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BioNTech macht 665 Millionen Euro Verlust, baut Stellen ab
Weil der Pharmakonzern BioNTech weiterhin nur ein Produkt auf dem Markt hat, verbuchte das Mainzer Unternehmen im letzten Jahr einen hohen Verlust. Die Aktie gibt nach.
BioNTech setzte 2024 2,8 Milliarden Euro um und blieb damit im Rahmen der eigenen Erwartungen. Unter dem Strich stand wegen weiterhin hoher Ausgaben für die Entwicklung neuer Medikamente ein Nettoverlust von 665 Millionen Euro. 2023 hatte der Konzern mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro einen Gewinn von 930 Millionen Euro erzielt.
Für 2025 geht das Management von einem weiteren Umsatzrückgang auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro aus, weil das bislang einzige zugelassene Präparat des Unternehmens, der Corona-Impfstoff Comirnaty, immer weniger nachgefragt wird. Zu Corona-Hochzeiten hatte BioNTech damit einen Jahresumsatz von 19 Milliarden Euro erzielt.
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BioNTech entwickelt schon seit Jahren weitere Medikamente, neben Impfstoffen vor allem Krebspräparate. Das erste Krebsmittel soll 2026 auf den Markt kommen. Das finanzielle Polster dürfte bis dahin reichen: Nach den Rekordgewinnen aus den Corona-Jahren besaß BioNTech Ende 2024 noch 17,4 Milliarden Euro. Im letzten Jahr gab man 2,25 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus.
Für 2025 kündigt Firmenchef Ugur Sahin zahlreiche Ergebnisse aus klinischen Studien an. Einige der mehr als 20 Wirkstoffkandidaten seines Unternehmens hätten ein „disruptives Potenzial“, den aktuellen Behandlungsstandard zu verbessern. Die Präparate von BioNTech basieren in erster Linie auf der noch relativ jungen mRNA-Technologie, die auch dem Corona-Impfstoff zugrunde liegt.
Weil mittlerweile in Europa deutlich weniger Impfstoffdosen benötigt werden, will BioNTech an seinen Produktionsstandorten Marburg und Idar-Oberstein innerhalb der nächsten drei Jahre bis zu 550 Arbeitsplätze abbauen. Zudem sollen bis zu 700 Stellen in den Bereichen Verwaltung und Forschung in Europa und Nordamerika wegfallen. Im Gegenzug plant der Konzern unter anderem mit 350 zusätzlichen Vollzeitstellen am Hauptsitz in Mainz. Insgesamt soll die weltweite Belegschaft bis Ende 2027 um etwa 2 bis 8 Prozent schrumpfen. Anfang 2025 arbeiteten bei BioNTech rund 6.800 Menschen.
Wie entwickelt sich die Aktie?
Die BioNTech-Aktie notierte gestern Nachmittag im Xetra-Handel 5,4 Prozent im Minus zum Freitag bei 96,15 Euro (Stand 10.3.2025, 15:57 Uhr). Nach der Corona-Hochphase hatte die Aktie bis Sommer 2024 stetig an Wert verloren. Danach ging es wieder spürbar aufwärts, seit Februar diesen Jahres befindet sich der Kurs aber erneut in einer Abwärtsbewegung. Im Monatsvergleich hat er 12 Prozent eingebüßt, auf Jahressicht ist er 22 Prozent im Plus. Auf drei Jahre betrachtet verlor die Aktie 14 Prozent an Wert.
Ein Investment in BioNTech ist eine Wette darauf, dass das Unternehmen seine Entwicklungspläne einhalten kann. Noch sind keine Krebspräparate in der finalen Zulassungsphase. Wann der Konzern in die Gewinnzone zurückkehren kann, ist bis auf Weiteres unklar.
ECOreporter sieht jedoch realistische Chancen, dass die Wette aufgehen wird. BioNTech hat das innovative Potenzial eines Start-ups, gleichzeitig verfügt das Unternehmen durch die hohen Gewinne der letzten Jahre über sehr viel Kapital. Die Aktie bleibt eine spannende Investment-Idee für mutige Anlegerinnen und Anleger.
BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2
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