Humana erwartet wegen höherer Kosten 2023 weniger Gewinn. / Foto: Pixabay

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Höhere Kosten: US-Versicherer Humana streicht Prognose

Der US-Krankenversicherer Humana leidet unter einem Anstieg der Nachfrage in seinem Medicare Advantage-Programm. Der Konzern rechnet für das noch nicht abgerechnete Geschäftsjahr 2023 nun mit weniger Gewinn.

Medicare ist die öffentliche und bundesstaatliche Krankenversicherung für Bürger mit Behinderungen und Menschen ab 65 Jahren in den USA. Medicare Advantage, auch Medicare Part C genannt, ist eine freiwillige Ergänzung des Programms, bei der Versicherte für höhere Beiträge Zusatzleistungen wie Zahnbehandlungen oder die Kostenübernahme bestimmter Medikamente erhalten. Humana ist nach dem Wettbewerber United Health der zweitgrößte Medicare-Anbieter in den Vereinigten Staaten.

Ältere Patienten rufen mehr Leistungen ab

Die Nachfrage nach medizinischer Versorgung stieg im November und Dezember bei Personen, die in Medicare Advantage-Pläne für Personen ab 65 Jahren eingeschrieben waren, so Humana. Neben der unerwartet hohen Nachfrage nach stationären Leistungen entschieden sich Patienten auch für mehr ambulante Operationen.

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Humana rechnet nun nur noch mit einem Gewinn pro Aktie von etwa 20 US-Dollar für das vierte Quartal beziehungsweise mit 26,09 Dollar bereinigtem Gewinn pro Aktie für das Gesamtjahr. Zuvor hatte das Unternehmen für das Gesamtjahr einen Gewinn von mindestens 26,31 Dollar pro Aktie und einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn von 28,25 Dollar pro Aktie erwartet.

Als Reaktion auf die gesenkte Prognose verlor die Humana-Aktie am vergangenen Donnerstag mehr als 11 Prozent an Wert. Seitdem konnte sie sich etwas erholen, im frühen Handel an der Börse Frankfurt ist sie heute 0,7 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 373,60 Euro (Stand: 23.1.2024, 8:20 Uhr). Auf Monatssicht hat die Aktie 8,2 Prozent an Wert eingebüßt, im Jahresvergleich ist sie 17,7 Prozent im Minus.

Medicare ist neben Medicaid, einem staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramm für Personen mit geringem Einkommen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen, eine Säule des wenig ausgebauten sozialen Versicherungswesens in den USA. Private Krankenversicherer wie Humana können dabei staatliche Medicare-Leistungen übernehmen und diese später mit Bundesstellen abrechnen. Für die Versicherer ist es so einfacher, in einem Paket auch bestimmte Zusatzleistungen anzubieten. Zuletzt hatte die US-Regierung ihre Erstattungen an Krankenversicherer mit Medicare Advantage-Angeboten gekürzt.

Grundsätzlich ist Humana solide aufgestellt, das Unternehmen erwirtschaftet robuste Gewinne. Von der Absage einer möglichen Fusion mit dem Wettbewerber Cigna dürfte der Konzern nach Ansicht von Analysten eher profitieren. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der Humana-Aktie für 2024 liegt aktuell bei moderaten 14. Ein Einstieg ist prinzipiell möglich, vorsichtige Anlegerinnen und Anleger sollten aber die Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2023 Ende Januar abwarten.

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Humana Inc.: ISIN US4448591028 / WKN 856584

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