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Getlink erzielt Einigung: Streik bei Eurotunnel beendet
Der französische Eurotunnel-Betreiber Getlink hat eine Einigung mit streikenden Beschäftigten erzielt. Die kurzfristige Arbeitsniederlegung hatte am Donnerstag den Zugverkehr unter dem Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien zum Erliegen gebracht.
Der Betrieb des LeShuttle-Transportservice für Pkw und der Güterverkehr wurden am Donnerstagabend schrittweise wieder aufgenommen, wie Getlink mitteilte. Ab dem heutigen Freitag sollen auch die Eurostar-Passagierzüge wieder fahren.
Reisende stecken an Bahnhöfen fest
Der Streik war nach Angaben von Getlink unerwartet erfolgt. "Es tut uns sehr leid zu hören, dass Sie heute von der Störung betroffen sind, die auf einen unerwarteten Streik der Eurotunnel-Mitarbeiter zurückzuführen ist. Wir empfehlen Ihnen, Ihre Reise zu verschieben, wenn Sie können", erklärte Eurostar auf der Kurznachrichten-Plattform X (ehemals Twitter). Der Zugverkehr von und nach London war auf dem Streckenabschnitt zwischenzeitlich unterbrochen.
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Ebenfalls auf X hatten Reisende nach Paris oder London darüber geschrieben, dass sie wegen des Streiks in Zügen oder auf Bahnhöfen feststeckten. Einige Züge mussten offenbar in die französische Hauptstadt zurückkehren, kurz bevor sie London erreichten. Tausende von Reisenden saßen am Pariser Hochgeschwindigkeitszug-Terminal Gare du Nord fest.
Getlink zufolge hatten die Gewerkschaften eine vom Management angekündigte Bonuszahlung von 1.000 Euro abgelehnt und eine Verdreifachung des Betrags gefordert. Die Gewerkschaften selbst erklärten, dass sie nach den guten Verkehrszahlen in diesem Jahr eine bessere Gewinnbeteiligung gefordert hätten. Details über die jetzige Einigung wurden vorerst nicht bekannt gegeben.
Die Getlink-Aktie ist an der Börse Frankfurt aktuell 1,9 Prozent im Minus zum Vortag und kostet 16,38 Euro (Stand: 22.12.2023, 8:03 Uhr). Die Aktie schwankte in diesem Jahr deutlich, nach einer längeren Korrekturphase zwischen März und Oktober stieg sie bis Mitte Dezember auf ein neues Jahreshoch. Zuletzt ging es für den Kurs wieder etwas nach unten. Auf Monatssicht hat die Aktie 1,3 Prozent verloren, im Jahresvergleich ist sie 9,1 Prozent im Plus.
Gewinn steigt deutlich
Das Getlink-Management geht davon aus, im Gesamtjahr einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von über 910 Millionen Euro zu erzielen – ein Plus von mehr als 50 Prozent zu 2022. In den Vorjahren hatte Getlink empfindliche Einbußen hinnehmen müssen, weil während der Corona-Pandemie und rund um den Brexit deutlich weniger Züge durch den Eurotunnel fuhren. Im ersten Halbjahr 2023 lag der Nettogewinn bei 159 Millionen Euro.
Die Getlink-Aktie ist mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2023 von 31 weiterhin nicht günstig. Die erwartete Dividendenrendite liegt derzeit bei hohen 3,4 Prozent. Aktuell ist die Aktie nur für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger eine Option, die mit größeren Kursschwankungen leben können.
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Getlink SE: ISIN FR0010533075 / WKN A0M6L1