Wie aussichtsreich sind die Aktien von Eisenbahnbetreibern wie Canadian National Railway, FirstGroup oder Central Japan Railway? / Foto: Canadian National Railway

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Unterwegs auf grünen Schienen: Bei welchen Eisenbahn-Aktien sich der Einstieg lohnen kann

Die weltweite Bahnbranche steht robust da, wenn auch mit spürbaren regionalen Unterschieden. In Nordamerika steht der Frachtverkehr im Mittelpunkt, in Europa ist mehr Personenverkehr politisch gewollt, und in Japan dominieren Privatunternehmen mit ganzen Ökosystemen rund um die Bahn. In jedem Markt gibt es eigene Herausforderungen. ECOreporter hat sich 17 besonders nachhaltige Bahnaktien näher angesehen. In Teil eins des Überblicks geht es um Bahnbetreiber.

Bei der Klimabilanz ist die Eisenbahn ein echter Champion, egal ob Menschen oder Güter transportiert werden: Ein herkömmlicher Pkw stößt pro Fahrgast fünfmal so viele Treibhausgase aus wie ein Personenzug. Flugzeuge sind mindestens siebenmal so klimaschädlich wie die Bahn. Und im Vergleich zu einem Lkw produziert die Bahn etwa 80 Prozent weniger CO2-Emissionen je Tonnenkilometer.

Corona im Rückspiegel, Trump vor der Nase

Diese Angaben stammen unter anderem vom Umweltbundesamt. Und sie legen für die Bahn einen Strommix zugrunde, der noch Kohle enthält. Die Klimabilanz von Zügen dürfte sich in den nächsten Jahren also weiter verbessern, denn der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtstromerzeugung nimmt stetig zu. 2025 lag er laut Statistischem Bundesamt bei 58,6 Prozent. Die Bahn ist damit derzeit neben Fernbussen das umweltfreundlichste Massenverkehrsmittel und wird es wahrscheinlich noch lange bleiben. Beim Güterverkehr produziert nur die Binnenschifffahrt ähnlich wenige Emissionen.

Das haben auch langfristig denkende Investoren erkannt – entsprechend stark sind jahrelang die Aktienkurse von börsennotierten Bahnbetreibern und ihren Zulieferern gestiegen. Dann kam Corona. Viele Menschen pendelten und verreisten nicht mehr, das Frachtaufkommen brach ein und in der Folge auch die Kurse von Eisenbahnaktien. Einige sind immer noch vergleichsweise niedrig bewertet, obwohl sich die wirtschaftlichen Aussichten der Unternehmen längst wieder aufgehellt haben. Heißt: Hier können sich Einstiegschancen bieten, auch wenn Donald Trumps wirre Handels- und Außenpolitik aktuell für Unsicherheit sorgt.

Bei der Ausrichtung der Bahnbranche gibt es wesentliche regionale Unterschiede. In Europa etwa setzt die Politik stark auf den Ausbau des Bahnverkehrs. Allerdings sind große Konzerne wie die Deutsche Bahn oder die französische Eisenbahngesellschaft SNCF mehrheitlich oder ganz in öffentlicher Hand und an keiner Börse gelistet.

Nordamerika, Europa, Japan – unterschiedliche Schwerpunkte

In den USA und Kanada steht nicht die Personenbeförderung, sondern der Frachtverkehr im Vordergrund. Probleme machen hier besonders die destruktive Zollpolitik von US-Präsident Trump und die angespannte wirtschaftliche Stimmung in den Vereinigten Staaten, die die Nachfrage und damit auch den Warentransport belastet.

In Japan steht wie in Europa der Personenverkehr im Vordergrund, ist hier allerdings fest in privater Hand. Das japanische Bahnsystem steht dennoch für Pünktlichkeit und Effizienz – und für ein Geschäft, das nicht nur auf Ticketverkäufe setzt. Japanische Bahnkonzerne haben teils ganze Ökosysteme rund um das Bahnnetz aufgebaut und besitzen etwa auch die Bahnhöfe mit Shoppingcentern und Hotels. Probleme bereiten hier vor allem die Überalterung der Bevölkerung und der begrenzte Platz auf den japanischen Inseln.

ECOreporter hat besonders nachhaltige Eisenbahnaktien herausgesucht. Fast alle sind in tiefgrünen Fonds vertreten, die nach sehr strengen Kriterien zusammengestellt werden. Und auch die Redaktion hat die Papiere eingehend auf ihre Nachhaltigkeit abgeklopft. Klimafreundliche Antriebe, hohe soziale Standards, umfassende Umweltschutzkonzepte, digitale Innovationen – diese Unternehmen helfen mit, Eisenbahnen und Busse so grün wie möglich zu machen. Ein Kritikpunkt aus nachhaltiger Sicht: Die Unternehmen, die Güterzüge fahren lassen, transportieren damit beispielsweise auch Kohle oder Öl.

Im ersten Teil des Branchenüberblicks stellt ECOreporter neun Bahnbetreiber vor, darunter Union Pacific, Central Japan Railway und die ECOreporter-Favoriten-Aktie Canadian National Railway. Im zweiten Teil, den Sie hier lesen können, analysiert die Redaktion unter anderem den Bahn-IT-Dienstleister IVU Traffic, den Bremsenspezialisten Knorr-Bremse und den Eisenbahnbauer Alstom.

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