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Anleihen / AIF, Crowd-Investment, Wachhund
Anleihe-Emittentin Onomotion GmbH mit Insolvenzantrag
Die Onomotion GmbH aus Berlin hat das elektrische Lastenfahrrad „die ONO“ konstruiert, das seit 2020 hergestellt wird. Um das Geschäft auszubauen und neue Märkte zu erschließen, brachte das Unternehmen zur Finanzierung 2022 eine Anleihe mit einem geplanten Volumen von bis zu 15 Millionen Euro auf den Markt. Mittlerweile hat Onomotion einen Insolvenzantrag gestellt.
Die Vermittlung der nicht börsennotierten Anleihe erfolgte laut Wertpapier-Prospekt (vom 24.11.2022) über die GLS Gemeinschaftsbank eG, die Internetplattform GLS Crowd, Umweltfinanz und die OneCrowd Securities GmbH, die unter anderem unter der Marke Econeers auftritt.
Gemäß den Angaben auf der Internetseite des Online-Vermittlers GLS Crowd (Abruf: 6.10.2024) wurden bei der Onomotion-Anleihe 559.000 Euro online vermittelt und 3.505.000 Euro offline vermittelt.
Geschäfte innerhalb der Onomotion-Gruppe
GLS Crowd hatte zudem ein Crowdinvesting der Onomotion eCargobike GmbH vermittelt, das nach Angaben von GLS Crowd und Onomotion (vom 25.4.2022) mit 3,0 Millionen Euro vollständig platziert wurde. Die Onomotion eCargobike GmbH ist eine Tochtergesellschaft der Onomotion GmbH. Geplant war laut Vermögensanlagen-Informationsblatt (Stand: 12.11.2021), der Onomotion eCargobike GmbH durch die Gewährung von Nachrangdarlehen den Erwerb von eCargobikes von der Onomotion GmbH zu ermöglichen. Diese von einem Drittunternehmen produzierten Räder sollten dann direkt wieder an die Onomotion GmbH vermietet werden.
Welche Anordnungen das Insolvenzgericht für die Onomotion GmbH getroffen hat und warum ECOreporter das Anleiheangebot bereits zum Vertriebsstart kritisch gesehen hat und nach der Analyse veröffentlichte Zahlen die Einschätzung bestätigen, erfahren Sie im Folgenden.
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Vorläufige Insolvenzverwalterin bestellt
In dem Verfahren über den Antrag der Onomotion GmbH auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen hat das Amtsgericht Charlottenburg (gemäß der Plattform insolvenzbekanntmachungen.de) am 26.9.2024 zur Verhinderung nachteiliger Veränderungen in der Vermögenslage der Schuldnerin bis zur Entscheidung über den Insolvenzantrag angeordnet:
1. Maßnahmen der Zwangsvollstreckung einschließlich der Vollziehung eines Arrestes oder einer einstweiligen Verfügung gegen die Schuldnerin werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenstände betroffen sind; bereits begonnene Maßnahmen werden einstweilen eingestellt.
2. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wird die Rechtsanwältin Ulrike Hoge-Peters, Pariser Straße 42, 10707 Berlin bestellt.
Verfügungen der Schuldnerin über Gegenstände des schuldnerischen Vermögens sind nur noch mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin wirksam.
Analyse von ECOreporter
Nach einem Jahresüberschuss von rund 200.000 Euro in 2020 verzeichnete die Anleihe-Emittentin für ihr Geschäftsjahr 2021 einen Jahresfehlbetrag von rund 2,7 Millionen Euro. Gemäß den Angaben im Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 betrug der Jahresfehlbetrag 2022 rund 6,9 Millionen Euro. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 ist noch nicht im Unternehmensregister veröffentlicht (Stand: 7.10.2024).