Die UmweltBank ist ein ECOreporter-Aktien-Favorit. Wie entwickelt sich der Kurs? / Foto: umweltBank

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Finanzaufsicht schickt Sonderbeauftragten zur UmweltBank

Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat einen Sonderbeauftragten bestellt, um bei der UmweltBank die „Fortschritte bei der aufsichtsrechtlichen Compliance“ zu begleiten. Die grüne Nürnberger Bank sieht keine Probleme, mögliche strengere Anforderungen der Behörde zu erfüllen.

Im August 2023 hatte die BaFin die UmweltBank dazu verpflichtet, ihre Geschäftsorganisation zu verbessern. Dabei ging es vor allem um Prozesse in den Bereichen Kreditgeschäft und Innere Revision.

„Im Geschäftsjahr 2022 wurde bei der UmweltBank eine Prüfung der BaFin durchgeführt“, erläuterte UmweltBank-Pressesprecher Oliver Patzsch damals auf Anfrage von ECOreporter. „Die Bank wurde davor längere Zeit nicht mehr von der BaFin geprüft. Die Prüfung war als risiko- und prozessorientierte Systemprüfung angelegt. Der Prüfungsbericht lag gegen Ende 2022 vor und enthielt eine Reihe von Feststellungen.“

UmweltBank sieht sich bei den Eigenmitteln gut aufgestellt

Patzsch zufolge hatte die UmweltBank bereits während der Prüfung Maßnahmen eingeleitet, um die Probleme zu beheben. „Die Bearbeitung der Feststellungen wird mit höchster Priorität und Unterstützung durch externe Berater verfolgt“, so der Pressesprecher im August 2023. „Weiteres Personal in aufsichtsrechtlich relevanten Bereichen wurde eingestellt. Daneben optimiert die UmweltBank ihre Strukturen und Prozesse, um aufsichtlichen Anforderungen flexibler zu begegnen. Die Migration des Kernbanksystems wird ebenfalls dazu beitragen, diverse Feststellungen zu beheben sowie die Einhaltung regulatorischer Anforderungen fortlaufend sicherzustellen.“ Das neue IT-Kernbanksystem ist seit Oktober 2023 in Betrieb.

Am gestrigen Montag teilte die UmweltBank mit, sie rechne „mit einem Anstieg der Eigenmittelanforderungen aus dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (P2R) um 0,5 Prozent“. Die Bank entspreche derzeit allerdings bereits diesen erhöhten Anforderungen. Die Bestellung des Sonderbeauftragten begrüße sie.

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Der Finanzmarkt reagiert wie schon im August gelassen auf die Compliance-Mitteilungen. Die UmweltBank-Aktie ist heute mit einem Plus von 0,6 Prozent in den Tradegate-Handel gestartet und kostet aktuell 6,92 Euro (Stand 27.2.2024, 8:43 Uhr).

Die UmweltBank befindet sich derzeit in einem teuren Umstrukturierungsprozess. Mit signifikantem Wachstum rechnet das grüne Geldhaus erst wieder 2025. Wegen der aktuell schwachen Gewinnaussichten wird die Bank für 2023 voraussichtlich keine Dividende zahlen.

ECOreporter schätzt die UmweltBank weiterhin als robust finanziert ein und sieht langfristig solide Geschäftsaussichten. Die harte Kernkapitalquote, eine wichtige Kennzahl für die Eigenkapitalausstattung von Banken, lag Ende Juni 2023 bei 11,7 Prozent und damit nur knapp unter dem Niveau von Ende Dezember 2022 (12 Prozent) sowie deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwert von 4,5 Prozent. Ihre vorläufigen Geschäftszahlen für 2023 will die UmweltBank am 18. März veröffentlichen.

Sollte es dem Institut gelingen, nach der Übergangsphase wieder profitabler zu wirtschaften und 2025 das Ergebnisniveau des Jahres 2022 zu erreichen (Nettogewinn 19,5 Millionen Euro), läge  das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) auf Basis des aktuellen Börsenkurses bei etwa 13 - ein vertretbarer Wert. Wer jetzt einsteigt, sollte viel Geduld mitbringen und kein Problem mit unruhigen Kursverläufen haben.

Die UmweltBank-Aktie ist eine ECOreporter-Favoriten-Aktie aus der Kategorie Grüne Spezialwerte. Lesen Sie auch unser Unternehmensporträt.

Einen Überblick über die Wertentwicklungen und Perspektiven der Spezialwerte-Aktien finden Sie im Dossier Nachhaltige Favoriten-Aktien: Mit Grünen Spezialwerten im Schnitt 110 % Plus in fünf Jahren.

UmweltBank AG: ISIN DE0005570808 / WKN 557080

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