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Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister
Bankengruppe ProCredit: Aktie gewinnt seit 2022 fast 300 %
Die vor allem in Südost- und Osteuropa tätige ProCredit-Bankengruppe ist im letzten Jahr erneut gewachsen, hat aber weniger Gewinn erzielt. Trotzdem bleibt die Dividendenrendite hoch. Für 2025 geht das Management von weiteren Zuwächsen aus und hofft auf eine positive Entwicklung in der Ukraine.
Das Kreditportfolio der Bankengruppe vergrößerte sich 2024 von 6,2 auf 7,0 Milliarden Euro. Zwei Drittel der Zuwächse entfielen auf Kredite an kleine Unternehmen und Privathaushalte. ProCredit betreute Ende 2024 eigenen Angaben zufolge etwa 75.000 Unternehmen in Südost- und Osteuropa.
Die Kundeneinlagen stiegen von knapp 7,3 auf fast 8,3 Milliarden Euro, vor allem wegen des auch in Deutschland deutlich ausgebauten Privatkundengeschäfts – ProCredit zahlt verhältnismäßig hohe Zinsen für Tages- und Festgeld. Überdurchschnittlich stark wuchsen die kleineren Banken der Gruppe in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Moldau und Rumänien.
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Der operative Ertrag verbesserte sich von 413 auf 444 Millionen Euro. Weil ProCredit viel Geld in Wachstumsprojekte investierte, die Mitarbeiterzahl um knapp 740 auf fast 4.700 stieg und in der Ukraine eine außerordentliche Bankensteuer von ungefähr 9 Millionen Euro anfiel, sank der Nettogewinn von 113,4 auf 104,3 Millionen Euro.
Für das Geschäftsjahr 2024 will die Bankengruppe eine Dividende von 0,59 Euro je Aktie zahlen, nach 0,64 Euro im Vorjahr. Mit der neuen Dividende läge die Dividendenrendite auf Basis des aktuellen Aktienkurses bei hohen 5,9 Prozent.
Weniger Kreditausfälle
Weil sich im letzten Jahr vor allem das ukrainische Kreditportfolio stabilisierte, sank der Anteil der ausgefallenen Kredite von 2,7 auf 2,3 Prozent, und es konnten Risikorücklagen von 5,2 Millionen Euro aufgelöst werden. Zudem führte ProCredit im Dezember bei ihrer ukrainischen Tochter eine Kapitalerhöhung von 20 Millionen Euro durch, bei der Nachrangdarlehen in Eigenkapital umgewandelt wurden. Die Maßnahme ist nach Angaben der Bank durch eine Investitionsgarantie der Deutschen Bundesregierung abgesichert.
„In 2024, dem Jahr, in dem wir unsere ambitionierte Skalierungsstrategie auf den Weg gebracht haben, waren unsere Banken direkt in der Lage, in allen strategisch wichtigen Bereichen Ergebnisse zu liefern: starkes Umsatzwachstum, welches insbesondere durch kleinvolumige Engagements und sichtbare Fortschritte in unserem Geschäft mit Privatkund*innen getrieben wurde – bei gleichzeitig anhaltend guter Rentabilität. Durch diese Entwicklungen fühlen wir uns in der strategischen Ausrichtung der Gruppe bestätigt und blicken optimistischer denn je auf unsere mittelfristigen Ziele“, sagt ProCredit-Vorstandschef Hubert Spechtenhauser. „Wir danken in diesem Jahr insbesondere der Deutschen Bundesregierung für das Vertrauen, das sie im Rahmen der Investitionsgarantie in unsere ukrainische Bank gesetzt hat. Wir freuen uns darauf, unsere Unterstützung für ukrainische Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen fortzusetzen und zu verstärken.“
Aktienkurs seit 2022 stark gestiegen
Für 2025 geht Spechtenhauser von einem Wachstum des gruppenweiten Kreditportfolios um etwa 12 Prozent aus. Die Eigenkapitalrendite soll wegen der weiterhin hohen Investitionen wie im letzten Jahr bei ungefähr 10 Prozent liegen. Die für die Beurteilung der finanziellen Stabilität von Banken wichtige harte Kernkapitalquote erwartet ProCredit unverändert bei circa 13 Prozent – ein ordentlicher Wert. Mittelfristig strebt die Gruppe eine Eigenkapitalrendite von 13 bis 14 Prozent an.
Der Aktienkurs der Frankfurter Konzernmutter ProCredit Holding hat sich seit Herbst 2022 fast vervierfacht, nachdem er zuvor wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine stark eingebrochen war. Der Aufwärtstrend hält trotz teils deutlicher Schwankungen weiterhin an, in den letzten drei Monaten hat die Aktie 27 Prozent an Wert gewonnen. Auf fünf Jahre gesehen liegt sie 107 Prozent im Plus. Heute kostet das Papier an der Frankfurter Börse 10,05 Euro (Stand 27.3.2025, 8:08 Uhr).
Nach Einschätzung von ECOreporter verfolgt ProCredit ein solides Nachhaltigkeitskonzept. Ein Fünftel ihrer Kredite hat die Bankengruppe an nachhaltige Projekte vergeben, vor allem Erneuerbare-Energien-Vorhaben. Mittelfristig möchte man eine grüne Kreditquote von 25 Prozent erreichen.
Die Redaktion sieht bei ProCredit eine positive Geschäftsentwicklung, die Aktie bleibt wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten aber ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für einen Einstieg spricht neben der hohen Dividendenrendite das niedrige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5 für 2025 und 4 für 2026.
ProCredit Holding AG & Co. KgaA: ISIN DE0006223407 / WKN 622340
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