Die ProCredit-Aktie hat im Jahresvergleich 126 Prozent an Wert gewonnen. / Foto: Pixabay / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister

Bankengruppe ProCredit vervielfacht Gewinn

Die vor allem in Südost- und Osteuropa tätige ProCredit-Bankengruppe profitiert in diesem Jahr vom höheren Zinsniveau. Wie interessant ist die Aktie der Frankfurter Konzernmutter ProCredit Holding AG?

In den ersten neun Monaten 2023 erwirtschaftete ProCredit ein Konzernergebnis von 94 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 17,3 Millionen Euro. Das Wachstum geht vor allem auf deutlich höhere Zinsüberschüsse und geringere Aufwendungen für Risikovorsorge zurück. Auch die ProCredit Bank in der Ukraine schreibt in diesem Jahr bislang schwarze Zahlen.

Die Eigenkapitalrendite der Bankengruppe verbesserte sich von 2,7 auf 13,6 Prozent, die für Banken wichtige harte Kernkapitalquote (CET1-Quote) stieg von 13,5 auf 14,9 Prozent und lag damit in etwa im bundesdeutschen Durchschnitt. Der Anteil ausgefallener Kredite ging von 3,3 auf 3,0 Prozent zurück. Die Einlagen erhöhten sich vor allem wegen des deutlich gewachsenen Privatkundengeschäfts um 10 Prozent (649 Millionen Euro).

Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung hat die Konzernleitung die erwartete Eigenkapitalrendite für dieses Jahr von 8 bis 10 Prozent auf ungefähr 12 Prozent angehoben. Die CET1-Quote soll weiterhin über 13 Prozent liegen. Ein Drittel der bisherigen Gewinne ist für Dividendenzahlungen im nächsten Jahr vorgesehen.

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Der ProCredit-Vorstandsvorsitzende Hubert Spechtenhauser gibt sich weiterhin vorsichtig: „Es ist wichtig zu betonen, dass wir noch immer erhöhte Unsicherheiten und Risiken sehen – aufgrund des herausfordernden operativen Umfelds in einigen Märkten sowie aufgrund des weiterhin andauernden Kriegs gegen die Ukraine. Aber wir bleiben zuversichtlich. Das Neunmonatsergebnis unterstreicht dabei aus unserer Sicht unsere mittelfristigen Ziele und stellt das mittel- und langfristige Ertragspotenzial unseres Geschäftsmodells unter Beweis.“

ProCredit bemüht sich, seine Aktivitäten auf die Klimaziele von Paris auszurichten. Nach Angaben der Bankengruppe sind mittlerweile mehr als 20 Prozent der vergebenen Kredite an nachhaltige Projekte gebunden. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Südost- und Osteuropa.

Die ProCredit-Aktie setzt ihren starken diesjährigen Aufwärtstrend fort. Heute kostet sie im Xetra-Handel 8,08 Euro und damit 1,8 Prozent mehr als gestern (Stand 14.11.2023, 9:43 Uhr). Auf zwölf Monate gesehen hat sie 126 Prozent zugelegt. In den Vorjahren schwankte der Kurs deutlich: Auf drei Jahre gesehen ist er derzeit 35 Prozent im Plus, auf fünf Jahre hat er 21 Prozent verloren.

ProCredit bleibt nach Einschätzung von ECOreporter wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für die Aktie sprechen das günstige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von 5 und die sehr gute erwartete Dividendenrendite von 7,1 Prozent.

ProCredit bietet in Deutschland auch Finanzprodukte für private Anlegerinnen und Anleger an. Einige Konditionen finden Sie hier.

ProCredit Holding AG & Co. KgaA: ISIN DE0006223407 / WKN 622340

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