Die Infineon-Aktie gehört zu den Gewinnern der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten. / Foto: Infineon

  Nachhaltige Aktien

Nachhaltige Aktien: Hohe Kursgewinne nach Waffenruhe im Iran – aber auch deutliche Verluste

Der deutsche Leitindex DAX hat am gestrigen Mittwoch mehr als 5 Prozent an Wert gewonnen – das höchste Tagesplus seit vier Jahren. An anderen Börsen ging es ebenfalls spürbar aufwärts, allerdings gab es auch Verlierer.

Nach Bekanntgabe des zweiwöchigen Waffenstillstands im Iran-Krieg brach gestern der Ölpreis zweistellig ein, da Marktbeobachter hoffen, dass nun wieder Öltanker durch die Straße von Hormus fahren können. Weil damit auch die Inflation weniger stark als befürchtet ansteigen dürfte und die Zentralbanken ihre Leitzinsen möglicherweise nicht anheben müssen, legten gestern viele Aktienkurse stark zu. Neben dem DAX gewannen auch der deutsche Mittelwerte-Index MDAX und der europäische Leitindex EuroStoxx rund 5 Prozent. Der MSCI World stieg um 3 Prozent, der US-Großwerte-Index Dow Jones Industrial um 2,9 Prozent.

Von plus 12 Prozent bis minus 16 Prozent

Einige nachhaltige deutsche Papiere legten deutlich stärker zu als der Gesamtmarkt. Der Münchner Technologiekonzern Siemens etwa gewann 10 Prozent, der Chip-Hersteller Infineon aus Neubiberg 12 Prozent. Beide Unternehmen sind von der allgemeinen Konjunktur abhängig, die sich im Falle einer länger währenden Energiekrise vermutlich spürbar abschwächen würde. Die Konzerne hatten nach Ausbruch des Iran-Kriegs erheblich an Wert verloren und notieren weiterhin unter ihren Vorkriegsständen. Mittelfristig haben sich ihre Papiere gut entwickelt: Die Infineon-Aktie notiert im Jahresvergleich 77 Prozent im Plus, Siemens hat im gleichen Zeitraum 32 Prozent gewonnen.

Gestern gab es allerdings auch Verlierer: Der Leipziger Biokraftstoffhersteller Verbio beispielsweise büßte 16 Prozent ein – das Unternehmen hatte vom hohen Ölpreis profitiert, weil dadurch die Nachfrage nach Biodiesel und Bioethanol gestiegen war. Die Aktie bewegt sich aber auch weiterhin auf hohem Niveau, auf Jahressicht hat sie 374 Prozent gewonnen.

Bewahren Sie Ruhe!

ECOreporter rät davon ab, auf die aktuellen Börsenbewegungen mit Käufen oder Verkäufen zu reagieren. Die Waffenruhe im Nahen Osten wird offenbar schon kurz nach Inkrafttreten nicht mehr eingehalten, und ob die Straße von Hormus wirklich wieder für Frachtschiffe geöffnet wird, ist unklar. Hinzu kommt, dass der immer enthemmter herumwütende US-Präsident Donald Trump jederzeit für eine neue Eskalation im Nahen Osten sorgen kann. 

Anlegerinnen und Anleger sollten nicht darauf vertrauen, dass der Iran-Krieg bald beendet sein wird. Für nachhaltige Investments heißt das: Halten Sie an guten, zukunftsfähigen Geldanlagen weiter fest, auch wenn es zwischenzeitlich zu deutlichen Wertverlusten kommen sollte oder schon gekommen ist. Panikverkäufe oder spekulative Krisenkäufe lohnen sich auf längere Sicht meist nicht – das hat sich in der Vergangenheit häufig genug gezeigt.

Lesen Sie auch folgende ECOreporter-Dossiers:

Augen auf bei der Geldanlage: Welche Fehler Sie in diesen unruhigen Zeiten nicht begehen sollten

5 Tipps: So sorgen Sie für mehr Sicherheit im nachhaltigen Aktiendepot

So wirkt sich der Iran-Krieg auf nachhaltige Fonds aus

Verwandte Artikel

09.04.26
 >
02.04.26
 >
05.03.26
 >
26.12.25
 >
24.05.26
 >
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x