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Tesla mit schwachen Zahlen – Aktie legt dennoch zu
Der US-Elektroautobauer Tesla hat im vierten Quartal 2024 die Markterwartungen verfehlt. Im Mittelpunkt stehen an der Börse aber Versprechungen des umstrittenen Konzernchefs Elon Musk zum autonomen Fahren und zur Robotertechnologie.
Teslas Umsatz stieg im Zeitraum Oktober bis Dezember im Jahresvergleich zwar um 2 Prozent auf 25,7 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt aber mit rund 27,3 Milliarden Dollar gerechnet. Außerdem gab der Umsatz im Autogeschäft um 8 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar nach. Ein Grund dafür dürften die hohen Rabatte des Konzerns sein.
Neue Versprechungen zum autonomen Fahren
Die operative Marge lag bei 6,2 Prozent und damit nur noch auf dem Niveau klassischer Autohersteller. Noch 2022 hatte Tesla Margen von mehr als 19 Prozent erzielt, ein Niveau, das sonst nur Hersteller von Luxussportwagen wie Ferrari erreichen. Teslas Gewinn fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um 71 Prozent auf gut 2,3 Milliarden Dollar.
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Tesla-Chef Musk machte unterdessen einmal mehr Versprechungen zum vollautomatischen Fahren. Der Robotaxi-Dienst des Konzerns soll demnach im Juni in der US-Großstadt Austin starten und 2026 in den ganzen USA. Bis Ende kommenden Jahres soll der Service auch "in den meisten anderen Ländern" angeboten werden. Dafür bräuchte es aber noch behördliche Genehmigungen.
Ob Tesla seine Pläne diesmal einhalten kann, ist unklar. Musk kündigt bereits seit 2018 selbstfahrende Autos an. Bisher ist aber auch die fortgeschrittene Version von Teslas "Autopilot"-System nur ein normales Fahrassistenzsystem, das menschliche Aufsicht benötigt – trotz des Beinamens "Full Self-Driving" (FSD, komplett selbstfahrend). Konkurrenten wie die Google-Schwesterfirma Waymo bieten unterdessen längst Robotaxi-Dienste ohne Menschen am Steuer in mehreren US-Städten an.
Teslas Pläne sind wegen des technologischen Sonderwegs des Konzerns beim autonomen Fahren umstritten. Anders als ein Großteil der Branche beharrt Musk auf ein System, das lediglich Kameras verwendet. Der Rest der Branche, auch Waymo, setzt hingegen auf teure Laser-Radare.
Funktioniert das "Vision-Only"-System von Tesla, hätte der Konzern einen enormen Kostenvorteil und könnte mehrere Millionen Fahrzeuge nur per Software-Update zu selbstfahrenden Autos machen. Experten befürchten aber Abstriche bei der Sicherheit. Die auch unter dem Namen Lidar bekannten Laser-Radare tasten die Umgebung der Fahrzeuge dreidimensional ab, Kameras können so etwas nicht. Andere Hersteller lehnen es deshalb ab, autonome Autos nur mit Kameras auf die Straße zu schicken.
Musk hingegen bekräftigte am Mittwoch seine Position: "Menschen schießen beim Fahren auch keine Laserstrahlen aus ihren Augen", so der Milliardär. Lidar sei "eine Sackgasse". Der Tesla-Chef hält auch daran fest, dass die Produktion von Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale im kommenden Jahr beginnen soll.
Auch Teslas humanoider Roboter mit dem Namen Optimus war wieder Thema. Dieser könne, so Musk, irgendwann 100 Milliarden Dollar an Umsatz einfahren – pro Monat. Bis zum Jahresende will der Konzern 10.000 Optimus-Roboter herstellen. Der Elektrotruck Semi, einst ein Hoffnungsträger des Unternehmens, sei beim Umsatz gegenüber der Robotertechnologie hingegen vernachlässigbar.
Im laufenden Jahr will Tesla wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren und die Fahrzeugproduktion um 60 Prozent steigern. "Wir bereiten uns auf ein meiner Meinung nach episches Jahr 2026 und lächerlich gute Jahre 2027 und 2028 vor", so Musk. Finanzvorstand Vaibhav Taneja bekräftigte zudem, dass man 2025 neue Autos auf den Markt bringen wolle, darunter ein neues günstigeres Modell in der ersten Jahreshälfte.
Wie nachhaltig ist die Tesla-Aktie?
Bei Anlegerinnen und Anlegern scheinen Musks Visionen aktuell wichtiger zu sein als die schwachen Zahlen des Konzerns. Im Tradegate-Handel ist die Tesla-Aktie heute 3,8 Prozent im Plus und kostet 387,85 Euro (Stand: 30.1.2025, 9:32 Uhr). Auf Monatssicht notiert die Aktie 2,5 Prozent im Minus, im Jahresvergleich ist der Kurs um 119,3 Prozent gestiegen.
Tesla hatte 2024 den ersten Rückgang der Auslieferungen seiner Elektroautos seit mehr als einem Jahrzehnt erlitten. Der Konzern lieferte knapp 1,8 Millionen Fahrzeuge an die Kunden aus. Das waren 19.355 weniger als 2023. Konzernchef Musk hatte ursprünglich einen leichten Anstieg in Aussicht gestellt. ECOreporter berichtete hier.
Musks Unterstützung von Donald Trump hat die Tesla-Aktie in den letzten Monaten stark steigen lassen. ECOreporter rät weiter vom Einstieg in die Aktie ab. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 136 für 2025 und 111 für 2026 ist sie deutlich überhitzt.
Zudem gibt es erhebliche Risiken im China-Geschäft: Sollte Donald Trump den Handelskrieg der USA mit China weiter verschärfen, könnte für Tesla einer der wichtigsten Märkte wegbrechen. Der deutsche Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet zudem damit, dass "die vielen negativen Äußerungen von Elon Musk" die Verkäufe des Konzerns in Deutschland und Europa bremsen dürften.
Musk postet auf seiner Plattform X immer häufiger demokratiefeindliche Statements, zuletzt beschimpfte er beispielsweise deutsche Politiker und forderte die Freilassung des inhaftierten britischen Rechtsradikalen Tommy Robinson. In Deutschland unterstützt er zudem offen und aggressiv die AfD. Für ECOreporter ist sein Gebaren mit nachhaltigen Grundsätzen kaum vereinbar.
Tesla Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
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