Eine Windkraftanlage des Klimavest. Gemanagt wird der Fonds von Commerz Real, einem Vermögensverwalter der Commerzbank Gruppe. / Foto: Commerz Real

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Fonds Klimavest schüttet über 28 Millionen Euro aus – neue Investitionen

Der Investmentfonds Klimavest hat sich bislang an über 40 Wind- und Solarparks in Europa beteiligt. Über 1,4 Milliarden Euro haben mehr als 26.000 Anlegerinnen und Anleger bereits in den European Long Term Investment Fund (ELTIF) investiert. Für dieses Jahr plant das Fondsmanagement eine Anpassung der Portfoliostruktur. Auch neue Investitionsbereiche sind in der Prüfung.

Zudem erfahren Sie im Folgenden unter anderem, warum ein Windpark des Fonds nach rund zwei Jahren Betriebsausfall wieder ans Netz gehen konnte und welche Finanzkennzahlen beim Klimavest auffallen.

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Höheres Fondsvolumen – Jahresrendite rund 4 Prozent

Im Geschäftsjahr 2023/2024 ist der Fonds Klimavest weiter gewachsen. Gemäß den Angaben im Fonds-Jahresbericht sind dem Fonds vom 1. September 2023 bis zum 31. August 2024 Nettomittel in Höhe von rund 161,4 Millionen Euro zugeflossen. Damit hat sich das Fondsvermögen zum 31. August 2024 um 15,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 1,4 Milliarden Euro erhöht.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023/2024 liegt der Ausschüttungsbetrag bei 2,17 Euro je Klimavest-Fondsanteil. Der Fonds erzielte laut Fondsinformation vom 1. September 2023 bis 31. August 2024 einen Anlageerfolg (Anteilwertveränderung plus Ausschüttung) von 3,92 Euro je Anteil (100 Euro Erstausgabewert). Die Gesamtausschüttung an die Anlegerinnen und Anleger erfolgte den Angaben nach am 18. Dezember 2024 und beläuft sich auf insgesamt rund 28,5 Millionen Euro.

Windparks dominieren bislang das Fondsportfolio

Zum Ende des letzten Geschäftsjahres (31. August 2024) war laut Jahresbericht der geografische Investitionsschwerpunkt, gemessen am investierten Kapital inklusive Gesellschafterdarlehen, Finnland mit 43 Prozent, gefolgt von Spanien mit 26 Prozent, Deutschland mit 17,1 Prozent, Frankreich mit 12,9 Prozent und Schweden mit 1 Prozent. Bei der sektoralen Verteilung dominierte die Onshore-Windenergie mit 72,6 Prozent. Die restlichen 27,4 Prozent entfielen auf Photovoltaik.

Nach dem Berichtsstichtag wurde Ende November 2024 ein schlüsselfertiger Windpark in Irland mit einer Nennleistung von ca. 57,7 Megawatt (MW) erworben. Damit hat laut Fondsfactsheet zum 30. November Irland einen Anteil von 10,5 Prozent am Fondsportfolio, und der Windkraftanteil hat sich auf 78,4 Prozent erhöht.

Seit dem Start des Klimavest-Fonds im Jahr 2020 wurde nicht nur in bestehende Wind- und Solarparks investiert, sondern auch in mehrere Projektentwicklungen. Das Nettofondsvermögen von rund 1,4 Milliarden Euro war zum 31. August 2024 auf 36 Bestandsinvestments und vier Projektentwicklungen verteilt.

Neue Projekte und Fortschritte bei Projektentwicklungen

Im Geschäftsjahr 2023/2024 hat der Klimavest erneut in einen finnischen Windpark investiert. Darüber hinaus wurde laut Jahresbericht im Berichtszeitraum der Windpark Beckum im Münsterland (NRW) fertiggestellt und wieder in Betrieb genommen. Die zwei Nordex-Anlagen des Windparks Beckum waren seit September 2021 vorsorglich außer Betrieb gewesen, weil an einem anderen Ort (Haltern am See) eine identisch konfigurierte Anlage eines anderen Betreibers eingestürzt war. Gemäß den Angaben im Klimavest-Fondsjahresbericht 21/22 hat der Hersteller Nordex als Unfallursache „Schwachstellen des Spannbetonteils des Beton-Stahl-Hybridturms“ ermittelt. Laut Jahresbericht 21/22 wurde mit Nordex eine Vereinbarung erzielt, die den partiellen Rückbau, die Neuerrichtung und anschließende Wiederinbetriebnahme der beiden Anlagen (im zweiten Halbjahr 2023) vorsah.

