Manz verzeichnet vor allem in der wichtigen Batteriesparte schwache Geschäfte. / Foto: Manz

  Nachhaltige Aktien

Manz mit weniger Umsatz und roten Zahlen im ersten Halbjahr

Der Reutlinger Maschinenbauer Manz hat im ersten Halbjahr 2024 deutlich weniger Umsatz erzielt und ist in die Verlustzone gerutscht. Besonders stark litt die Batteriesparte – diese soll aber eine "wichtige Säule" des Unternehmens bleiben.

In den ersten sechs Monaten 2024 setzte Manz 98,6 Millionen Euro um, ein Rückgang um 30,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Grund dafür ist laut Unternehmen vor allem "die aktuell überaus herausfordernde Marktentwicklung insbesondere im Batteriebereich und die damit verbundene zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden".

Weniger Umsatz und Aufträge in Batteriesparte

Manz hatte bereits am 1. Juli eine Gewinnwarnung für 2024 veröffentlicht. ECOreporter berichtete hier. Demnach werden "Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr 2024 deutlich unter Vorjahresniveau liegen".

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Als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verzeichnete Manz einen Verlust von 6,5 Millionen Euro, nach einem positiven Ergebnis von 11,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Zwar hatte das Unternehmen im Vorjahr von einem positiven außerordentlichen Effekt in Höhe von 5,7 Millionen Euro profitiert. Das EBIT war 2023 aber auch ohne diesen Einmaleffekt noch positiv ausgefallen.

Insbesondere im Segment Mobility & Battery Solutions liefen die Geschäfte schwach, der Umsatz sank im Zeitraum Januar bis Juni um 51,4 Prozent zum Vorjahr. Die Sparte liefert insbesondere Produktionsequipment für Zell- und Modulfabriken, Manz will hier vom weltweiten Ausbau der Elektromobilität profitieren. Aktuell läuft es aber nicht wie erhofft, der Auftragseingang des Segments lag in den ersten sechs Monaten 19,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

"Wir richten den Blick nach vorne und überprüfen unsere Unternehmensstrategie und unser Produktportfolio. Die E-Mobilität und der Batteriemarkt werden dabei wichtige Säulen bleiben", erklärte der künftige Manz-Chef Ulrich Brahms. Man sehe gerade für die Chipindustrie in Asien "interessante Perspektiven für Manz, die sich bereits in zunehmenden Anfragen mehr und mehr materialisieren". Konkreter wurde Brahms nicht.

Das Unternehmen möchte nun mit einem Sparprogramm profitabler werden. Im Finanzbereich bleibe "die Stärkung der Liquidität im Zuge des gesunkenen Geschäftsvolumens ein zusätzlicher Schwerpunkt".

Mehr Liquidität aus verschiedenen Quellen

Wie Manz weiter mitteilte, konnte das Unternehmen nach Ende des Berichtszeitraums "einen deutlichen Liquiditätszufluss in Höhe von 19,3 Millionen Euro realisieren". So nahm das Unternehmen aus dem Verkauf einer ungarischen Tochtergesellschaft Barmittel in Höhe von 8 Millionen Euro ein, zudem stehen dem Konzern nach einem gewonnenen Schiedsgerichtsverfahren mit einem chinesischen Kunden 4,1 Millionen Euro an bisher blockierten Finanzmitteln wieder zur Verfügung. Und Manz erhielt im Juli europäische Fördermittel in Höhe von 7,2 Millionen Euro für verschiedene Projekte.

Die Manz-Aktie ist nach Präsentation der neuen Zahlen im Tradegate-Handel aktuell 3,9 Prozent im Plus zum Vortag und kostet 5,30 Euro (Stand: 6.8.2024, 9:40 Uhr). Auf Monatssicht ist die Aktie 2,9 Prozent im Minus, im Jahresvergleich hat sie 67 Prozent an Wert verloren.

Manz dürfte 2024 das vierte Jahr in Folge einen Nettoverlust verbuchen. Die Hoffnungen für das Batteriegeschäft können sich bislang nicht erfüllen, auch ein konkreter Ausblick bleibt hier bislang aus. In den letzten drei Jahren ist der Kurs um 90 Prozent eingebrochen. ECOreporter rät vom Einstieg in die Aktie aktuell ab.

Manz AG:

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