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Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten
DHL Group streicht nach Gewinneinbruch 8.000 Stellen
Der Bonner Logistikkonzern DHL Group hat 2024 einen deutlichen Rückgang beim Ergebnis verzeichnet, auch die Prognose für 2025 ist mau. Nun will der ECOreporter-Aktien-Favorit 8.000 Stellen streichen – auch wegen eines neuen Tarifvertrags.
Die DHL steigerte ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich um 3 Prozent zum Vorjahr auf rund 84 Milliarden Euro. Damit schnitt der Konzern laut der Nachrichtenagentur Reuters etwas besser ab, als von Analysten erwartet. Allerdings hatte die DHL ihre Prognose Ende Oktober bereits gesenkt.
Der Konzern will sparen – und mehr Aktien zurückkaufen
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 3,6 Milliarden Euro, 9 Prozent weniger als 2023
Die DHL Group ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Wie die Redaktion die Aktie aktuell einschätzt, lesen Sie im Premium-Bereich.
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Der DHL-Konzern leidet wie die gesamte Logistik-Branche unter dem lahmenden Welthandel und einer schwachen Konsumstimmung. Dazu stehen die Ergebnisse im Schatten der Corona-Jahre, als besonders ein Boom im Online-Handel der DHL wie auch ihren Wettbewerbern Umsatz- und Gewinnrekorde gebracht hatte.
Auch 2025 rechnet die DHL mit einem "gedämpften makroökonomischen Umfeld". Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein operatives Ergebnis von mindestens 6 Milliarden Euro. Die Prognose berücksichtigt laut DHL aber nicht die potenziellen Effekte aus Änderungen in der Zoll- und Handelspolitik. Diese könnten "erhebliche negative, aber auch positive Auswirkungen auf die DHL Group haben", erklärte Konzernchef Tobias Meyer. Seit Dienstag sind die von US-Präsident Donald Trump angekündigten höheren Zölle für Waren aus Kanada und Mexiko in Kraft, für die EU werden zeitnah ähnliche Zuschläge erwartet.
Der Konzern plant nun einen umfangreichen Stellenabbau – treffen soll es die Sparte Post und Paket Deutschland mit der "Deutsche Post"-Marke. Etwa 8.000 der rund 190.000 Stellen in der Sparte sollen wegfallen. Insgesamt will die DHL mit dem konzernweiten Sparprogramm "Fit for Growth" 1 Milliarde Euro einsparen. Der Plan umfasst laut Konzernchef Tobias Meyer "zahlreiche Maßnahmen in allen Unternehmensbereichen und wird im Geschäftsjahr 2027 seine volle Wirkung entfalten".
Meyer betonte, dass der in dieser Woche mit der Gewerkschaft Verdi vereinbarte Tarifabschluss für die Post-Sparte ein Treiber für den Job-Abbau sei. Die Gewerkschaft hatte eine Erhöhung der Löhne um 5 Prozent sowie mehr Urlaub durchgesetzt und dabei mit einer Reihe von Warnstreiks Druck auf die DHL ausgeübt. Laut Verdi ist die Lohnerhöhung vor allem ein Inflationsausgleich.
Meyer hatte bereits zuvor erklärt, die neue Vereinbarung verstärke den Kostendruck: "Dieser Tarifvertrag belastet uns bis Ende 2026 mit rund 360 Millionen Euro", so der Manager gegenüber Reuters. Dies geschehe in einem Marktumfeld, "in dem wir einen deutlich beschleunigten Rückgang der Briefmengen haben".
Gleichzeitig reicht die Anfang des Jahres in Kraft getretene Portoerhöhung laut dem Konzernchef nicht aus. Die Post-Sparte leide unter "regulatorisch herausfordernden Rahmenbedingungen" sowie "einer relativ schwachen Konjunktur".
Die DHL darf das Briefporto im Post-Geschäft nur mit Genehmigung der Bundesnetzagentur erhöhen. Die aus Sicht des Konzerns unzureichenden Erhöhungen sind schon lange ein Streitpunkt. Mittlerweile hat die DHL die Behörde deshalb verklagt.
Im Geschäft mit Briefen musste die DHL 2024 erneut deutliche Abstriche machen, die Sendungsmengen sanken weiter. Trotz eines gleichzeitig wachsenden Paketgeschäfts sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in der Sparte Post und Paket Deutschland um 5,6 Prozent auf 821 Millionen Euro. Eine Trennung vom Post-Geschäft steht laut Meyer aber nicht zur Debatte.
Die Dividende für 2024 will die DHL stabil bei 1,85 Euro je Aktie halten. Das 2022 gestartete Aktienrückkaufprogramm soll um 2 Milliarden Euro auf bis zu 6 Milliarden Euro aufgestockt und bis 2026 verlängert werden.
Aktie zweistellig im Plus
Meyer verteidigte die Maßnahmen im Angesicht von Sparprogramm und Stellenabbau. Post und Paket Deutschland leiste "keinen Beitrag zur Dividende und keinen Beitrag zu den Aktienrückkäufen", so der Manager gegenüber Reuters. Die Mittel würden ausschließlich von den anderen DHL-Sparten erwirtschaftet. Der Stellenabbau soll zudem ohne betriebsbedingte Kündigungen gelingen. Meyer will stattdessen auf "natürliche Fluktuation" setzen.
An der Börse kamen die Sparpläne gut an: Die DHL-Aktie ist im Xetra-Handel aktuell 12,1 Prozent im Plus zum Vortag und notiert bei 43,46 Euro (Stand: 6.3.2025, 9:36 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 24,7 Prozent an Wert gewonnen, im Jahresvergleich ist sie 11,4 Prozent im Plus.
ECOreporter sieht Aktienrückkäufe in großem Umfang kritisch, gerade wenn gleichzeitig gespart werden soll. Auch dass der Konzern die Schuld für den Stellenabbau mindestens indirekt einer Gewerkschaft zuschiebt, erscheint fragwürdig. Verantwortlich für die niedrigeren Gewinne des Konzerns sind im Briefgeschäft die Digitalisierung und konzernweit betrachtet vor allem die schwache Weltkonjunktur – keine überzogenen Lohnforderungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unter der Inflation leiden.
Als Investment bleibt die DHL-Aktie (die an der Börse weiterhin unter Deutsche Post AG gelistet ist) nach Einschätzung der Redaktion eine solide langfristige Option. Der Konzern erwirtschaftet trotz des aktuell schwierigen Umfelds ordentliche Gewinne und steht finanziell gut da. Ein großer Unsicherheitsfaktor ist aktuell allerdings die Handelspolitik der USA, wie der Konzern selbst zugibt.
Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie für 2025 ist derzeit mit 12 niedrig. Die erwartete Dividendenrendite für 2025 beträgt attraktive 5,1 Prozent. Ein Einstieg ist weiter eine Option, Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch eine lange Haltedauer einplanen und mögliche Kursrücksetzer aushalten können.
Die DHL Group ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Nachhaltige Dividendenkönige. Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.
Deutsche Post AG: ISIN DE0005552004 / WKN 555200
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