Die ProCredit-Aktie hat auf Jahressicht mehr als 150 Prozent zugelegt. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Finanzdienstleister

ProCredit Bank ist jetzt eine Aktiengesellschaft

Die ProCredit-Bankengruppe hat die Umwandlung ihrer Muttergesellschaft von einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) in eine Aktiengesellschaft (AG) abgeschlossen. Was heißt das für Aktionäre? Und wie interessant ist die Aktie?

Die ProCredit Holding AG ist seit gestern im Handelsregister eingetragen. Die Umwandlung hatte die Hauptversammlung am 5. Juni beschlossen (ECOreporter berichtete hier). Die neue Rechtsform vereinfacht die Gesellschaftsstruktur. Zudem erhofft sich ProCredit davon positive Auswirkungen auf den Börsenkurs.

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Für bestehende Aktionäre ändert sich durch die neue Gesellschaftsform nichts. Die bisherigen Kommanditaktionäre sind mit derselben Anzahl an Aktien an der ProCredit Holding AG beteiligt, wie sie es zuvor an der ProCredit Holding AG & Co. KGaA waren. Sie werden automatisch Aktionäre des weiterhin im regulierten Markt (Prime Standard) notierten Unternehmens. Ein Vorteil einer AG gegenüber einer KGaA: Bei einer AG bestellt der Aufsichtsrat den Vorstand. Über die Wahl des Aufsichtsrats erhalten Aktionäre also Einfluss auf die Geschäftsleitung. Bei einer KGaA haben sie diese Möglichkeit nicht.

ProCredit bemüht sich, seine Aktivitäten auf die Klimaziele von Paris auszurichten. Nach Angaben der Bankengruppe sind mittlerweile 20 Prozent der vergebenen Kredite an nachhaltige Projekte gebunden. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Südost- und Osteuropa.

Hohe Risiken in der Ukraine

ProCredit vergibt auch Kredite in der Ukraine. Die dafür seit Ausbruch des Krieges deutlich gestiegenen Risikorückstellungen belasteten 2022 das Geschäft. In diesem Jahr sieht das Management bislang eine positive Entwicklung. Im ersten Halbjahr lag die Eigenkapitalrendite bei 14,2 Prozent. Im Vorjahreszeitraum betrug sie nur 1,8 Prozent. Der Nettogewinn stieg von 7,7 auf 64,1 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr geht ProCredit von einer Eigenkapitalrendite von 8 bis 10 Prozent aus, mittelfristig sollen es 12 Prozent sein. Auf der diesjährigen Hauptversammlung wurde beschlossen, wegen des Ukraine-Kriegs für 2022 keine Dividende auszuschütten.

Die Aktie von ProCredit hat von 2017 bis September 2022 fast durchgehend an Wert verloren. Seitdem steigt der Kurs überwiegend wieder. Im Jahresvergleich hat die Aktie 156 Prozent zugelegt, auf fünf Jahre gesehen notiert sie noch 37 Prozent im Minus. Gestern kostete sie im Xetra-Handel 6,66 Euro (Stand 27.9.2023, 15:19 Uhr).

ProCredit bleibt nach Einschätzung von ECOreporter wegen der politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in den Zielmärkten ein riskantes Investment. Für die Aktie sprechen das günstige erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von 4 und die sehr gute erwartete Dividendenrendite von 8 Prozent.

ProCredit bietet auch Finanzprodukte für private Anlegerinnen und Anleger an. Einige Konditionen finden Sie hier.

ProCredit Holding AG & Co. KgaA: ISIN DE0006223407 / WKN 622340

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