Solarpark von Greencells in Großbritannien. Das Unternehmen wird möglicherweise bereits 2024 seinen Green Bond zurückzahlen. / Foto: Greencells

  Anleihen / AIF

Investor übernimmt Mehrheit bei Greencells – wird die Anleihe 2024 zurückgezahlt?

Der Konzern der Greencells GmbH hat im ersten Halbjahr 2023 Umsatzerlöse von 79 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von rund 3,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr 2022 waren es rund 102 Millionen Euro Umsatz und rund 0,9 Millionen Euro Gewinn. Die Eigenkapitalquote verringerte sich zum 30. Juni 2023 von 12,5 auf 11,9 Prozent. Über die Geschäftszahlen hinaus gibt es weitere wichtige Entwicklungen bei Greencells.

Die Greencells GmbH mit ihren Tochterunternehmen (kurz: Greencells GmbH-Gruppe) ist ein weltweiter Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der Planung, des Baus und des Betriebs von Solarkraftwerken. Die Greencells GmbH betreute nach eigenen Angaben zum 30. Juni 2023 fünf laufende Bauprojekte mit einem Volumen von insgesamt rund 272 Megawattpeak (MWp). Diese verteilen sich auf mehrere europäische Länder.

Die beiden Stand Ende Juni größten Projekte, die über die Hälfte der gebauten Kapazität ausmachen, befanden sich laut Halbjahresbericht in Ungarn, die übrigen in Großbritannien und in den Niederlanden. Für weitere zehn Projekte mit einem Volumen von rund 131 MWp bestanden zum Stichtag 30. Juni 2023 feste Aufträge in Irland, den Niederlanden, Rumänien und Großbritannien. Weitere Verträge, insbesondere auch für Projekte in Deutschland, waren im finalen Verhandlungsstadium und konnten nach Greencells-Angaben mittlerweile abgeschlossen werden.

Kann Greencells die Anleihe nächstes Jahr zurückzahlen?

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Im Mai 2023 wurde beschlossen, die Greencells-Gesamtgruppen-Strategie vollständig auf das EPC (Engineering, Procurement and Construction)-Geschäft zu konzentrieren und das Entwicklungsgeschäft der Holdings-Gruppe (Portfolio und Plattform) im Wege eines strukturierten Prozesses vollständig zu veräußern. ECOreporter berichtete hier.

Im Halbjahresbericht wird nun ergänzt, dass die Veräußerung voraussichtlich im kommenden Jahr erfolgen soll. Anfang Juli 2023 hat die Holdings-Gruppe den Angaben nach eine branchenerfahrene Investmentbank mit der Strukturierung und Umsetzung des Verkaufs des Entwicklungsgeschäfts beauftragt. Der Mittelzufluss für die Holdings-Gruppe aus dem Verkauf soll zur Ablösung ihrer Verbindlichkeiten bei der Greencells GmbH-Gruppe verwendet werden. Die Forderungen der Greencells GmbH-Gruppe gegenüber dem Schwesterkonzern betragen laut Halbjahresbericht zum 30. Juni 2023 74,1 Millionen Euro.

Die Greencells GmbH-Gruppe würde den Mittelzufluss  gemäß den Angaben im Halbjahresbericht ihrerseits zur vorzeitigen Rückzahlung des Green Bonds (ISIN DE000A289YQ5; eine ECOreporter-Analyse der Anleihe können Sie hier lesen) und weiterer Darlehen sowie zur Stärkung der Liquiditätsbasis nutzen.

Zahid-Gruppe übernimmt indirekt Mehrheit

Mit Wirkung zum 14. September 2023 hat die Zahid-Gruppe gemäß den Angaben im Greencells-Halbjahresbericht ihre indirekte Beteiligung an der Greencells GmbH von 50 auf 60 Prozent erhöht. Zu diesem Zweck wurden insgesamt 10 Prozent der Anteile von der Zwischenholding der beiden anderen indirekten Anteilseigner und Unternehmensgründer, Andreas Hoffmann und Marius Kisauer, erworben. Die Zahid-Gruppe ist 2018 indirekt über die OMAS International FZCO mit Sitz in Dubai als Investor bei der Greencells GmbH eingestiegen.

Die Zahid-Gruppe mit Hauptsitz in Saudi-Arabien ist gemäß den Angaben im Greencells-Halbjahresbericht ein 1943 gegründetes globales Familienunternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern. Sein Portfolio von mehr als 50 Marken umfasse neben Eigenmarken auch strategische Partnerschaften und Joint Ventures mit Unternehmen wie Caterpillar, TotalEnergies und Renault Trucks. Der Energiesektor ist nach Greencells-Angaben eine der Schwerpunktkategorien des Zahid-Konzerns und umfasst Geschäftsaktivitäten im Bereich der Erneuerbaren Energien. Als Teil der Zahid-Gruppe soll die Greencells GmbH nach eigenen Angaben mit ihrer „nun konsequent auf das EPC-Geschäft ausgerichteten Unternehmensstrategie kontinuierlich erfolgreich weiterentwickelt werden“.

Börsenkurs der Anleihe bei 91,5 Prozent

Das platzierte Anleihevolumen ihres börsennotierten Green Bonds konnte die Greencells GmbH bis Ende 2022 auf rund 35 Millionen Euro erhöhen. Die Anleihe hat einen Zinssatz von 6,5 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von derzeit noch rund zwei Jahren. An der Börse Frankfurt notiert sie derzeit bei 91,0 Prozent (Stand: 1.11.2023, 8:45 Uhr).

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