war Sono 2021 in den USA an die Börse gegangen und ist seitdem an der vor allem für Technologiewerte bekannten Nasdaq gelistet. Dort droht dem Unternehmen allerdings mittlerweile das Delisting.
Seit dem 21. Juli ist der Handel mit Sono-Stammaktien an der Nasdaq ausgesetzt. Die Börse hat dem Unternehmen mitgeteilt, dass die Wertpapiere von der Notierung und Registrierung an der Nasdaq entfernt werden sollen. Sono hat nach eigenen Angaben eine Anhörung beantragt, um dagegen Einspruch zu erheben.
Die Entscheidung der Nasdaq stützt sich laut einer Mitteilung von Sono Motors auf folgende Faktoren:
- Bedenken des öffentlichen Interesses wegen der Bekanntgabe, dass beim Insolvenzgericht München die Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gemäß der hiesigen Insolvenzordnung beantragt wird.
- Bedenken hinsichtlich der verbleibenden Kapitalbeteiligung der bestehenden Inhaber der börsennotierten Wertpapiere.
- Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens, alle Anforderungen für eine fortgesetzte Notierung an der Nasdaq zu erfüllen.
Aktie mit 96 Prozent Wertverlust
In der Mitteilung heißt es ferner, dass das Versäumnis des Unternehmens, eine für das Geschäftsjahr 2022 erforderliche Meldung bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC und der Nasdaq einzureichen, der Börse als zusätzliche und separate Grundlage für das Beenden der Handelsnotierung diene.
Im Juni hatte Sono Motors bereits mitgeteilt, das Unternehmen ganz oder teilweise an Investoren verkaufen zu wollen. Dabei könnten Maßnahmen durchgeführt werden, die die derzeitigen Aktionäre de facto enteignen würden. ECOreporter hatte hier berichtet.
Im gettex-Handel ist die Sono-Aktie nach Mitteilung des Bus-Projekts aktuell 17 Prozent im Plus zum Freitag, kostet allerdings dennoch nur 0,13 Euro (Stand: 31.7.2023, 11:13 Uhr). Innerhalb der letzten zwölf Monate hat die Aktie 96 Prozent ihres Wertes verloren.
Die Aktie ist spätestens seit dem Scheitern der Autobaupläne zum Spekulationsobjekt geworden. Der Kurs schwankt seit Monaten auf sehr niedrigem Niveau. Zu deutlichen Ausbrüchen nach oben ist es in den vergangenen Monaten immer wieder gekommen, diese waren aber nie von Dauer. ECOreporter rät bereits seit dem Börsenstart entschieden von einem Kauf der Sono-Aktie ab.
Sono hatte im Mai gemeldet, dass man derzeit keine Schulden aus der Zeit vor den Insolvenz- und Schutzschirmanträgen bedienen dürfe. Heißt: Wer Anzahlungen für das nie gebaute Elektroauto Sion geleistet hat, wird das Geld auf absehbare Zeit nicht wiedersehen. Scheitert die Restrukturierung von Sono Motors, sind nicht nur für Aktionäre, sondern auch für Kunden hohe Verluste möglich, im schlimmsten Fall ein Totalverlust.
Einen Überblick über die Elektroauto-Branche finden Sie in unseren Dossiers Tesla, BYD, Polestar: 20 Elektroauto-Aktien im Crash-Test und Junge Elektroauto-Aktien: Totalschaden im Depot?
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