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Bohrkonzern Daldrup & Söhne erhält Geothermie-Auftrag in Brandenburg
Der Bohrtechnik- und Geothermie-Spezialist Daldrup & Söhne aus dem bayrischen Oberhaching hat von den Stadtwerken Neuruppin einen Auftrag für zwei Geothermie-Bohrungen erhalten. Das Unternehmen beziffert den Wert des Projekts auf rund 5 Millionen Euro.
Die Bohrungen in Brandenburg sollen laut Unternehmen jeweils eine Tiefe von etwa 2.000 Metern erreichen. Sie sind für das zweite Quartal 2024 angesetzt.
Nächster Auftrag in der norddeutschen Tiefebene
Die Bohrungen zielen darauf ab, Thermalwasser mit einer erwarteten Temperatur von circa 70 Grad Celsius zu gewinnen. Dieses Wasser soll in Kombination mit Hochtemperatur-Wärmepumpen in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden. Die geplante thermische Einspeiseleistung von 76 Gigawattstunden pro Jahr entspricht laut Daldrup & Söhne der Heizleistung für rund 3.000 durchschnittliche Vier-Personen-Haushalte.
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Der Auftrag reiht sich ein in eine Serie von Fernwärmeprojekten, die Daldrup & Söhne innerhalb kurzer Zeit in der norddeutschen Tiefebene erhalten hat, darunter bereits realisierte Projekte in Schwerin, Hamburg und Neustadt-Glewe. Das Unternehmen sieht eine steigende Nachfrage von Kommunen nach Fernwärmeversorgung durch Geothermie. Die norddeutsche Tiefebene biete optimale Bedingungen für die Nutzung von Erdwärme, so Daldrup & Söhne.
Ende September 2023 lag der Auftragsbestand von Daldrup bei rund 38 Millionen Euro, im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt 27 Millionen Euro. Damit ist das Bohrgeschäft Unternehmensangaben zufolge rechnerisch bis weit in das Jahr 2024 ausgelastet.
Die Daldrup & Söhne-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 3,3 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 8,20 Euro (Stand: 20.12.2023, 11:40 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 8,2 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 6,5 Prozent im Plus.
Daldrup & Söhne bietet im Geschäftsbereich Geothermie Bohrdienstleistungen sowohl für die oberflächennahe Geothermie (insbesondere Erdwärmesonden für Wärmepumpen) als auch vor allem für Bohrdienstleistungen für die Tiefengeothermie an. Dabei wird bis zu 6.000 Meter tief gebohrt, um die so zugängliche Erdwärme für die Strom- und Wärmegewinnung nutzbar zu machen.
Trotz steigender Auftragszahlen und optimistischer Prognosen lässt sich schwer abschätzen, wie groß das Potenzial für neue Geothermie-Projekte wirklich ist. In den letzten Jahren plagten Daldrup Margenprobleme und ein schwankendes Projektgeschäft, zwischenzeitlich schrieb das Unternehmen rote Zahlen.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2023 von 30 ist die Aktie derzeit teuer. ECOreporter sieht die Daldrup-Aktie weiterhin als ein Investment mit erhöhtem Risiko. Für einen Neueinstieg sollten Anlegerinnen und Anleger auf Kursrücksetzer oder noch besser auf sich abzeichnende höhere Gewinne warten.
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Daldrup & Söhne AG: ISIN DE0007830572 / WKN 783057