Mit der neuen Anleihe will wiwi consult Erneuerbare-Energien-Projekte finanzieren. / Symbolfoto: Pixabay

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Im Check: Wie attraktiv ist die Anleihe von wiwi consult mit 6 % Zins?

Die wiwi consult GmbH & Co. KG entwickelt Wind- und Solarenergieprojekte. Um weitere Projekte zu finanzieren, bietet das Unternehmen aus Mainz aktuell die Anleihe „wiwi consult Crowdinvesting 2025 digital“ an. Der Zinssatz beträgt 6,0 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von knapp drei Jahren. Eine Zeichnung ist ab 250 Euro über die Plattform wiwin möglich.

Anbieterin und Emittentin der nachrangigen Inhaber-Schuldverschreibungen ist die 2016 gegründete wiwi consult GmbH & Co. KG. Sie entwickelt und realisiert hauptsächlich Windkraftprojekte mit einem regionalen Schwerpunkt auf Rheinland-Pfalz.

Bis Januar 2025 konnte wiwi consult gemäß den Angaben in der Anlagebroschüre 90 Megawatt (MW) Windenergie ans Netz bringen. Nach Angaben der Emittentin sind weitere 90 MW Windprojekte aktuell im Bau, 64 MW in Bauvorbereitung sowie 240 MW im Antragsverfahren. Das erste Photovoltaik-Projekt des Unternehmens mit 4 MW ist 2024 in Betrieb gegangen. Bei einem weiteres Solarprojekt mit rund 30 MW soll in diesem Jahr der Bau beginnen. 2024 konnte wiwi consult zudem nach eigenen Angaben erste Erfolge im Bereich Batteriespeicher erzielen.

Projekte auch in Chile und Italien

Die Anleiheemittentin entwickelt in Kooperation mit lokalen Projektentwicklern Wind- und Photovoltaikprojekte auch im Ausland. Gemäß den Angaben auf der wiwi consult-Internetseite (Abruf: 5.3.2025) handelt es sich dabei um Projekte in Chile (über 300 MW Solar und über 300 MW Wind) und in Italien (über 100 MW Solar und über 50 MW Wind).

Bei welchem Unternehmen haben Gesellschafter und Geschäftsführer der Emittentin bereits vor 2016 langjährige Erfahrungen im Windenergiebereich gesammelt? Wie finanziert sich wiwi consult hauptsächlich? Welche Großkomponenten will das Unternehmen mit dem Anleihekapital kaufen? Antworten auf diese und weitere Fragen sowie das Fazit von ECOreporter erhalten Sie im Premium-Bereich.

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Jahresabschluss für 2023 ist noch nicht aufgestellt

Komplementärin der Emittentin wiwi consult GmbH & Co. KG ist die wiwi consult Verwaltungs GmbH aus Mainz mit ihrem Geschäftsführer Michael Böhm. Mittelbarer Mehrheitsgesellschafter der Emittentin ist Matthias Willenbacher. Er ist einer der beiden Gründer der juwi AG, wo er vor 2016 bereits mit Böhm zusammengearbeitet hatte.

Der letzte aufgestellte Jahresabschluss der Emittentin ist laut Wertpapier-Informationsblatt (WIB, Stand: 26.2.2025) der Abschluss für das Geschäftsjahr 2022. Auch im Unternehmensregister ist noch kein Jahresabschluss der Emittentin für ihr Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht (Stand: 4.3.2025). Die Bilanzsumme der Emittentin beträgt gemäß ihrer Bilanz zum 31.12.2022 rund 18,4 Millionen Euro. Davon sind auf der Aktiv-Seite der Bilanz rund 17,1 Millionen Euro Umlaufvermögen. Auf der Passivseite sind zum Jahresende 2022 Verbindlichkeiten von rund 12,2 Millionen Euro bilanziert.

Die Emittentin finanziert sich laut WIB überwiegend aus den Projektentwicklungs- und Bauleistungen im Rahmen von Generalübernehmerverträgen mit Investoren. Die Emittentin ist derzeit persönlich haftende Gesellschafterin mehrerer Projektgesellschaften.

Wohin fließt das Anleihekapital?

Das Emissionsvolumen der Anleihe beträgt bis zu 2,5 Millionen Euro. Bei einer Vollplatzierung ergibt sich laut WIB bei Emissionskosten von ca. 187.500 Euro ein Nettoemissionserlös von ca.  2,3125 Millionen Euro.

