Hain Celestial ist in den USA verklagt worden. / Foto: imago images

  Nachhaltige Aktien

Hain Celestial muss sich Sammelklage wegen Kennzeichnung von Babynahrung stellen

Ein US-Richter hat eine Sammelklage gegen den US-Bio-Lebensmittelhersteller Hain Celestial zugelassen. In der Klage werfen Eltern dem Unternehmen vor, dass Etiketten nicht auf das mutmaßliche Vorhandensein von Arsen in einigen Babynahrungsprodukten hinweisen. Hain Celestial hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Nach Ansicht des Gerichts haben die Eltern in der Klage plausibel dargelegt, dass Hain-Babynahrungsprodukte der Marke Earth's Best "anerkannte sichere Grenzwerte" für Arsen überschreiten und dass dies für die Kaufentscheidung von Bedeutung sei. Ähnliche Klagen, in denen es um die Kennzeichnung anderer Schwermetalle wie Blei, Kadmium und Quecksilber auf Etiketten ging, wies das Gericht zurück. Für diese gebe es keine eindeutigen Grenzwerte, ab denen eine Gefahr für Kinder bestehe.

Klage gegen mehrere Hersteller

Hain Celestial hatte eine Abweisung der Klage beantragt. Das Unternehmen argumentierte, dass den Eltern die Klagebefugnis fehlte. Sie könnten nicht nachweisen, dass ihnen oder ihren Kindern irgendeine Art von Schaden entstanden sei.

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Hain Celestial wies außerdem den Vorwurf zurück, dass seine Etikettierungen irreführend seien. Schwermetalle würden "unvermeidlich" in natürlich wachsenden Zutaten vorkommen, wie sie für die Produkte verwendet würden.

Hain Celestial war laut der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch die Anwälte der klagenden Eltern reagierten demnach nicht auf eine Anfrage.

Die Klage ist eine von vielen, in denen Hersteller von Babynahrung in den USA beschuldigt werden, überhöhte Schwermetallwerte in Babynahrung zu verheimlichen. Weitere Beklagte sind etwa Nestlé, Danone und Walmart. Die Eltern reichten die Klagen ein, nachdem ein Unterausschuss für Wirtschafts- und Verbraucherpolitik des US-Repräsentantenhauses 2021 Schwermetallwerte in einigen Babynahrungsmitteln festgestellt hatte, die laut Einschätzung von Experten neurologische Schäden verursachen könnten.

Margenprobleme und schwache Kursentwicklung

Silvester ist in Deutschland ein sogenannter "Börsenfeiertag", die deutschen Handelsplätze bleiben heute geschlossen. Als Reaktion auf die Nachricht von der Klagezulassung verlor die Aktie von Hain Celestial am gestrigen Montag im Tradegate-Handel rund 6 Prozent an Wert und schloss bei einem Preis von 6,17 Euro. Auf Monatssicht ist die Aktie 21,3 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 38,6 Prozent eingebüßt.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2023/24 (Juli bis Juni) reduzierte Hain Celestial seine Kosten und seinen Nettoverlust. Auch im laufenden Geschäftsjahr 2024/25 dürften am Ende aber wieder rote Zahlen stehen. Das Unternehmen versucht sich neu auszurichten und verkleinert sein Produktportfolio. Der aktuelle Umbau ist nicht der erste, Hain Celestial hat schon länger Margenprobleme. Auch der Aktienkurs hat sich schwach entwickelt. ECOreporter rät vom Einstieg ab.

Wegen der fortgesetzten Probleme und Unsicherheiten ist Hain Celestial keine ECOreporter-Favoriten-Aktie der Kategorie Nachhaltige Mittelklasse mehr. ECOreporter hat das Unternehmen durch die US-amerikanische Bioladenkette Sprouts Farmers Market ersetzt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hain Celestial Group Inc.: ISIN US4052171000 / WKN 908170

(Aktuelle Kursdaten zu der Aktie erhalten Sie, wenn Sie auf das Symbol hinter der WKN klicken.)

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