Gier, Hass, Größenwahn: Donald Trump ist die Antithese von Nachhaltigkeit. Keine leichte Zeit für grüne Geldanlagen. / Illustration: Pixabay

  Nachhaltige Aktien, Anleihen / AIF, Fonds / ETF

Frustfaktor Trump – das sollten Anleger jetzt tun

Es ist zum Haareraufen: Alles, was US-Präsident Donald Trump sagt und tut, sorgt für heilloses Chaos – in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und auch an der Börse. Lässt sich derzeit überhaupt noch sinnvoll und nachhaltig Geld anlegen?

Es hat sich mal wieder abgezeichnet: Nachdem sich die EU mit Trump auf ein (für Europa ziemlich schlechtes) Zollabkommen geeinigt hatte, dauerte es nur wenige Tage, bis der US-Präsident den Deal torpedierte, indem er mit zusätzlichen Abgaben und Exportbeschränkungen drohte. Die „Stabilität und Berechenbarkeit“, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit dem Zollabkommen erreicht zu haben meinte, erwiesen sich als naives Wunschdenken.

Herrschen wie ein Gangsterboss

Europäische Politikerinnen und Politiker scheinen immer noch zu glauben, sie könnten mit Trump verbindliche Absprachen treffen. Dass dies nicht möglich ist, sollten die letzten Monate eigentlich gezeigt haben. Trump ist ein notorischer Lügner, der ausschließlich auf den eigenen Vorteil aus ist, alles und jeden verachtet und die USA zunehmend wie ein Mafiaboss regiert. Demokratie, Menschenrechte und Umweltschutz interessieren ihn ebenso wenig wie die negativen Auswirkungen seiner brachialen, impulsgesteuerten Rundumschläge. Verlassen kann man sich bei ihm auf nichts – außer auf seine Zerstörungswut.

Mit so jemandem als mächtigstem Mann der Welt und einer hilflos wirkenden EU als einzigem halbwegs verlässlichen Gegenspieler ist es nicht leicht, Geld nachhaltig zu investieren. Jeder Social-Media-Post Trumps kann die Börsen durcheinanderwirbeln, und der Niedergang des US-Dollars sowie Trumps Versuche, die US-Notenbank unter seine Kontrolle zu bringen, erschüttern das Vertrauen in die Vereinigten Staaten, den mit Abstand wichtigsten Finanzmarkt der Welt.

Die USA haben viel Kredit verspielt

Die Folgen sind auch in Deutschland spürbar. In einer repräsentativen Umfrage der zur Deutschen Börse gehörenden Handelsplattform Tradegate gaben mehr als drei Viertel der befragten Anlegerinnen und Anleger an, ihr Vertrauen in den US-Aktienmarkt sei gesunken. 15 Prozent haben US-Aktien verkauft, 40 Prozent investieren in diesem Jahr stärker in andere Vermögenswerte wie Anleihen oder Edelmetalle. Knapp 22 Prozent der Befragten sagten, sie hätten ihr Aktien-Portfolio in den letzten Monaten breiter aufgestellt.

Auch ECOreporter rät – nicht nur in der aktuellen Situation, sondern grundsätzlich – dazu, Investments über mehrere Anlageklassen zu streuen und an der Börse auf möglichst große Aktien- und Anleihenpakete zu setzen. Am besten über Fonds und ETFs, ergänzend sind auch Einzelpapiere eine Option. Bitte dabei beachten: Investieren Sie weltweit (also auch in den USA) und in zahlreiche Branchen. Jetzt nur noch Deutschland-Fonds oder KI-ETFs zu kaufen, ist erfahrungsgemäß wenig erfolgversprechend.

Begrenzen Sie die Risiken

Achten Sie zudem darauf, nicht Ihr ganzes Vermögen an der Börse zu investieren. Auch in weniger turbulenten Zeiten sollten je nach Alter 30 bis 70 Prozent Ihres Geldes sicher angelegt sein, beispielsweise in Tages- und Festgeld. Edelmetalle schätzt ECOreporter lediglich als mögliche kleine Beimischung ein, auch weil sie oft keine nachhaltigen Investments sind.

Ganz wichtig, wenn Sie sich derzeit Gedanken um Ihr Geld machen: Seien Sie klüger als viele Politikerinnen und Politiker und glauben Sie nichts von dem, was Donald Trump sagt. Trauen Sie ihm nicht – keinen Millimeter. Was der Mann sagt, ist für finanzielle Entscheidungen wertlos.

Planen Sie stattdessen langfristig und überlegen Sie, welche Unternehmen und Finanzprodukte auch in 5, 10 oder 15 Jahren noch gute Aussichten haben. Denn Donald Trump wird nicht ewig US-Präsident bleiben, und die Welt braucht eine funktionierende nachhaltige Wirtschaft, um ihre zahlreichen anderen Probleme in den Griff zu bekommen.

Lesen Sie auch diese ECOreporter-Dossiers:

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