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Evangelische Bank zeichnet Nachhaltigkeitsinitiativen aus
Die Evangelische Bank (EB) aus Kassel hat die Gewinnerinnen und Gewinner ihres diesjährigen Nachhaltigkeitspreises ausgezeichnet. Mit dem Preis ehrt die Bank Organisationen und ihre Projekte, "die sich in besonderer Weise für soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit einsetzen". 2023 steht der Preis unter dem Motto „Für eine nachhaltig lebenswerte Gesellschaft“.
Gewonnen haben ein Projekt zur Aufforstung mitteleuropäischer Wälder, eine schulische Initiative für geflüchtete Frauen und Männer sowie ein ökologisches Landwirtschaftsprojekt. Letzteres verfügt nach Bewertung der Jury zugleich über einen inklusiven Ansatz.
"Allen drei Projekten gemeinsam ist, dass sie bei der Gestaltung einer nachhaltig lebenswerten Gesellschaft mutig, engagiert und innovativ vorangehen und daher Vorbild auch für andere sein können", sagte Joachim Fröhlich, Mitglied des Vorstands der EB, bei der Preisverleihung. "Um eine Zukunft zu gestalten, die es wert ist, sie an nachfolgende Generationen zu übergeben, braucht es Engagement und gemeinsames Handeln in der Gegenwart." Dies hätten die Preisträgerinnen und Preisträger "in beeindruckender Weise" gezeigt.
Vielfältiges soziales Engagement
Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland und Schirmherr des diesjährigen Preises, lobte das "großartige und vielfältige soziale Engagement" in Deutschland, das von Menschen für Menschen geleistet werde. "Dass die Evangelische Bank diese Menschen in den Fokus rückt und zukunftsweisende, nachhaltige Initiativen mit ihrem Nachhaltigkeitspreis prämiert, freut mich sehr", so Lilie.
Die Gewinner seien aus "mehr als 70 hervorragenden Bewerbungen" ausgewählt worden, erklärte Jury-Mitglied Gabriele Moos, Leiterin des Studiengangs Gesundheits- und Sozialmanagement an der Hochschule Koblenz. Gemeinsam habe die Jury "drei würdige Siegerprojekte gefunden, die durch ihr Engagement und ihren nachhaltigen Projektansatz überzeugen konnten“. Weitere Mitglieder der Jury waren Johanna Gary, Leitung Gruppe Nachhaltigkeit der Diakonie Deutschland, ECOreporter-Chefredakteur Jörg Weber sowie Astrid Herrmann, Abteilungsleiterin Strategie & Nachhaltigkeit der EB.
Die Sieger im Überblick:
Platz 1
Den ersten Platz belegt der Verein Enactus Magdeburg, der ein Projekt zur Aufforstung mitteleuropäischer Wälder verfolgt. Für das Projekt wurden Baumarten gewählt, die auch noch in 100 Jahren mit den veränderten klimatischen Gegebenheiten effizient wachsen können sollen. Die Besonderheit des Projekts liegt darin, dass es die Gesellschaft beispielsweise in Form von Familien, Schulen, Kitas und auch Unternehmen aktiv mit einbezieht.
Die Bäume können von Käuferinnen und Käufern erworben und bis zu einer Größe von 180 Zentimetern oder maximal fünf Jahre aufgezogen und anschließend zur Auspflanzung in lokale Forstbetriebe und Kommunen vermittelt werden. Die Jurymitglieder zeigten sich überzeugt von einer aktiven Bekämpfung des Klimawandels mit diesem Projekt und der ökologisch-nachhaltigen Ausrichtung.
Platz 2
Die BiSI - Bildung und Soziale Unternehmen gGmbH belegt den zweiten Platz. Das gemeinnützige Unternehmen engagiert sich mit Bildungsprojekten für eine respektvolle, tolerante und inkludierte Gesellschaft. Die ganzheitlichen Bildungsprojekte richten sich insbesondere an Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.
Das Projekt „Plan A – Junge Geflüchtete auf dem Weg zur Ausbildung“ ist ein Hauptschulprojekt für erwachsene geflüchtete Frauen und Männer. Es soll den jungen Erwachsenen durch einen anerkannten Schulabschluss die Chance auf eine Ausbildung ermöglichen und somit eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt und in die deutsche Gesellschaft.
Das Besondere des Projekts spiegelt sich nach Ansicht der Jury darin wider, dass eine Lücke im deutschen Bildungssystem geschlossen wird. Diese ergebe sich daraus, dass die jungen Erwachsenen ihre Schulpflicht bereits aufgrund ihres Alters erfüllt haben. Das Projekt bereitet die Teilnehmenden auf die Nichtschülerprüfung zum Erwerb des Hauptschulabschlusses vor und schließt somit die Lücke.
Platz 3
Den dritten Platz belegt die Hephata Diakonie. Hephata ist ein diakonisches Unternehmen, das sozial und ökologisch nachhaltig seit mehr als 120 Jahren für alle Menschen in über 50 Städten und Gemeinden da sein möchte. Das preisgekrönte Projekt ist zum einen auf ökologische Landwirtschaft ausgerichtet, denn das Hofgut Richerode ist der größte von vier landwirtschaftlichen Bioland-Standorten Hephatas. Zum anderen arbeiten auf dem Hof Menschen mit geistigen, psychischen und seelischen Behinderungen mit.
Alle Einrichtungen sind anerkannte Werkstätten für Menschen mit Behinderungen. Insgesamt werden an fünf Standorten, die eine Betriebskette bilden, Nahrungsmittel produziert. Für die Produktion bedeutet die Biolandwirtschaft aufgrund der hohen Standards oft Handarbeit anstatt großer Maschinen. Das schont und schützt nach Ansicht der Jury die Umwelt und zugleich die Biodiversität.