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Veganz meldet Umsatzrückgang im ersten Halbjahr
Der vegane Berliner Lebensmittelhersteller Veganz hat im ersten Halbjahr 2024 auch aufgrund einer Reduzierung seines Sortiments weniger Umsatz erzielt und mehr Verlust gemacht. Auch für das Gesamtjahr wird der Konzern pessimistischer und erwartet, dass das Minus steigt.
Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten dieses Jahres von 9 Millionen Euro im Vorjahr auf 7 Millionen Euro zurück. Das lag laut Veganz unter anderem an einer schwachen Nachfrage. Vor allem aber reduzierte das Unternehmen sein Sortiment.
Mehr Verlust erwartet
Veganz will die Profitabilität seines Sortiments steigern und hat im ersten Halbjahr besonders in die Produktion des Milchersatzprodukts Milik und den Fleischersatz Peas on Earth investiert. Die Rohertragsmarge verbesserte sich im Vergleich zu 2023 von 33,8 auf 36,1 Prozent, und der Umsatz mit Eigenproduktionen stieg von 2,4 auf 18 Prozent.
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Obwohl das Unternehmen sparte, "führten die hohen Investitionen in Produktionskapazitäten und Innovationsprodukte" dazu, dass das Minus beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 39 Prozent auf 4,3 Millionen Euro stieg. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 5,5 Millionen Euro.
Der Barmittelbestand sank im ersten Halbjahr von 5,3 auf 2,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich zwischen Januar und Juni von 26,1 auf 5,2 Prozent. Als Faustregel wird eine Eigenkapitalquote von 20 Prozent als gesund und mehr als 30 Prozent als sehr gut angesehen.
Die Umstellung des Produktmixes auf mehr profitable Produkte ist laut Veganz noch immer nicht abgeschlossen. Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet das Unternehmen nun einen "deutlichen Umsatzrückgang". Bisher war ein Rückgang "über Vorjahresniveau" erwartet worden. Zudem soll der Verlust steigen – zuvor hatte Veganz eine Reduzierung des Defizits in Aussicht gestellt. Kostensenkungen würden den Umsatzverlust durch Sortimentsbereinigung und die Anlaufkosten in der Produktion nicht ausgleichen können, so das Unternehmen.
Wie Veganz zudem mitteilte, hat das Unternehmen mit der US-Investmentbank DelMorgan einen Vertrag zur Ausgabe einer Hybridanleihe abgeschlossen. Veganz kooperiert dabei mit dem US-Family Office Sterling Group, das bereits eine 10 Millionen Euro umfassende Eigenkapitalfinanzierung mit Veganz unterzeichnet hat. Die Anleihe soll in den nächsten Wochen einem "großen Netzwerk an Investoren" angeboten werden. Veganz will die Einnahmen "zur Finanzierung von neuen Produktionsanlagen, zur Kapazitätserweiterung und zur Internationalisierung der Produktion" verwenden.
Die Veganz-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 1,3 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 9,22 Euro (Stand: 26.9.2024, 9:21 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 29,1 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 58,7 Prozent an Wert verloren.
Der teure Umbau des Produktsortiments zahlt sich für das Unternehmen bislang nicht aus, stattdessen sinkt das Eigenkapital durch die Investitionen deutlich. Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Die Aktie hat in den letzten drei Jahren rund 90 Prozent ihres Werts verloren. ECOreporter rät weiterhin vom Einstieg ab.
Die mit 7,5 Prozent verzinste Anleihe von Veganz notiert an der Börse Stuttgart aktuell bei 49,00 Prozent ihres Nennwertes (Stand 26.9.2024, 9:36 Uhr). ECOreporter hatte sich das Anleiheangebot hier näher angesehen. Auch bei der Anleihe rät die Redaktion vom Kauf ab.
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Veganz Group AG Aktie: ISIN DE000A3E5ED2 / WKN A3E5ED
Veganz Anleihe 2020/2025: ISIN DE000A254NF5 / WKN A254NF