Zwei von fünf geplanten schwedischen Solarprojekten (Serene-Projekt) haben im ersten Halbjahr 2024 die Baureife erlangt. Die beiden in Südschweden gelegenen Anlagen haben eine geplante Nennleistung von insgesamt rund 90 Megawattpeak (MWp). Die Closing-Bedingungen des Solarprojekts Serene sind laut Fonds-Jahresbericht noch nicht vollständig erfüllt. Zwei der Serene-Projektgesellschaften sind demnach bereits mittelbar an den Fonds übergegangen, während die restlichen drei Gesellschaften sukzessive jeweils bei Erreichen der Baureife des entsprechenden Solarparks ab 2026 übergehen könnten.

In Spanien ist der Fonds neben dem bereits in Betrieb genommenen Solarkraftwerk Cartuja auch mit der Solarprojektentwicklung Castillejo investiert, die 2025 fertiggestellt werden soll. Sie hat eine geplante Nennleistung von 31 MWp.

Klimavest hat Ende 2022 erstmals in ein großflächiges Agrikultur-Photovoltaik-Projekt (Agri-PV) in Deutschland investiert. Der Park befindet sich in der Nähe von Berlin, soll 2026 den Betrieb aufnehmen und eine Nennleistung von rund 50 MW erreichen. Aktuell befindet sich das Projekt in der Genehmigungsphase. Das Konzept der Agri-PV beinhaltet die doppelte Flächennutzung für landwirtschaftlichen Anbau und die Erzeugung von Solarstrom.

Ausbau Solaranteil und Speicherprojekte geplant

Gemäß den Erläuterungen von Fondsmanager Timo Werner im Klimavest-Blog vom 28. Oktober 2024 wird ein wichtiges Augenmerk im Jahr 2025 auf dem Voranbringen der Projektentwicklungen im Solarbereich liegen, um die derzeit hohe Windkraft-Gewichtung im Fondsportfolio zu verringern. Weitere Windkraftinvestments seien dabei aber nicht ausgeschlossen. Zudem prüft das Fondsmanagement laut Werner, ob die Bestandsparks des Klimavest-Fonds um Batteriespeicher erweitert werden können, um überschüssige Energie zwischenzuspeichern und bei Bedarf freizusetzen.

Laut Jahresbericht 2023/2024 prüft das Klimavest-Fondsmanagement neben Wind- und Photovoltaikkraftwerken Möglichkeiten zur Investition in den Bereichen Speichertechnologie und Übertragungsnetze zur Erweiterung des Portfolios. Optionen können sich gemäß den Angaben im Fonds-Jahresbericht auch bei Projekten wie Stromübertragungs- und Verteilnetzen sowie Interkonnektoren (zum Beispiel Seekabel), beim emissionsarmen Transport, bei der Nutzung von Bioenergie und Biokraftstoffen oder bei innovativen Speichertechnologien ergeben. Solar- und Onshore-Windkraftanlagen bleiben laut Jahresbericht allerdings der Investitionsschwerpunkt.

Liquidität weiterhin hoch – Fremdkapitalanteil bislang gering

Der Klimavest-Fonds hält zum Berichtsstichtag 31. August 2024 einen Liquiditätsanteil von 45,39 Prozent des Nettovermögens. Das Fondsmanagement strebt eine Zielliquiditätsquote zwischen 10 und 20 Prozent an. Zum Stichtag wurden insgesamt 460 Millionen Euro (32,5 Prozent des Fondsvermögens) der vorhandenen Überschussliquidität kurzfristig als Termingelder (bis maximal zwölf Monate) angelegt.

Die Aufnahme von direktem Fremdkapital zur Finanzierung von Investments auf Fondsebene ist auf maximal 30 Prozent des Fondskapitals beschränkt. Zudem ist die Hebelfinanzierung auf Ebene der vom Fonds gehaltenen Beteiligungsgesellschaften auf durchschnittlich 60 Prozent des Bruttoinventarwerts aller vom Fonds gehaltenen Beteiligungsgesellschaften beschränkt.

Bei einem Gesamtkreditvolumen von 194,81 Millionen Euro, verteilt auf insgesamt 14 Bankkredite, weist der Fonds zum 31. August 2024 eine Fremdfinanzierungsquote von 11,99 Prozent auf, bezogen auf die Summe der Unternehmenswerte aller Beteiligungsgesellschaften. Sämtliche Bankkredite wurden von den jeweiligen Objektgesellschaften aufgenommen. Diese Kredite werden nicht in der Bilanz des Klimavest-Fonds ausgewiesen, da keine Konsolidierung stattfindet.

Details zum Fonds Klimavest, beispielsweise zum Fondsmanagement, der Laufzeit, der Kostenstruktur, dem Renditeziel und den Risiken erhalten Sie in der ausführlichen ECOreporter-Analyse aus dem März 2023.

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