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ECOreporter-Favoriten-Aktie Novo Nordisk: Erst Allzeithoch, dann Millionen-Abschreibung
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat in China grünes Licht für den Marktstart seines Abnehm-Medikaments Wegovy erhalten. Die ECOreporter-Favoriten-Aktie markierte daraufhin am Dienstag ein weiteres Rekordhoch. Nun musste das Unternehmen allerdings einen Misserfolg in einer Medikamentenstudie vermelden.
Nach Unternehmensangaben umfasst die chinesische Genehmigung eine wöchentliche Spritze zur Behandlung von Menschen mit krankhaftem Übergewicht (Adipositas), die mindestens unter einer gewichtsbedingten Begleiterkrankung leiden. Das ebenfalls zur Gewichtsreduzierung verwendbare Diabetes-Präparat Ozempic wurde in China schon 2021 zugelassen.
Nieren-Medikament scheitert in Studie
Mit der Zulassung von Wegovy hat Novo Nordisk nun einen Vorsprung auf dem Markt für Gewichtsreduzierung in China. Das Mittel Tirzepatid des US-Konkurrenten Eli Lilly, das in den USA unter dem Namen Zepbound vermarktet wird, befindet sich noch in der behördlichen Prüfung. Konkrete Details zu der Preisgestaltung und dem Zeitplan für die Auslieferung der ersten Wegovy-Dosen nannte Novo Nordisk zunächst nicht.
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Am Mittwoch folgten dann schlechte Nachrichten: Novo Nordisks Medikament Clarion-CKD zur Behandlung von Nierenkrankheiten ist in einer Phase-3-Studie gescheitert. Eine angestrebte Senkung des Blutdrucks bei Patienten wurde nicht erreicht. In der Folge wird Novo Nordisk im zweiten Quartal 2024 eine Abschreibung in Höhe von rund 5,7 Milliarden Dänischen Kronen (764 Millionen Euro) vornehmen müssen.
Am Dienstag gewann die Aktie rund 4 Prozent und markierte bei einem Preis von 137,36 Euro im Tradegate-Handel ein neues Allzeithoch. Danach sorgten Gewinnmitnahmen und die Nachricht zur gescheiterten Studie für Rücksetzer, aktuell notiert die Aktie zum Vortag praktisch unverändert bei 134,66 Euro (Stand: 27.6.2024, 10:27 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 8,8 Prozent im Plus, im Jahresvergleich hat sie 89,4 Prozent an Wert zugelegt.
Die Produktion muss ausgebaut werden
Das Scheitern von Clarion-CKD ist für Novo Nordisk sicher ärgerlich, aber kein schwerer Rückschlag. Der Fokus des Konzerns liegt derzeit klar auf der Adipositas-Behandlung. Mit den Blockbuster-Medikamenten Wegovy und Ozempic verdient Novo Nordisk aktuell Milliarden, nach einem starken ersten Quartal 2024 hat der Konzern seine Prognose angehoben. Momentan entwickelt Novo Nordisk unter den Namen CagriSema und Amycretin zwei neue potenzielle Präparate zur Behandlung von Adipositas.
Allerdings bleibt die Nachfrage nach den Abnehmmitteln weiter deutlich größer als das Angebot. Im laufenden Jahr will der Konzern seine Investitionen in die Produktion daher auf rund 6,8 Milliarden Dollar erhöhen, nach 3,9 Milliarden Dollar im Vorjahr. Und der Konkurrenzdruck steigt: Gerade in China arbeiten Pharmakonzerne verschärft an günstigeren Alternativen. Zudem sorgt der Preis insbesondere für Wegovy international für immer mehr Kritik.
Und der Börsenkurs ist noch schneller gestiegen ist als die Gewinne. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie ist mit 44 für 2024 hoch, für 2025 liegt es bei kaum niedrigeren 36. Angesichts des Rekordniveaus wären weitere Kursrücksetzer keine Überraschung. Wer die Aktie bereits im Depot hat, sollte aber allenfalls kleine Positionen verkaufen. Wie Sie beim Verkauf von Aktien klug vorgehen, lesen Sie hier. Die erwartete Dividendenrendite für 2024 beträgt 1,1 Prozent, das ist in Ordnung, aber kein zusätzliches Einstiegsargument.
Novo Nordisk ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Reihe Nachhaltige Dividendenkönige. Zu unserem Unternehmensporträt gelangen Sie hier.
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Novo Nordisk A/S: ISIN DK0062498333 / WKN A3EU6F