Hersteller von Solarmodulen und Wechselrichtern hatten es in den letzten Jahren meist schwer. ECOreporter hat geprüft, ob sich ein Kauf von Aktien wie First Solar oder SolarEdge lohnt. / Foto: Pixabay

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Der ECOreporter-Solaraktien-Überblick: So schlagen sich Hersteller von Modulen und Wechselrichtern (Teil 1)

Die Solarenergie wird weltweit im Rekordtempo ausgebaut. Doch besonders der harte Preiskampf setzt der Solarindustrie weiter zu. Und dann ist da noch US-Präsident Donald Trump und sein Feldzug gegen Erneuerbare Energie. Was bedeutet das für Solaraktien? Im ersten Teil des Überblicks analysiert ECOreporter Hersteller von Modulen und Wechselrichtern sowie Anbieter von privaten Solaranlagen.

Zur Solarbranche zählen aus Anlegersicht insbesondere fünf Bereiche – und fast jeder hat aktuell eigene Probleme:

  1. Lieferanten des Rohstoffs Polysilizium, der für die Fertigung der schwarzblauen Solarmodule benötigt wird. Diese Lieferanten stammen überwiegend aus China – und sehen sich teils mit Vorwürfen der Zwangsarbeit konfrontiert.
  2. Maschinenbauer, die vor allem Fertigungsanlagen für Zellen, Module und Wechselrichter herstellen. Die Unternehmen leiden besonders darunter, dass Industrieproduktion und Welthandel schwächeln.
  3. Hersteller von Solarmodulen. Der Markt wird mit günstigen Modulen aus China, wo Subventionen die Preise niedrig halten, regelrecht überschwemmt. Gleichzeitig sind die Lager vieler Händler noch immer voll, während gestiegene Kosten und die Inflation teils die Nachfrage drücken – zumindest im Geschäft mit Privatkunden. Dafür haben viele Unternehmen gute Aussichten, die Energiespeicher anbieten.
  4. Hersteller von Wechselrichtern, die den Gleichstrom der Solarmodule in Wechselstrom für das öffentliche Stromnetz umwandeln und die Anlagen steuern. Auch hier herrscht ein erbitterter Preiskampf. Zudem sind die Lager voll, und der Absatz ist seit letztem Jahr zurückgegangen. Außerdem gibt es hier wie bei Modulherstellern oft einen Geschäftsbereich mit kompletten Aufdachanlagen, der unter den gleichen Problemen leidet.
  5. Projektierer und Betreiber von Solaranlagen. Steigende Zinsen haben die Finanzierungskosten getrieben, sodass Kunden Projekte verschieben. Hinzu kommt: Strom ist billiger geworden, die Gewinne sinken. Und politische Entscheidungen sorgen für Unsicherheiten in der Projektplanung.

In Teil eins des Überblicks widmet sich ECOreporter den Herstellern von Solarmodulen und Wechselrichtern. Außerdem lesen Sie, warum die Redaktion bei Investments in Unternehmen aus China skeptisch ist. 

ECOreporter betrachtet bei den Solaraktien nur die Unternehmen, die sich vor allem auf den Solarbereich konzentrieren. Natürlich gibt es auch große Mischkonzerne, die Solarzellen oder Wechselrichter liefern, aber eben auch Waschmaschinen und vieles andere. Sie sind hier bei den Solaraktien nicht aufgeführt. Maschinenbauer werden in der Übersicht ebenfalls nicht mehr berücksichtigt.

In diesem Artikel finden Sie Einschätzungen zu folgenden Solaraktien:

  • Canadian Solar
  • Enphase Energy
  • First Solar
  • Jinko Solar
  • Meyer Burger
  • Rec Silicon
  • SMA Solar
  • SolarEdge
  • Sunrun

Schaut man auf die reinen Ausbauzahlen, brummt der Solarmarkt: 2025 dürften nach Prognosen weltweit 650 Gigawatt (GW) Solarenergie zugebaut worden sein, im ersten Halbjahr waren es bereits 380 GW. Allerdings ist der Ausbau extrem konzentriert auf wenige Länder. Allein 67 Prozent der Neuinstallationen entfallen auf China, das damit doppelt so viel Solarenergie zubaut wie der Rest der Welt. Dahinter kommen die EU mit etwa 12 Prozent und die USA mit 9 Prozent.

