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Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister
ProCredit-Bankengruppe wächst weiter – lohnt sich die Aktie?
Die vor allem in Südost- und Osteuropa tätige ProCredit-Bankengruppe bleibt auf Wachstumskurs. Geht es jetzt auch an der Börse wieder aufwärts?
Im ersten Halbjahr 2024 erzielte ProCredit mit Zinseinnahmen und Provisionen einen Gewinn von 219,7 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 191,8 Millionen Euro. Das Kreditportfolio der Bankengruppe wuchs um knapp 7 Prozent, die Einlagen stiegen vor allem aufgrund eines deutlichen Anstiegs im Privatkundengeschäft um 4,1 Prozent – Pro Credit zahlt verhältnismäßig hohe Zinsen für Tages- und Festgeld.
ProCredit bleibt trotz Ukraine-Krieg robust finanziert
Wegen gestiegener Personal-, IT- und Marketingkosten sowie einer höheren Risikovorsorge insbesondere in der Ukraine sank der Nettogewinn von 64,1 auf 57,6 Millionen Euro. Die für die Beurteilung der Finanzstabilität einer Bank wichtige harte Kernkapitalquote lag unverändert zum Vorjahr bei soliden 14,3 Prozent.
„Investitionen in Wachstumskatalysatoren sind in vollem Gange, und etwa 60 Prozent unseres Kreditwachstums wurde in Segmenten geringerer Volumina erzielt“, erläutert der Vorstandsvorsitzende Hubert Spechtenhauser. „Wichtig ist auch, dass viele unserer kleineren Banken Kreditwachstumsraten von deutlich über 10 Prozent erzielten, was ihnen auf dem Weg zu einer kritischen und skalierbaren Größe helfen wird.“
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Für das Gesamtjahr 2024 rechnet ProCredit mit einem währungsbereinigten Wachstum des Kreditportfolios um rund 10 Prozent. Die harte Kernkapitalquote der Gruppe wird bei über 13 Prozent erwartet, die Verschuldungsquote bei rund 9 Prozent.
Die Aktie der Frankfurter Konzernmutter ProCredit Holding AG war im Frühjahr überteuert und befindet sich seit Mai in einer Korrekturphase. Auf drei Monate gesehen hat sie 13 Prozent verloren. Seit Veröffentlichung der neuen Geschäftszahlen am Mittwoch dieser Woche deutet sich eine leichte Aufwärtsbewegung an, gestern gewann die Aktie im Xetra-Handel knapp 4 Prozent. Seit 2022 hat sich der Kurs insgesamt positiv entwickelt, im Jahresvergleich notiert er 13 Prozent im Plus. Heute kostet die Aktie an der Börse Xetra 8,44 Euro (Stand 16.8.2024, 9:02 Uhr).
7,6 Prozent Dividendenrendite
Nach Einschätzung von ECOreporter verfolgt ProCredit ein solides Nachhaltigkeitskonzept. Ein Fünftel ihrer Kredite hat die Bankengruppe an nachhaltige Projekte vergeben, vor allem Erneuerbare-Energien-Vorhaben. Mittelfristig möchte man eine grüne Kreditquote von 25 Prozent erreichen. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit lag bislang auf Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Südost- und Osteuropa, das Privatkundengeschäft gewinnt aber immer mehr an Bedeutung.
ECOreporter sieht bei ProCredit eine positive Geschäftsentwicklung, die Aktie bleibt wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten aber ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für einen Einstieg spricht neben der hohen erwarteten Dividendenrendite von 7,6 Prozent das niedrige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis von 4 für 2024 und 2025.
ProCredit Holding AG & Co. KgaA: ISIN DE0006223407 / WKN 622340