Aktien von Chevron und anderen Ölkonzernen sind nur eines der Probleme mit diesem ETF. / Foto: imago images, UPI Photo

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ETF-Test: BNP Paribas Easy MSCI USA Min ET ETF

Der BNP Paribas Easy MSCI USA Min TE ETF (früher BNP Paribas Easy MSCI North America ESG Filtered) verspricht nachhaltige Investments in den USA – mittlerweile allerdings nur noch im Werbematerial des ETFs und nicht mehr in seinem Namen. ECOreporter erlöärt im ETF warum und wie nachhaltig das Aktienpaket wirklich ist.

Anbieter des ETFs ist BNP Paribas Easy, eine Tochter der BNP Paribas. Erst ab 2030 will die Bank in der EU keine Kohleprojekte mehr finanzieren. Außerhalb Europas wird BNP Paribas sogar noch bis 2040 Kohleprojekte finanzieren.

Finanzen/Risiko

Der ETF startete im Oktober 2015 und hat sich finanziell stark entwickelt. Auf ein Jahr gesehen hat er 48 Prozent an Wert gewonnen und schlägt damit den weltweiten Aktienindex MSCI World, der im selben Zeitraum 42,4 Prozent zulegte. Auf fünf Jahre gesehen hat der ETF 89,6 Prozent gewonnen (MSCI World: 80 Prozent).

Die Jahresgebühr von 0,25 Prozent ist günstig. Die Kursschwankungen in den letzten drei Jahren fielen moderat aus. Das Kürzel steht für "Minimized Tracking Error". Das bedeutet, dass der ETF so konstruiert ist, dass er den zugrunde liegenden Index – in diesem Fall den MSCI North America ESG Filtered Min TE-Index – möglichst exakt repliziert, also die Abweichung in der Wertentwicklung zwischen ETF und Index (Tracking Error) minimiert.

Nachhaltigkeitskonzept

Der ETF hält Aktien von 706 nordamerikanischen Unternehmen und bildet einen Index des US-Finanzdienstleisters MSCI nach. Auswahl und Bewertung der Aktien stammt von MSCI. Ursprünglich nannte der ETF sich "ESG Filtered", suggerierte also, dass Investments auf Basis von nachhaltigkeitskriterien ausgesucht werden. Im Zuge neuer EU-Vorschriften musste der ETF im Mai das "ESG" aus dem Namen streichen – um sich als ESG-ETF zu bezeichnen ist er nicht nachhaltig genug.

Investments wählt der ETF nach einem "Best-In-Class"-Verfahren auf Basis der Nachhaltigkeitsnote aus. Das Verfahren ist aber wenig anspruchsvoll: Nur die 20 Prozent der Unternehmen mit der schlechtesten Bewertung werden aussortiert. Zusätzlich gelten Ausschlusskriterien.

Ausschlusskriterien

Keine kontroversen Waffen, aber: Kohle, Atomkraft, Erdöl und anderes sind ohne Umsatzschwelle zugelassen. Auch in Hersteller konventioneller Waffen und Rüstung kann der ETF investieren.

Wie nachhaltig ist der ETF?

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Der ETF investiert beispielsweise in mehrere US-Konzerne, die konventionelle Waffen und Rüstungsgüter produzieren: Unter anderem fertigt Raytheon Technologies für die US-Streitkräfte Raketen und Torpedos. Der Werftbetreiber Huntington Ingalls Industries baut Kriegsschiffe, darunter Flugzeugträger und U-Boote mit Nuklearantrieb. Und der Mischkonzern Textron hat Kampfjets und Kampfhubschrauber im Angebot.

Kohle- und Atomstromerzeuger sind ebenfalls zahlreich im ETF vertreten, unter anderem die US-Konzerne NextEra Energy, Ameren, Duke Energy und American Electric Power. Der ETF hält auch Anteile an den Ölkonzernen ConocoPhillips, Chevron und ExxonMobil.

Generell investiert der ETF in gewöhnliche große Konzerne. Die drei größten Positionen sind die US-IT-Konzerne Apple, Microsoft und Amazon.

Transparenz

Anlegerinnen und Anleger können alle Aktien des ETFs auf der Internetseite des Anbieters BNP Paribas Easy einsehen. Das Auswahlverfahren ist in den Unterlagen zum ETF sehr knapp beschrieben. Der Indexanbieter liefert weitere Informationen zum Auswahlprinzip des abgebildeten Index. Das ETF-Factsheet enthält keine Informationen zur Nachhaltigkeit der Unternehmen, deren Aktien der ETF hält.

Nachhaltige Wirkung

Anlegerinnen und Anleger finden in den Dokumenten zum ETF mit vertretbarem Zeitaufwand keine Informationen zur Rolle von Nachhaltigkeitsthemen beim Stimmverhalten und den Unternehmensdialogen der BNP Paribas. Eine nachhaltige Wirkung ist daher hier nicht ausreichend nachgewiesen.

Stärken:

  • Gute Wertentwicklung
  • Niedrige Gebühren
  • Breite Risikostreuung

Schwächen:

  • Minimale Ausschlusskriterien
  • Investments in Kohle, Öl und Atomkraft
  • Investments in Rüstung und Waffen

Fazit

Der ETF schließt geächtete Waffen aus, die aber sind in zahlreichen Staaten der Welt ohnehin verboten und geächtet. Mehr Nachhaltigkeit oder Verantwortung findet sich nicht bei den Investments. Warum der Anbieter BNP Paribas hier von „verantwortlich investieren“ spricht? Weil er wahrscheinlich meint, mit einem solchen Label Anlegerinnen und Anleger ködern zu können.

Die ECOreporter-Noten:

Finanzen: 1,6

Nachhaltigkeit: 6,0

Details zum Benotungssystem von ECOreporter finden Sie hier.

Alle bisherigen ETF-Tests finden Sie hier.

Daten und Fakten

Stichtag des Tests Nachhaltigkeit: 26.3.2021

Stichtag des Tests Finanzen: 29.10.2025

Name des ETFs: BNP Paribas Easy MSCI USA Min TE ETF UCITS ETF

ISIN: LU1291104575 / WKN: A2ADB1

Nachgebildeter Index: MSCI North America ESG Filtered Min TE

Start des ETFs: 21.10.2015

Jährliche Gebühren: 0,25 % (Gesamtkosten)

Replikationsmethode: physisch (Indexnachbildung durch Kauf der Aktien)

Ertragsverwendung: thesaurierend

Fondsvolumen: 196,9 Mio. Euro (4/2021)

Internet: easy.bnpparibas.de

Totalverlustrisiko: unwahrscheinlich, Teilverluste möglich

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