Von der Müllabfuhr bis zum innovativen Plastik-Recycling: ECOreporter nimmt Aktien aus der Kreislaufwirtschaft unter die Lupe. / Foto: Waste Management

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien

Müll, Schrott, Recycling: Bei diesen Aktien der Kreislaufwirtschaft kann sich ein Einstieg lohnen

Mehr Menschen, mehr Wohlstand – und mehr Müll. Zu viel Müll. Der muss entsorgt oder besser noch recycelt werden – und darum kümmern sich auch börsennotierte Firmen, an denen sich Anlegerinnen und Anleger beteiligen können. Doch wie sauber ist das Geschäft mit Abfall? ECOreporter hat geprüft, welche Unternehmen aus der Kreislaufwirtschaft Chancen für ein nachhaltiges Investment bieten.

Hausmüll, Giftmüll, Elektroschrott, Batterien – das alles soll möglichst nicht auf irgendwelchen Halden landen, sondern so vollständig wie möglich wiederverwertet werden. Die Redaktion hat sich die Branche angesehen und listet auf: Wer sind die verlässlichen Entsorger, wer hilft, Ressourcen zu schonen, und wer hat die cleveren Recyclingideen für morgen? Welche Unternehmen stehen erst am Anfang, welche haben ein solides Geschäft mit stabilen Renditen?

Unter diesen Recycling-Aktien hat sich ECOreporter nach Einstiegsmöglichkeiten umgeschaut:

  • Alba
  • Casella Waste Systems 
  • Carbios
  • Kanadevia
  • Powerhouse Energy Group
  • PureCycle Technologies
  • Republic Services
  • Tomra Systems
  • Umicore
  • Veolia Environnement
  • Waste Management

Im Rahmen des European Green Deal hat die EU eine neue Verpackungsverodnung erlassen. Ab 2030 dürfen nur noch Verpackungen in den Verkehr gebracht werden, die zu mindestens 70 Prozent recyclingfähig sind. In Deutschland wurden laut Stiftung Zentral Stelle Verpackungsregister (ZSVR) 2024 zum ersten Mal mehr als 70 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt. Neben den Recycling- sind auch die Sortieranlagen laut dem Verband über die vergangenen Jahre immer besser geworden.

Kampf gegen das Plastikmüll-Problem

Ein großes Problem bleibt Plastikmüll. Eine im Januar im Fachmagazin "Planetary Health" erschienene Studie hat erforscht, wie sich Plastik über den gesamten Lebenszyklus hinweg auf die Gesundheit der Weltbevölkerung auswirken wird. Selbst im optimistischsten Szenario, wenn Plastik weniger genutzt, besser entsorgt und mehr recycelt wird, werden Menschen weltweit bis 2040 durch Kunststoffe 2,6 Millionen Lebensjahre verlieren – entweder durch Tod oder wegen Einschränkungen durch Krankheit. Im pessimistischsten Szenario wären es 4,5 Millionen verlorene gesunde Lebensjahre.

Zum Vergleich: Im Jahr 2016 lag der Verlust bei 2,1 Millionen Jahren. Also verliert die Weltbevölkerung selbst im optimistischen Fall mehr gesunde Lebenszeit. Und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt, dass sich der Verbrauch von Plastik bis 2060 fast verdreifachen wird.

Besonders Plastik im Meer steht auch medial immer wieder im Fokus: Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich etwa 4,8 bis 12 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Meeren landen. Das entspricht ungefähr einer Lkw-Ladung pro Minute. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe sind mehr als 660 Tierarten von den Folgen direkt betroffen. Jedes Jahr sterben demnach etwa eine Million Seevögel und 100.000 Meeressäuger an der Vermüllung, etwa weil sie das Plastik fressen.

Zwar führen neben gemeinnützigen Organisationen wie der niederländischen Stiftung The Ocean Cleanup auch Unternehmen den Kampf gegen die Vermüllung der Meere. Dazu gehören etwa das Start-up CleanHub aus Berlin oder Ichthion aus Großbritannien. Diese sind allerdings nicht börsennotiert – Investitionsmöglichkeiten bieten sich hier für Anlegerinnen und Anleger also nicht. Es gibt jedoch Unternehmen, die sich mit innovativen Verfahren für ein effektiveres Kunststoffrecycling beschäftigen und auch an der Börse notiert sind.

Eher konventionelle Anlagemöglichkeiten sind Unternehmen aus der Entsorger-Branche und solche, die mit Rohstoffrecycling ihr Geld verdienen. Daneben gibt es etwa Maschinenbauer, die auf technische Lösungen für das Sortieren von Abfällen spezialisiert sind oder Pfandautomaten bauen.

ETFs für den Recyclingsektor

Eine Möglichkeit, in Aktienpakete aus den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Recycling zu investieren, bieten mittlerweile auch mehrere ETFs. Einige hat ECOreporter schon getestet: den BNP Paribas Easy ECPI Circular Economy Leaders ETF, den WisdomTree Recycling Decarbonisation ETF und den Rize Circular Economy Enablers ETF. Nicht alle sind allerdings eine wirklich nachhaltige Option.

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