Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist deutlich gesunken. / Foto: Unternehmen

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Corona-Impfung: BioNTech rechnet mit Abschreibungen von 900 Millionen Euro

Der Mainzer Pharmakonzern BioNTech erwartet im dritten Quartal 2023 Abschreibungen von bis zu 900 Millionen Euro auf das Corona-Impfstoff-Geschäft mit dem US-Partner Pfizer. Die Nachfrage ist deutlich gesunken.

Pfizer und BioNTech vermarkten unter dem Namen Comirnaty einen gemeinsam entwickelten Corona-Impfstoff. Pfizer hatte am Freitag bereits mitgeteilt, seinerseits Bestandsabschreibungen auf Corminaty in Höhe von 900 Millionen US-Dollar vornehmen zu müssen. Grund ist vor allem die geringere Nachfrage.

Auch weniger Umsatz erwartet

BioNTech erklärte nun, die Pfizer-Abschreibungen würden im dritten Quartal bei den Mainzern zu Belastungen von 900 Millionen Euro führen. Das entspricht laut BioNTech der Hälfte des Bruttogewinnanteils aus dem Vertrag mit Pfizer. Außerdem erwartet BioNTech einen geringeren Umsatz für das Gesamtjahr.

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BioNTech geht bislang davon aus, mit Corona-Impfstoffen 2023 einen Umsatz von 5 Milliarden Euro zu erzielen - deutlich weniger als 2022. Ein Sprecher des Unternehmens lehnte es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag ab zu kommentieren, ob der Ausblick noch aktuell sei. Seine Zahlen für das dritte Quartal will BioNTech am 6. November veröffentlichen.

Die BioNTech-Aktie ist im Tradegate-Handel aktuell 6,5 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 92,20 Euro (Stand: 16.10.2023, 11:45 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 12,8 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 34,7 Prozent an Wert verloren.

BioNTech befindet sich derzeit in einer Übergangsphase vom reinen Corona-Impfstoff-Hersteller zum breiter aufgestellten Pharmakonzern. Die rückläufigen Umsätze der Corona-Sparte wird BioNTech mittelfristig mit anderen Produkten ausgleichen müssen, in der Erforschung befinden sich neben Krebsmedikamenten etwa Wirkstoffe gegen Malaria oder Grippe. Vor einigen Tagen schloss das Unternehmen eine potenziell milliardenschwere Partnerschaft in China zur Wirkstoffforschung.

Ob und wann hier Erfolge erzielt werden, ist unklar. Das sorgte in den letzten zwei Jahren für Unruhe an der Börse. Die Kooperationen in China können zudem ein Problem werden, wenn die Spannungen zwischen Deutschland beziehungsweise der EU und China zunehmen.

Dennoch bleibt die BioNTech-Aktie für ECOreporter ein Investment mit Potenzial. Die Voraussetzungen für eine positive Geschäftsentwicklung sind gegeben: BioNTech ist weltweit führend bei innovativen mRNA-Verfahren und hat nach den letzten Rekordjahren das Kapital, um die Entwicklung seiner Nicht-Corona-Präparate voranzutreiben – auch durch Firmenübernahmen wie etwa bei Instadeep.

Nach Einschätzung von ECOreporter ist die Aktie nicht zu teuer. Die Redaktion sieht nach wie vor Einstiegsgelegenheiten für risikofreudige, langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger, die mit starken Kursschwankungen leben können.

Lesen Sie auch: Nachhaltige Gesundheitsaktien: Wo sich jetzt der Einstieg lohnen kann.

BioNTech SE ADR: ISIN US09075V1026 / WKN A2PSR2

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