Alstom plant die Ausgabe neuer Aktien. / Foto: Alstom

  Nachhaltige Aktien

Alstom will Dividende aussetzen und Schulden abbauen

Der französische Eisenbahnbauer Alstom wird weiterhin von der teuren Übernahme des Konkurrenten Bombardier ausgebremst. Neue Kapitalmaßnahmen sollen den Schuldenstand jetzt deutlich verringern.

Spätestens im September möchte Alstom eine Kapitalerhöhung um rund 1 Milliarde Euro durchführen. Großaktionäre sollen bereits zugesagt haben, sich daran zu beteiligen. Zudem plant Alstom den Verkauf von Unternehmenssparten für rund 700 Millionen Euro und neue Hybridanleihen mit einem Volumen von mehr als 750 Millionen Euro. Im April hatte das Management bereits den Verkauf seiner nordamerikanischen Bahnsignaltechnik-Sparte an das Münchner Unternehmen Knorr-Bremse angekündigt (ECOreporter berichtete hier).

Das Tagesgeschäft läuft bei Alstom derzeit solide. Im Geschäftsjahr 2023/2024 (April bis März) stieg der Umsatz um 6,7 Prozent auf 17,6 Milliarden Euro. Der Auftragseingang sank allerdings um etwa 8 Prozent auf knapp 19 Milliarden Euro.

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Der Gewinn vor Zinsen und Abschreibungen (EBIT) lag mit 997 Millionen Euro 17 Prozent über dem Vorjahreswert. Wegen der hohen Kreditbelastungen aus der Bombardier-Übernahme stieg der Nettoverlust von 132 auf 309 Millionen Euro, der freie Cashflow betrug minus 557 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung erhöhte sich auf Jahressicht von 2,1 auf knapp 3 Milliarden Euro. Bis 2025 möchte Alstom ein Drittel des Schuldenbergs abbauen. Deshalb soll auch für das Geschäftsjahr 2023 keine Dividende ausgeschüttet werden.

2024 rechnet das Management mit ungefähr 5 Prozent mehr Umsatz und einer um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge von etwa 6,5 Prozent. 2023 lag die Marge bei 5,7 Prozent.

An der Börse kommen die Finanzierungspläne von Alstom gut an. Die Aktie notiert auf Wochensicht mehr als 6 Prozent im Plus, aktuell kostet sie im Tradegate-Handel 16,64 Euro (Stand 10.5.2024, 11:09 Uhr).

46 Prozent Plus seit Januar

Die Aktie hat seit dem Bombardier-Kauf 2021 stark an Wert verloren. Im Jahresvergleich notiert sie 30 Prozent im Minus, auf drei Jahre gesehen hat sie 65 Prozent eingebüßt. Seit März deutet sich eine Erholung auf niedrigem Niveau an.

ECOreporter sieht trotz der Schuldenprobleme realistische Chancen, dass Alstom mittelfristig wieder gute Ergebnisse erzielen wird. Abgesehen von der Bombardier-Übernahme laufen die Geschäfte des Konzerns weitestgehend stabil. Risikofreudige Anlegerinnen und Anleger mit langem Investitionshorizont können überlegen, nach den Kursverlusten in die Aktie einzusteigen oder bestehende Positionen aufzustocken. Seit einer entsprechenden ECOreporter-Empfehlung im Januarist der Kurs um 46 Prozent gestiegen.

Lesen Sie auch das zweiteilige ECOreporter-Dossier 20 nachhaltige Eisenbahnaktien: Unterwegs auf grünen Schienen.

Alstom S.A.: ISIN FR0010220475 / WKN A0F7BK

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