Veganz-Gründer Jan Bredack verlässt das Unternehmen. / Foto: Veganz

  Nachhaltige Aktien

Veganz bekommt neuen Chef – Gründer und Vorstandsvorsitzender geht

Der vegane Lebensmittelhersteller Veganz bekommt einen neuen Chef. Der Gründer und bisherige Vorstandsvorsitzende, Jan Bredack, verabschiedet sich Ende September zu einer verkauften Tochter des Unternehmens aus Ludwigsfelde bei Berlin.

Ab 1. Oktober 2025 übernimmt laut Unternehmen "der erfahrene Finanzexperte" Rayan Tegtmeier die Leitung von Veganz. Tegtmeier verfügt demnach "über mehr als 24 Jahre Erfahrung in der Entwicklung zukunftsweisender Wachstumsstrategien" und "hat Unternehmen in über 35 Ländern erfolgreich weiterentwickelt". Er soll Veganz laut Mitteilung als Technologieunternehmen weiterentwickeln.

Bredack wird Chef von Ex-Tochter OrbiFarm

Jan Bredack hatte Veganz 2011 als vegane Supermarktkette gegründet, dieses Geschäftsmodell gab das Unternehmen aber mangels Erfolg 2023 auf. Seitdem konzentriert der Konzern sich auf die Lebensmittelherstellung. Das aktuelle Produktportfolio umfasst Süßwaren, Snacks, Milch-, Käse- und Fleischalternativen.

Lesen Sie auch unser Dossier Vegane Aktien: Welche tierfreien Investments sich jetzt lohnen können.

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Bredack wird nun Geschäftsführer der OrbiFarm GmbH, einer ehemaligen Tochter von Veganz. Veganz hat OrbiFarm in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME aufgebaut. Das Unternehmen ist auf pestizidfreie Pflanzenzucht in geschlossenen Räumen, sogenanntes Indoor-Farming, spezialisiert. Der Fokus liegt auf Protein- und Arzneipflanzen.

Veganz hatte OrbiFarm in diesem Jahr für 30 Millionen Euro an einen nicht genannten Käufer veräußert. Ursprünglich wollten die Ludwigsfelder das Geschäft mit Indoor-Farming selbst weiterentwickeln, hatten sich dann aber ganz davon getrennt.

"In diesem Unternehmen steckt unglaublich viel Herzblut von mir, und ich bin überzeugt, dass die Veganz Group AG ihren eingeschlagenen Erfolgsweg nachhaltig fortsetzen wird", erklärte Bredack. "Ich werde diesen Weg als größter Aktionär selbstverständlich weiter begleiten, freue mich aber auch auf meine neue Herausforderung als Geschäftsführer der OrbiFarm GmbH, der ich mich nunmehr zu 100 Prozent widme."

Unklare Erfolgsaussichten

Die Veganz-Gruppe ist nach Mitteilung der Personalie aktuell 2,4 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 18,25 Euro (Stand: 4.8.2025, 10:48 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 15,1 Prozent zu, im Jahresvergleich stieg der Kurs um 30,5 Prozent.

Ob Veganz' Strategie als Lebensmittelhersteller gelingt und das Unternehmen tatsächlich absehbar profitabel arbeiten wird, ist schwer einzuschätzen. Große Lebensmittelkonzerne sind ebenfalls im Markt für tierfreie Lebensmittel aktiv, sind dabei finanziell stärker aufgestellt als Veganz und verfügen über bessere Margen. Dem Konzern fehlt außerdem ein echtes Alleinstellungsmerkmal. ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg in die Veganz-Aktie ab.

Auch die Anleihe des Unternehmens ist aus Sicht der Redaktion nicht empfehlenswert. Auf der Handelsplattform Tradegate notiert sie derzeit bei 68,00 Prozent ihres Nennwertes (Stand 4.8.2025, 10:56 Uhr). Damit hat sich der Kurs in den letzten Monaten zwar ebenso wie die Aktie etwas erholt, ist aber weiter weit vom Nennwert entfernt.

Veganz Group AG Aktie:  ISIN DE000A3E5ED2 / WKN A3E5ED

Veganz Anleihe 2020/2025: ISIN DE000A254NF5 / WKN A254NF

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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