First Solar verzeichnet weiter eine hohe Nachfrage. / Foto: First Solar

  Nachhaltige Aktien, Erneuerbare Energie

First Solar steigert Umsatz und Gewinn deutlich

Der US-Solarmodulhersteller First Solar hat im zweiten Quartal die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn deutlich übertroffen. Analysten einer US-Großbank halten zudem die Angst vor einem politischen Richtungswechsel in den Vereinigten Staaten für übertrieben.

First Solar verbuchte zwischen April und Juni einen Umsatz von 1,01 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres. Analysten hatten nach Umfragen der Nachrichtenagentur Reuters im Schnitt einen Umsatz von 941,5 Millionen Dollar prognostiziert, das Unternehmen übertraf die Erwartungen also klar.

Viele neue Aufträge

Gleichzeitig konnte der Solarkonzern seinen Nettogewinn von 171 Millionen Dollar im Vorjahr auf 349,4 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. Je Aktie verdiente First Solar damit 3,25 Dollar, auch das war deutlich mehr als die am Finanzmarkt prognostizierten 2,71 Dollar je Aktie.

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Erfreulich entwickelte sich auch die Auftragslage. In diesem Jahr erhielt First Solar bislang neue Bestellungen mit einem Volumen von 3,6 Gigawatt (GW). Dabei sind wieder stornierte Aufträge bereits abgezogen. Der aktuelle Auftragsbestand beläuft sich laut First Solar auf 75,9 GW und erstreckt sich bis 2030.

Trotz der positiven Quartalszahlen behält First Solar seine Jahresprognose unverändert bei. Der Konzern erwartet weiterhin einen Jahresumsatz zwischen 4,4 und 4,6 Milliarden Dollar und damit ein deutliches Plus gegenüber den 3,3 Milliarden Dollar 2023. Das operative Ergebnis soll bei 1,5 bis 1,6 Milliarden Dollar liegen, nach 1,3 Milliarden Dollar im Vorjahr.

First Solar profitiert in den USA massiv vom Inflation Reduction Act (IRA). Das 2022 verabschiedete Gesetz sieht umfangreiche Steuererleichterungen und andere Subventionen für Unternehmen vor, die in den USA Technologien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien herstellen. Im Geschäftsbericht 2023 kündigte First Solar an, seine Produktionskapazität bis 2026 verdoppeln zu wollen.

Hinzu kommt ein technologischer Vorteil: Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Dünnschicht-Solarmodulen spezialisiert, die eine Alternative zu den üblichen Modulen aus kristallinem Silizium darstellen. Dadurch kann First Solar seine Module trotz Preiserhöhungen immer noch günstiger anbieten als die mit US-Zöllen belasteten importierten Silizium-Module der meist chinesischen Konkurrenz.

Die First Solar-Aktie ist nach Präsentation der Zahlen im Tradegate-Handel aktuell 3,4 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 200,90 Euro (Stand: 31.7.2024, 9:00 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 1,1 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 6,5 Prozent an Wert gewonnen.

Wie groß ist der Einfluss der Politik auf den Kurs?

Trotz der guten Geschäfte stand die First Solar-Aktie in den letzten Wochen unter Druck. Marktbeobachter fürchten, dass ein möglicher Wahlsieg von Donald Trump die Steuergutschriften nach dem IRA gefährden könnte. Auch ECOreporter hatte derartige Bedenken wiederholt geäußert.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley erklärte nun, sie halte diese Ängste für übertrieben. Das Risiko einer vollständigen Rücknahme des IRA schätzen die Analysten selbst bei einem Wahlsieg der Republikaner als minimal ein. Insbesondere die inländischen Steuergutschriften für das verarbeitende Gewerbe, die Unternehmen wie First Solar zugute kommen, sind nach Einschätzung der Experten unwahrscheinliche Ziele für eine Rücknahme.

Trotz der starken Kurszuwächse seit Mitte 2022 ist die First Solar-Aktie mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16 für 2024 moderat bewertet. Die deutliche Gewinnsteigerung konnte mit der rasanten Entwicklung  an der Börse Schritt halten.

Nach Einschätzung der Redaktion sollten Anlegerinnen und Anleger für die Aktie dennoch starke Nerven mitbringen. Die Angst vor einer Anti-Klimapolitik der Republikaner könnte den Kurs von First Solar trotz der Einschätzungen von Morgan Stanley weiter belasten. Kursschwankungen während des US-Wahlkampfs wären keine Überraschung, ebenso wenig wie zunächst deutliche Kursverluste, sollte Donald Trump tatsächlich wieder US-Präsident werden.

Lesen Sie auch das ECOreporter-Dossier Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.

First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM

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