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Institutionelle / Anlageprofis, Fonds / ETF
Vermögensverwalter EB-SIM setzt sich für mehr Wassersicherheit ein
Der Vermögensverwalter EB – Sustainable Investment Management (EB-SIM), eine Tochter der Evangelischen Bank (EB) in Kassel, engagiert sich verstärkt für das Thema Wassersicherheit. Hierzu hat das Unternehmen ein Positionspapier veröffentlicht und seinen gesamten Portfoliobestand auf mögliche Wasserrisiken analysiert.
Infolge der Überprüfung werden nun laut EB-SIM "mit fünf Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Baustoffe und Basiskonsumgüter zielgerichtete Engagement-Dialoge in Eigenregie geführt". Die Namen der Unternehmen wurden nicht genannt. Zudem kooperiert die EB-SIM im Bereich Wasser mit dem Carbon Disclosure Project (CDP). Das CDP ist eine Non-Profit-Organisation mit dem Ziel, dass Unternehmen und Kommunen Umweltdaten veröffentlichen, neben Treibhausgasemissionen etwa auch zum Wasserverbrauch.
Vereinte Nationen sehen Handlungsbedarf
"Wir wollen positive Veränderungen bei Unternehmen bewirken. Hierzu führen wir gezielte Unternehmensdialoge", sagt André Höck, Head of Sustainability and Strategy bei der EB-SIM. "Diese Engagement-Strategie ist bei der überlebenswichtigen und knappen Ressource Wasser besonders bedeutend."
Die EB-SIM verweist auf einen UNICEF-Bericht, laut dem der Menschheit nicht mal ein Prozent vom globalen Wasserbestand für den Süßwasserbedarf zur Verfügung stehen. Der größere Teil ist demnach in Gletschern gefroren oder Salzwasser (97 Prozent). Mit wachsender Weltbevölkerung und Wirtschaftsaktivität steige auch der Wasserbedarf für Trinkwasser, Nahrungsmittelproduktion, Industrie und Haushalte. In Verbindung mit einem regional konzentrierten Anstieg der Wassernachfrage erwarten die Vereinten Nationen ohne eine Änderung von Verbrauchs- und Produktionsmustern bis 2030 ein weltweites Defizit von 40 Prozent bei der Wasserversorgung.
Daraus erwachsen auch für Unternehmen sowie Anlegerinnen und Anleger Risiken, so die EB-SIM. Demnach geben 69 Prozent der dem CDP berichtenden börsennotierten Unternehmen an, dass wasserbezogene Risiken zu materiellen Veränderungen ihrer Geschäftstätigkeit beitragen können. Dem CDP zufolge stuften 2020 Unternehmen die maximalen finanziellen Auswirkungen identifizierter Wasserrisiken auf 301 Milliarden US-Dollar ein – fünfmal höher als notwendige Investitionen, diese Risiken anzugehen (55 Milliarden Dollar).
Zu den Risiken zählen demnach physische Faktoren wie Fluten oder abnehmende Wasserqualität, aber auch Übergangs- und regulatorische Risiken, etwa Datenverfügbarkeit oder strengere Entnahme- und Einleitungsgenehmigungen. Hinzu kommen Reputationsrisiken wie öffentliche Widerstände, Rechtsstreitigkeiten oder verändertes Verbraucherverhalten.
Investitionen, um Wasserrisiken zu bewältigen, bieten Unternehmen dem CDP zufolge verschiedene Vorteile. Wer durch Effizienzsteigerungen den Wasserverbrauch in Produktionsprozessen reduziert, kann demnach signifikant Kosten sparen. Durch innovative Lösungen zur Reduzierung von Wasserrisiken ließen sich überdies neue Märkte erschließen, Umsätze diversifizieren und die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Zudem können Unternehmen laut CDP ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingten Auswirkungen von Wassermangel erhöhen und die Zuverlässigkeit ihrer Lieferketten sicherstellen.
Die EB-SIM verwaltet vor allem Fonds für Profiinvestoren, bietet mit dem Quadoro Erneuerbare Energien Europa (ISIN DE000A3EK2V6) aber auch einen offenen Infrastrukturfonds an, an dem sich private Anlegerinnen und Anleger beteiligen können (ECOreporter berichtete hier). Ein ECOanlagecheck des Fonds ist in Arbeit.