Verbund hätte seine Preise 2023 nicht erhöhen dürfen. / Foto: Verbund AG

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie, Aktien-Favoriten

Stromversorger Verbund: Preiserhöhung von 2023 war unzulässig

Der österreichische Energiekonzern Verbund hätte seine Preise 2023 nicht erhöhen dürfen. Das urteilt das Handelsgericht Wien. Ob der ECOreporter-Aktien-Favorit nun Geld zurückzahlt, ist wegen einer früheren Maßnahme aber offen.

Weil die Preiserhöhung mit dem Urteil unwirksam ist, dürften Verbund-Kunden nun auf Rückzahlungen hoffen, wie der Verbraucherschutzverein (VSV) gegenüber der österreichischen Austria Presse Agentur (APA) erklärte. Verbund weist in einer Reaktion auf das Urteil allerdings darauf hin, dass es schon im Dezember 2023 mit der Arbeiterkammer Oberösterreich eine Einigung auf freiwillige Rückzahlungen gegeben habe.

Kündigung von Stromkunde bleibt wirksam

Diese "Bonuszahlungen" wurden bereits als Pauschalbeträge zwischen 20 und 85 Euro an die Kunden ausbezahlt. Damit ist aus Sicht von Verbund die Verpflichtung zu Rückerstattungen abgedeckt. Mit zusätzlichen Zahlungen rechnet das Unternehmen laut Mitteilung nicht.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Den Verbraucherschützern ging es nach eigenen Angaben um einen Musterprozess gegen Verbund und andere Energieversorger. Zentral ist dabei die Frage, ob ein Absatz im österreichischen Elektrizitätswirtschaftsgesetz den Stromanbietern unmittelbar das Recht auf Preisanpassungen einräumt. Das Gericht verneinte diese Frage als Berufungsinstanz. Für konkrete Preiserhöhungen seien konkrete vertragliche Vereinbarungen nötig.

Verbund selbst hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, in dem Fall sei "Rechtssicherheit dringend nötig". Diese müsse in der Neufassung des Gesetzes hergestellt werden. Bislang konnte die österreichische Regierung sich aber nicht auf eine Neufassung des Gesetzes einigen.

Keinen Erfolg hatte der Stromkunde, in dessen Namen der VSV das Musterverfahren geführt hat. Verbund hatte diesem nach seinem Einspruch gegen die Preiserhöhung gekündigt. Diese Kündigung war laut Handelsgericht rechtens. Auch wies das Gericht eine Schadensersatzforderung des Stromkunden wegen der erhöhten Preise ab. Eine Revision gegen das Urteil ist laut APA nicht möglich.

Die Verbund-Aktie notiert im Tradegate-Handel aktuell 0,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 75,90 Euro (Stand: 11.6.2024, 13:07 Uhr). In den letzten sechs Monaten hat die Aktie 10 Prozent an Wert eingebüßt, auf Jahressicht ist sie weiterhin 2,5 Prozent im Plus.

Wie attraktiv ist die Verbund-Aktie?

Zwischen Dezember und Februar war der Kurs drastisch eingebrochen, da sich abzeichnete, dass die zwischenzeitlich sehr hohen Strompreise sinken würden. Seitdem erholt die Aktie sich wieder. Insgesamt schwankte der Kurs im Zuge der Turbulenzen am Energiemarkt in den letzten drei Jahren immer wieder deutlich, dennoch ist die Verbund-Aktie auf Sicht von fünf Jahren 61 Prozent im Plus.

ECOreporter sieht die Aktie weiterhin als gutes langfristiges Investment. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 für 2024 ist moderat. Anlegerinnen und Anleger können mit einer kleinen Position einsteigen, müssen allerdings mit weiteren Kursschwankungen rechnen, solange sich die Gewinnsituation des Unternehmens nach den Rekordjahren normalisiert. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 liegt bei hohen 3,4 Prozent.

Verbund ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse. Ein Unternehmens-Porträt finden Sie hier.

Lesen Sie auch unseren Überblick Nachhaltige Mittelklasse-Aktien: Diese ECOreporter-Favoriten sind aktuell empfehlenswert und die Branchen-Übersicht Von Bloom Energy bis Linde: Das sind die spannendsten Wasserstoff-Aktien

Verbund AG: ISIN AT0000746409 / WKN 877738

Verwandte Artikel

28.05.24
 >
22.05.24
 >
08.05.24
 >
23.04.24
 >
02.06.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x