Einfach E-Mail-Adresse eintragen und auf "Abschicken" klicken - willkommen!

Jinko Solar: Auftrag für größten Offshore-Solarpark der Welt
Der chinesische Solarmodul- und Solarzellen-Produzent Jinko Solar hat einen Großauftrag für die Lieferung von Solarmodulen in China erhalten. Das Unternehmen soll Module mit einem Leistungsvermögen von einem Gigawatt (GW) für den weltgrößten Offshore-Solarpark liefern. Ist die Jinko Solar-Aktie attraktiv?
Auftraggeber ist die chinesische Beteiligungsfirma Guohua Investment. Zum finanziellen Umfang der Bestellung wurden keine Angaben gemacht.
Schwere Vorwürfe
Der Solarpark entsteht aktuell vor der Küste der ostchinesischen Provinz Shandong im Gelben Meer. Die Photovoltaik-Anlagen sollen auf einer Stahlplattform montiert werden, die komplett auf einer Pfahlkonstruktion ruht. Diese muss den wechselnden Wetterbedingungen im Gelben Meer standhalten können.
Der folgende Premium-Inhalt ist aufgrund des Artikelalters nun frei verfügbar.
Jinko Solar hatte seine Modulauslieferungen im zweiten Quartal 2023 um 36,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesteigert. Im Jahresvergleich waren die Bestellungen um 74,4 Prozent gestiegen.
Der Umsatz belief sich zwischen April und Juni auf knapp 31 Milliarden Yuan (4 Milliarden Euro), ein Anstieg von 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn wurde mit 1,3 Milliarden Yuan (169 Millionen Euro) im Jahresvergleich etwa verdoppelt.
Die Jinko Solar-Aktie kostet im Tradegate-Handel aktuell 28,25 Euro und ist 0,2 Prozent im Plus zum Freitag (Stand: 18.9.2023, 9:29 Uhr). Im Monatsvergleich hat die Aktie 10,5 Prozent an Wert verloren, im Jahresvergleich ist sie 49,6 Prozent im Minus.
Gegen Jinko Solar gibt es Vorwürfe, in seiner Produktion Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter einzusetzen. Das Unternehmen weist die Anschuldigungen zurück. Eine detaillierte Betrachtung des Falls finden Sie hier: Zwangsarbeit in China für Solarzellen? Die Hintergründe. In den USA trat im Juni 2022 ein Gesetz in Kraft, das den Import von Produkten aus der chinesischen Provinz Xinjiang verbietet.
Europas Solarbranche fordert mehr Schutz
In Europa mehren sich zudem die Stimmen, die einen Schutz der einheimischen Solarindustrie vor den Dumpingpreisen der chinesischen Konkurrenz verlangen, die Module offenbar weit unter dem Herstellungspreis anbietet. Der Branchenverband SolarPower Europe warnte diesen Monat in einem Brief an die Europäische Union vor drohenden Insolvenzen und der Abwanderung von Firmen. ECOreporter berichtete hier.
Die EU selbst sprach bereits von „wettbewerbswidrigen Praktiken“. Auch Jinko Solar verkauft nach eigenen Angaben die meisten Solarmodule in Europa. Für das Unternehmen könnte ein stärkerer Protektionismus zum Problem werden.
Der Kurs der Aktie hat sich in diesem Jahr zudem nicht gut entwickelt. Seit Januar verliert das Papier beständig an Wert, eine Trendwende ist nicht erkennbar. ECOreporter rät von einem Einstieg in die Aktie ab.
Welche Solaraktien derzeit attraktiv sind, erfahren Sie in unserem Dossier Das sind die besten Solaraktien – wo sich jetzt der Einstieg lohnt.
Jinko Solar ADR: ISIN US47759T1007 / WKN A0Q87R