BioNTech startet eine Studie für eine Impfung gegen Lungenkrebs. / Foto: BioNTech

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BioNTech testet Impfstoff gegen Lungenkrebs

Der Mainzer Pharmakonzern BioNTech führt erstmals eine Studie zur Erprobung eines Impfstoffs für Lungenkrebs durch. Bis zu einer möglichen Marktreife wird es aber noch Jahre dauern.

Der von BioNTech hergestellte mRNA-Impfstoff namens "BNT116" ist für die Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC), der häufigsten Form der Krankheit, vorgesehen. Lungenkrebs ist neben Brust- und Darmkrebs eine der häufigsten Krebsarten und für die meisten Todesfälle verantwortlich.

Erste Testphase bis 2027

An einer ersten Testphase der Studie sollen 130 Patientinnen und Patienten mit Lungenkrebs teilnehmen. Dabei wird zunächst geprüft, wie gut die Therapie vertragen wird und welche Dosierung optimal ist. Getestet wird der Impfstoff in Großbritannien, Ungarn, Polen, Spanien, der Türkei, USA und in Deutschland. An der Studie sind eine Reihe von Einrichtungen beteiligt, darunter etwa das Institut für Klinische Krebsforschung (IKF) in Frankfurt und das Universitätsklinikum Köln.

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Eine mRNA-Impfung gegen Krebs wirkt nicht präventiv, also vorbeugend wie etwa eine Corona-Impfung. Sie soll stattdessen therapeutisch und damit als Behandlung benutzt werden. Zum Einsatz kommen soll sie bei Lungenkrebspatienten, bei denen der Krebs nach einer Operation oder Strahlentherapie erneut auftritt, was häufig der Fall ist.

Die Abkürzung mRNA steht für "messenger Ribonucleic Acid" (Boten-Ribonukleinsäure). Anders als bei traditionellen Impfstoffen, die auf inaktivierten oder abgeschwächten Krankheitserregern basieren, verwenden mRNA-Impfstoffe keine solchen Erreger zur Immunisierung. Stattdessen werden den Körperzellen rekonstruierte Teile der Erbinformation des Tumors geliefert.

Dieser "Bauplan" für den Tumor soll dann eine schützende Immunantwort auslösen. Für jede Patientin und jeden Patienten muss daher ein individueller Impfstoff hergestellt werden.

Bis Krebsimpfstoffe marktreif sind, wird es aber noch Jahre dauern. So soll die erste Phase der nun anlaufenden BioNTech-Studie erst 2027 abgeschlossen sein. Weltweit arbeiten diverse Pharmafirmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen an Krebsimpfstoffen. Das deutsche Unternehmen Curevac etwa entwickelt mRNA-Impfstoffe gegen schwarzen Hautkrebs und Gehirntumore.

Die BioNTech-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 0,8 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 79,90 Euro (Stand: 5.9.2024, 10:34 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 10,9 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 29,8 Prozent im Minus.

Investment für Mutige

BioNTech hat im ersten Halbjahr 2024 mehr als 1 Milliarde Euro in seine Forschung investiert, 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Neben innovativen Krebstherapien entwickelt das Unternehmen etwa Impfstoffe gegen die Grippe, Tuberkulose und Malaria.

Für das zweite Quartal 2024 meldete BioNTech einen hohen Nettoverlust. Das Management sieht sich aber dennoch auf einem guten Weg, seine mittelfristigen Ziele zu erreichen. Ab 2026 will der Konzern jährlich ein neues Krebsmedikament auf den Markt bringen. Nach den sehr hohen Gewinnen während der Pandemie verfügte BioNTech Ende Juni noch über finanzielle Mittel in Höhe von 18,5 Milliarden Euro.

Ein Investment in BioNTech ist eine Wette auf die erfolgreiche Entwicklung neuer Medikamente. Noch sind keine Präparate in der finalen Zulassungsphase, ECOreporter sieht aber realistische Chancen, dass die Wette aufgehen wird. BioNTech hat das innovative Potenzial eines Start-ups, verfügt über sehr hohe Geldreserven und hat langjährige Erfahrung mit mRNA-Präparaten. Die Aktie bleibt eine spannende Investment-Idee für mutige Anlegerinnen und Anleger.

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BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2

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