Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Greenwashing: DWS muss 19 Millionen Dollar Strafe zahlen
Die US-Börsenaufsicht SEC hat der DWS eine Geldbuße von 19 Millionen Dollar aufgebrummt. Hintergrund sind Greenwashing-Vorwürfe gegen die Deutsche Bank-Tochter.
Nach Ansicht der SEC hat die DWS die Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien bei der Zusammenstellung ihrer Fonds übertrieben positiv dargestellt. Der Behörde zufolge setzte die Frankfurter Fondsgesellschaft in den Jahren 2018 bis 2021 ihre eigene Nachhaltigkeitsrichtlinie nicht angemessen um. Die DWS habe „erheblich irreführende Aussagen“ dazu gemacht, wie sie Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren als nachhaltig ausgewiesenen Fonds berücksichtigt.
Die DWS hatte in der Außendarstellung unter anderem den Begriff „ESG integriert“ verwendet. Dieser besagte lediglich, dass den Fondsmanagern Nachhaltigkeitsdaten für die Unternehmen in ihren Portfolios zur Verfügung standen – berücksichtigen mussten sie sie nicht. Laut SEC ist die DWS „damit gescheitert, dem ESG-Anlageprozess zu folgen“. ESG meint Kriterien aus den Bereichen Ökologie (environment), Soziales (social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (governance).
Goldman Sachs musste nur 4 Millionen Dollar zahlen
Mit 19 Millionen Dollar fällt die verhängte Strafe fast fünfmal so hoch aus wie die Geldbuße, die Goldman Sachs 2022 nach Greenwashing-Vorwürfen an die SEC überwies. Die DWS muss zudem noch 6 Millionen Dollar wegen zu schwacher Geldwäschekontrollen in den USA zahlen. In Deutschland läuft ebenfalls ein Greenwashing-Verfahren gegen den Finanzkonzern: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Anfangsverdachts des Kapitalanlagebetrugs.
Die DWS versucht, dem SEC-Urteil etwas Positives abzugewinnen. Die Behörde habe „keinerlei falsche Angaben in Bezug auf unsere Finanzveröffentlichungen oder die Offenlegungen in unseren Fondsprospekten festgestellt“, sagte gestern ein Unternehmenssprecher.
Die ehemalige Nachhaltigkeitsbeauftragte der DWS, Desiree Fixler, begrüßt die Strafe. „Es hat sich herausgestellt, dass es erhebliches Greenwashing gab“, sagte sie gegenüber dem „Handelsblatt“. „Das ist nun eine Fallstudie, was man nicht im Namen von ESG tun sollte und wie Krisenmanagement nicht funktioniert.“
„Verbrauchertäuschung bei Umweltthemen ist kein Kavaliersdelikt“, kommentierte der Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas die hohe Geldbuße. „Die Strafe ist ein deutlicher Weckruf an die Kunden der DWS, die sich fragen müssen, ob sie mit ihrem Geld dieses skandalöse Geschäftsgebaren unterstützen wollen.“
ECOreporter hat hier mehr als 80 nachhaltige Fonds getestet - viele davon sind kerngrün.