Der Nettoemissionserlös soll Umspannwerksanzahlungen, Baukosten dieser Umspannwerke, den Ankauf von Altanlagen im Rahmen von Repowering-Projekten sowie weitere (bau-)projektbedingte Kosten der Emittentin finanzieren. Die genaue Verteilung des Nettoemissionserlöses an die Projektgesellschaften steht zum Datum des WIBs noch nicht fest.

Bis zum Jahr 2027 plant die Emittentin laut Anlagebroschüre den Bau und die Inbetriebnahme von über 40 Windenergieanlagen. Bei einem Teil dieser Projekte sind neue Umspannwerke für den Netzanschluss der Windräder vorgesehen. Da sich die Lieferzeit für große Transformatoren in den vergangenen Monaten deutlich erhöht habe, müssen nach Angaben der Emittentin Bestellungen für eine zeitplankonforme Lieferung 24 bis 30 Monate vor der Inbetriebnahme der Windenergieanlagen erfolgen. Um die Realisierung der aktuell in Planung befindlichen Projekte nicht zu verzögern, möchte sich wiwi consult Produktionskapazitäten für diese Großkomponenten durch eine frühzeitige Bestellung sichern. Hierfür sollen laut Anlagebroschüre die Einnahmen aus der Anleihe primär eingesetzt werden.

Laufzeit

Die Laufzeit der Schuldverschreibungen beginnt am 6. März 2025 und endet am 29. Februar 2028. Die Emittentin ist aber berechtigt, die Schuldverschreibungen mit einer Frist von zwei Wochen zum Ende eines Quartals ordentlich zu kündigen, erstmals zum Ablauf des 1. Januar 2026. Sollte die Emittentin von dem Kündigungsrecht Gebrauch machen, steht den Anlegerinnen und Anlegern laut WIB eine Vorfälligkeitsentschädigung zu von 30 Prozent der Zinsen, die auf die Schuldverschreibungen vom Kündigungszeitpunkt bis zum Laufzeitende noch fällig geworden wären.

Bei der Anleihe handelt es sich um Schuldverschreibungen in Form eines Kryptowertpapiers nach dem eWpG  (ISIN: DE000A4DFCX1). Eine Übertragung der Schuldverschreibungen außerhalb der Blockchain und damit ohne Eintragung in das Kryptowertpapierregister ist nicht zulässig. Eine Zulassung der Anleihe zum Handel an einer Börse ist laut WIB nicht geplant.

Hohe Risiken

Die Ansprüche der Anlegerinnen und Anleger sind bei einer Insolvenz oder Liquidation der Emittentin nachrangig, andere Gläubiger werden vorher bedient. Die Zahlungsansprüche aus den nachrangigen Schuldverschreibungen können zudem aufgrund der vorinsolvenzlichen Durchsetzungssperre bereits vor Eröffnung eines Insolvenzverfahrens dauerhaft nicht durchsetzbar sein, und der Ausschluss dieser Ansprüche kann dauerhaft und für unbegrenzte Zeit wirken.

Die Blockchain-Technologie sowie alle damit in Verbindungen stehenden technologischen Komponenten befinden sich laut WIB nach wie vor in einem frühen technischen Entwicklungsstadium. Es besteht beispielsweise das Risiko von Hackerangriffen, die zu einem Kapitalverlust bei den tokenbasierten Schuldverschreibungen führen könnten.

Die Emittentin entwickelt und realisiert als Generalübernehmerin Wind- und Solarprojekte. Insbesondere in frühen Projektentwicklungsphasen kann ein hohes Risiko bestehen, dass Projekte sich deutlich verzögern oder scheitern. Aber auch in späteren Entwicklungsphasen und in Bauphasen, in denen in der Regel bereits höhere Kosten angefallen sind, können Projekte noch scheitern. Es ist auch möglich, dass bereits entwickelte Projekte nicht mehr wirtschaftlich realisiert werden können, weil zwischenzeitlich die Bau- und Finanzierungskosten gestiegen sind und/oder der Strommarktpreis gesunken ist.

Die Emittentin kann zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Für Anlegerinnen und Anleger besteht ein erhebliches Risiko, ihr eingesetztes Kapital zu verlieren.

ECOreporter-Fazit

Das Anleihekapital kann im Erfolgsfall eine hohe positive und direkte ökologische Wirkung erzielen.  

Da aber für die vergangenen zwei Geschäftsjahre der Emittentin noch kein Jahresabschluss vorliegt, ist die finanzielle Transparenz des Unternehmens nicht ausreichend und damit das Anleiheangebot nicht überzeugend.

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