Das nachhaltige Fintech Tomorrow finanziert sich unter anderem über Genussrechte. / Foto: Tomorrow

  Anleihen / AIF, Crowd-Investment

Genussrechte von Tomorrow – wie hoch sind die Risiken?

Die Tomorrow GmbH aus Hamburg bietet Finanzdienstleistungen über das Smartphone an. Dieses sogenannte „Smartphone-Banking“ verbindet sie mit nachhaltigen Elementen. Bislang haben rund 11.000 Anlegerinnen und Anleger über die Crowd insgesamt rund 17 Millionen Euro in das Unternehmen investiert. Inzwischen können Tomorrow-Genussrechte nicht nur über Wiwin, sondern auch über die Plattform OneCrowd gezeichnet werden. Zwischen den beiden Angeboten gibt es einen Unterschied, der hinsichtlich einer Rückzahlung des Anlegerkapitals sehr wichtig werden könnte. Im Juli wurde zudem ein wichtiges Dokument der Tomorrow GmbH veröffentlicht.

ECOreporter hat die Tomorrow GmbH und ihr Genussrechte-Angebot, das über die Wiwin-Plattform weiterhin platziert wird, hier analysiert.

Nähere Informationen zu dem Vorteil des Genussrechte-Angebots über OneCrowd und eine Prognose zur Tomorrow GmbH erhalten Sie im folgenden Premium-Bereich.

Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.

Laufzeit der Genussrechte „Tomorrow Banking“ endet früher

Bei beiden Genussrechte-Angeboten endet die Laufzeit automatisch mit Eintritt eines Exitereignisses, beispielsweise einem Börsengang. Ohne Exitereignis gelten folgende Regelungen:

Die Laufzeit der tokenbasierten Genussrechte „Tomorrow Crowdinvesting 4“, die über Wiwin platziert werden, endet laut Basisinformationsblatt (BIB, Erstellungsdatum: 16.8.2024) mit Ablauf des 31. August 2034. Anlegerinnen und Anleger können die Genussrechte vorher unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von zehn Monaten ab dem 1. September 2029 ordentlich kündigen.

Die Laufzeit der Genussrechte „Tomorrow Banking“, die über OneCrowd platziert werden, endet laut BIB (Erstellungsdatum: 5.6.2025) mit Ablauf des 7. Mai 2034. Anlegerinnen und Anleger können die Genussrechte unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von zehn Monaten ab dem 1. Mai 2029 ordentlich kündigen. Falls die Tomorrow GmbH 2029 bzw. 2034 Liquiditätsprobleme haben sollte, sind Anlegerinnen und Anleger der Genussrechte „Tomorrow Banking“ im Vorteil, da sie früher kündigen können bzw. ihre Laufzeit früher endet. Es wäre daher in so einem Fall möglich, dass die Tomorrow GmbH die Genussrechte „Tomorrow Banking“ noch zurückzahlen kann, die Genussrechte „Tomorrow Crowdinvesting 4“ danach aber nicht mehr oder nur teilweise.

Hoher nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 

Im Juli 2025 wurde der Jahresabschluss der Tomorrow GmbH für ihr Geschäftsjahr 2023 im Unternehmensregister veröffentlicht.

Die Tomorrow GmbH weist laut dem geprüften Jahresabschluss zum 31.12.2023 einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von rund 45,5 Millionen Euro (31.12.2022: rund 36,5 Millionen Euro) aus. Nach dem vorläufigen untestierten Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2023 hatte die Bilanz der Tomorrow GmbH einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von ca. 42 Millionen Euro aufgewiesen (Quelle: Tomorrow-Anlagebroschüre, November 2024).

Im Prognosebericht, der im Lagebericht zum Jahresabschluss 2023 enthalten ist, erklärt die Geschäftsführung (Stand: 14.3.2025) unter anderem: „Die Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 ist abhängig vom Kundenwachstum, welches ausgeweitet werden soll. Hierzu plant die Gesellschaft weitere ausgabenwirksame Werbemaßnahmen sowie produktbezogene Erweiterungen, um zusätzliche Kunden zu gewinnen.“ Das Betriebsergebnis wird sich laut Tomorrow-Prognosebericht in den Jahren 2024 und 2025 gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 deutlich verbessern, auch wenn insgesamt die jährlichen Aufwendungen weiterhin die Umsatzerlöse übersteigen werden.

ECOreporter-Fazit

Nach Einschätzung von ECOreporter ist es weiterhin offen, ob sich die Tomorrow GmbH langfristig am Markt etablieren kann. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, dass sie ihr eingesetztes Kapital vollständig verlieren.

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