Die DHL Group kämpft im Post-Geschäft mit sinkenden Briefmengen. / Foto: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Aktien-Favoriten

DHL Group und Verdi einigen sich im Post-Tarifstreit

Der Bonner Logistiker DHL Group hat mit der Gewerkschaft Verdi eine Tarifeinigung im Postgeschäft erreicht, weitere Streiks sind damit vom Tisch. Die Beschäftigten erhalten mehr Geld, der ECOreporter-Aktien-Favorit will anderswo stärker sparen.

Die rund 170.000 Tarifbeschäftigten im Geschäftsbereich Post und Paket Deutschland sollen in zwei Schritten insgesamt 5 Prozent mehr Lohn erhalten, teilten DHL und Verdi am Dienstag mit. Die Beschäftigten bekommen zudem einen zusätzlichen Urlaubstag, ab dem 16. Beschäftigungsjahr kommt noch ein weiterer Tag hinzu.

Post-Sparte im Umbau

Verdi hatte ursprünglich 7 Prozent mehr Lohn und drei Tage mehr Urlaub gefordert und sprach nun von einem "ordentlichen Ergebnis". Die Gewerkschaft hatte den Konzern mit einer Reihe von Warnstreiks unter Druck gesetzt.

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Nikola Hagleitner, Chefin von Post und Paket Deutschland, erklärte, der Konzern müsse nun seine "Kostensenkungsmaßnahmen konsequent erweitern und beschleunigen". Die DHL hatte immer wieder betont, dass es kaum Spielraum für Lohnerhöhungen gebe.

Post & Paket Deutschland befindet sich laut Konzern inmitten des Umbaus vom Brief- zum Paketgeschäft. Der Rückgang der Briefmengen habe sich beschleunigt, gleichzeitig erfordern die regulatorischen Vorgaben laut DHL hohe Investitionen. Die Tarifabschlüsse der letzten Jahre würden die Kosten zudem "signifikant" erhöhen – allein 2026 wird mit rund 360 Millionen Euro zusätzlich gerechnet. 

Das Post-Geschäft sorgt auch in anderer Hinsicht für Streit: Die DHL fordert von der Bundesnetzagentur, mehr und stärkere Portoerhöhungen durchführen zu können, um Kosten auszugleichen. Der Konzern hat deshalb eine Klage gegen die Behörde eingereicht.

Die DHL Group erwirtschaftet den Großteil ihrer Umsätze und Gewinne längst im internationalen Frachtgeschäft. In den ersten neun Monaten des abgeschlossenen, aber noch nicht abgerechneten Geschäftsjahres 2024 lag der Anteil des deutschen Brief- und Paketgeschäfts am Gesamtumsatz von 61,4 Milliarden Euro bei rund 20 Prozent.

Für das Jahr 2024 hat der Konzern einen Gewinn vor Steuern (EBIT) von rund 800 Millionen Euro aus dem Post-Geschäft eingeplant. Insgesamt erwartet der Konzern ein EBIT von 5,8 Milliarden Euro.

Aktie bleibt solide

Die DHL-Aktie notiert im Xetra-Handel aktuell 5,1 Prozent im Plus zum Vortag bei 39,10 Euro (Stand: 5.3.2025, 11:58 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 8,2 Prozent zugelegt, auf Jahressicht ist der Kurs um 12,3 Prozent im Minus.

ECOreporter sieht bei der DHL Group weiter solide Aussichten. Zwar schwächelt das Ergebnis aktuell, der Konzern erwirtschaftet aber noch immer ordentliche Gewinne und steht finanziell gut da. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 12 für 2025 niedrig. 

Die erwartete Dividendenrendite für das laufende Jahr beträgt attraktive 5,1 Prozent. Ein Einstieg in die Aktie ist weiter eine Option, Anlegerinnen und Anleger sollten jedoch eine lange Haltedauer einplanen und mögliche Kursrücksetzer aushalten können.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Nachhaltige Dividendenkönige: Bei diesen Aktien kann sich der Einstieg jetzt lohnen.

Deutsche Post AG (DHL Group):  ISIN DE0005552004 / WKN 555200

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