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BioNTech beendet Studie zu mRNA-Krebstherapie
Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech beendet eine Studie zu einer Krebstherapie. Der untersuchte Wirkstoff zeigte bei Darmkrebspatienten nicht die erhoffte Wirkung. Erst vor kurzem hatte ein Studienerfolg des Konkurrenten Moderna Hoffnungen auf mRNA-Krebstherapien befeuert.
BioNTech hatte den gemeinsam mit der Roche-Tochter Genentech entwickelten Wirkstoff Autogene Cevumeran in einer Phase-II-Studie bei Patientinnen und Patienten mit operiertem Darmkrebs untersucht. Geprüft wurde, ob die individuell auf den jeweiligen Tumor zugeschnittene mRNA-Therapie verhindern kann, dass der Krebs zurückkehrt.
Studie hat nicht mehr genügend Erfolgsaussichten
Das Molekül mRNA übermittelt Zellen eine vorübergehende genetische Bauanleitung. Bei Krebstherapien soll es, stark vereinfacht, dem Immunsystem gewissermaßen Merkmale von Krebszellen "beibringen", damit es diese erkennt und bekämpft.
Ein unabhängiges Kontrollgremium kam nun zu dem Schluss, dass die Studie die erwünschte Wirksamkeit von Autogene Cevumeran wohl nicht nachweisen wird, und empfahl den Abbruch. BioNTech erklärte, dieser Empfehlung zu folgen.
Ganz überraschend kommt das Aus nicht. Bereits im Oktober 2025 hatte eine Zwischenanalyse Zweifel an den Erfolgsaussichten ergeben. Damals waren die Daten nach Einschätzung des Kontrollgremiums aber noch nicht aussagekräftig genug. Besondere Sicherheitsbedenken bestanden damals nicht, auch jetzt sind laut Unternehmen keine neuen Probleme aufgetaucht.
Vor zwei Wochen hatten die US-Pharmakonzerne Moderna und Merck & Co verkündet, erfolgreich eine Studie zu einem mRNA-Impfstoff bei Hautkrebs durchgeführt zu haben. Auch die Aktie von BioNTech hatte daraufhin deutlich zugelegt.
Allerdings wurde in der erfolgreichen Studie eine Kombination aus einem personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff von Moderna und dem Krebsmedikament Keytruda von Merck & Co eingesetzt. In der abgebrochenen Studie wurde Autogene Cevumeran allein angewendet. Die Ergebnisse sind daher nur eingeschränkt miteinander vergleichbar.
BioNTech hält weiterhin an der mRNA-Technologie für die Krebsbehandlung fest. Auch Autogene Cevumeran wird weiterentwickelt: Eine Phase-II-Studie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs läuft weiter. Dort wird der Wirkstoff allerdings zusammen mit anderen Krebsmedikamenten eingesetzt.
Aktie gibt nach
Die BioNTech-Aktie brach als Reaktion auf die Nachricht am Freitag um 7 Prozent ein. Aktuell ist sie im Xetra-Handel 0,6 Prozent im Minus zum Freitag und kostet 88,45 Euro (Stand: 31.8.2026, 13:20 Uhr). Auf Monatssicht legte die Aktie 12,4 Prozent zu, im Jahresvergleich gewann sie 2,6 Prozent.
An der Situation von BioNTech ändert der aktuelle Misserfolg nach Einschätzung von ECOreporter nichts. Wie die Redaktion die Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie hier.
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BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2
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