Die angebliche Agrarvis Forst- und Energiegenossenschaft bietet unter anderem Forstinvestments an. / Symbolfoto: Pixabay

  Anleihen / AIF, Wachhund

Österreichische Finanzbehörde ermittelt gegen Agrarvis Forst- und Energiegenossenschaft

Die Finanzmarktaufsicht Österreich (FMA) bittet österreichische Bürgerinnen und Bürger, die Geld bei dem angeblichen Unternehmen Agrarvis Forst- und Energiegenossenschaft angelegt haben, um Mithilfe. Offenbar haben einige Investoren ihr Geld nicht zurückerhalten, und laut FMA ist es fraglich, ob das Unternehmen überhaupt existiert.

In einer Mitteilung der Behörde heißt es: „Die FMA hat zur „Agrarvis“ festgestellt, dass sie nicht im österreichischen Firmenbuch eingetragen ist. Ein Lokalaugenschein an der angegebenen Wiener Innenstadtadresse (Tuchlauben 7a, 1010 Wien) ergab, dass die „Agrarvis“ dort nicht aufzufinden ist. Es gibt bereits erste Beschwerden von Investor:innen, die angeben, nach Investitionen bei der „Agrarvis“ ihr eingesetztes Kapital nicht mehr zurückzubekommen. Die FMA bittet österreichische Betroffene, die gegebenenfalls mit der „Agrarvis“ in Kontakt stehen oder dort Gelder investiert haben, um sachdienliche Hinweise. Nach Kenntnis der FMA werden Produkte einer Agrarvis Timber Capital I/II/III eG mit den Bezeichnungen „Waldportfolio“ und „Geschäftsanteile Agrarvis Timber Capital III“ angeboten.“

Mitte September hatte bereits die deutsche Finanzaufsicht BaFin vermutet, dass Agrarvis die Finanzprodukte „Waldportfolio“ und „Geschäftsanteile Agrarvis Timber Capital III“ ohne dafür vorgeschriebene Verkaufsprospekte in Deutschland vertreibt (ECOreporter berichtete hier).

Eine schriftliche Anfrage von ECOreporter über die Agrarvis-Website zu dem Thema war unbeantwortet geblieben. Mittlerweile beschäftigen sich mehrere Rechtsanwälte mit Agrarvis. Laut dem Portal „Fonds professionell“ vermutet eine der Kanzleien, dass es Hunderte Geschädigte gibt. Die Anwälte würden auch Vermittler in die Pflicht nehmen, weil diese offenbar nicht im österreichischen Firmenbuch nachgesehen hatten, ob die Emittentin der Finanzprodukte tatsächlich existiert.

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