In der EU ging der Zubau 2025 allerdings erstmals seit 2016 wieder leicht zurück und wird nach Ansicht von Umweltverbänden zunächst weiter sinken. Experten erwarten mittlerweile, dass das EU-Ausbauziel für 2030 verfehlt wird. In Deutschland lag der Solarausbau 2025 mit 16,5 bis 17,6 GW neu installierter Leistung zwar etwa auf dem hohen Niveau des Vorjahres, verlor aber an Dynamik. Wesentliche Ursache war in der Bundesrepublik und auch EU-weit ein Rückgang beim Zubau von privaten Solaranlagen. In Deutschland steht dieser aktuell zusätzlich unter Druck, weil die Bundesregierung die Zuschüsse für kleine Dachsolaranlagen streichen will.

Rechenzentren sorgen für Kursgewinne


Der enorme Energiehunger von KI-Rechenzentren lässt Investoren auf einen steigenden Solarausbau hoffen. / Foto: Pixabay

Angekurbelt wurde der Ausbau-Boom der letzten zwei Jahre besonders durch niedrigere Preise für Solarmodule – verantwortlich dafür waren vor allem chinesische Exporte. Branchenverbänden zufolge sind allein die Preise im Solargroßhandel seit 2022 im Schnitt um mehr als 70 Prozent gefallen. Was gut ist für die Energiewende und für Verbraucher, setzt allerdings Unternehmen gerade bei Verkäufen von privaten Solaranlagen unter Druck. Das kann sogar existenzbedrohend werden.

Viele Modulhersteller setzen aktuell auch auf ein wachsendes Energiespeichergeschäft, denn Speicher werden ein Schlüssel sein, um die schwankende Stromproduktion von Solaranlagen effektiver nutzen zu können. Das gilt für Anlagen auf dem heimischen Dach genauso wie für große Solarparks. Außerdem können Energiespeicher auch bei der Energieversorgung von Rechenzentren zum Einsatz kommen – Marktbeobachter hoffen bereits, dass Solarzulieferer vom Geschäft mit Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren werden.

Auch in den Vereinigten Staaten boomte die Solarenergie in den letzten Jahren. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit bekämpft US-Präsident Donald Trump allerdings den Ausbau von Wind- und Solarkraft, die ein Eckpfeiler der Klima- und Energiepolitik seines Vorgängers Joe Biden waren.

Trumps größter Coup bisher: Das Anfang Juli 2025 verabschiedete Steuer- und Ausgabengesetz "One Big Beautiful Bill Act", das Subventionen für Solar- und Windkraft abschafft oder einschränkt. Analysten erwarten, dass das Gesetz in den nächsten zehn Jahren den Ausbau Erneuerbarer Energien verlangsamen, Investitionen und Arbeitsplätze in der grünen Energiebranche vernichten und Strom erheblich verteuern wird.

Kurse schwanken, Risiken bleiben

Und trotzdem legten einige Solaraktien im letzten Jahr kräftig zu. Das absehbare Ende von Subventionen steigert im US-Markt kurzfristig die Nachfrage. Und auch hier kommt wieder der KI-Boom ins Spiel: Weil Strom aus Wind- und Solarparks konkurrenzlos günstig ist und die Anlagen verhältnismäßig schnell installiert werden können, entstehen momentan viele neue, teils sehr große Grünstromparks zur Versorgung von Rechenzentren.

Zahlreiche Erneuerbare-Energien-Aktien haben deshalb 2025 einen deutlichen Aufschwung erlebt, auch Solartitel. Langfristig dürfte der "One Big Beautiful Bill Act" den Solarausbau in den USA aber ausbremsen. Und zuletzt ging es für Kurse vielfach wieder abwärts, unter anderem weil Jahreszahlen von Unternehmen enttäuschten.

Wenn Sie nicht in Einzelaktien investieren möchten, sondern lieber in ein ganzes Paket von Solartiteln, bieten sich dafür bei nachhaltigen Fonds und ETFs Optionen. Halbwegs breit in Erneuerbare Energien investieren etwa der LSF Solar & Sustainable Energy Fund, der LSF Active Solar oder ETFs wie der Invesco Solar Energy ETF, der Invesco Global Clean Energy ETF und der Deka Future Energy ETF. Aber Achtung: Diese Produkte waren in den letzten Jahren sehr schwankungsanfällig.

Lesen Sie im folgenden Premium-Bereich mehr zur Situation im Solarsektor und zu möglichen Einstiegschancen. Den zweiten Teil unseres Überblicks finden Sie hier.

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